Debitkarten: Sind Mindestbeträge für Zahlungen erlaubt?

Bestimmte Schweizer Geschäfte kennen die Praxis, dass Zahlungen erst ab einem Mindestbetrag – zum Beispiel von 10 oder 20 Franken – mit der Debitkarte beglichen werden dürfen. Der Hintergrundartikel geht der Frage nach, wie es zu dieser Praxis kommt.

Im Gegensatz zu Kreditkarten werden im Fall von Debitkarten die Rechnungsbeträge sofort vom Konto abgebucht; Debitkarten sind direkt mit dem Konto des Kartenbesitzers verbunden. 

Beispiele für Debitkarten, die häufig auch einfach «Bankkarten» genannt werden, sind Maestro-, V-Pay-Karten sowie die Debit-Direct-Karte der PostFinance

Mit Debitkarten lassen sich Einkäufe sowie Bargeldbezüge in der Schweiz in Schweizer Franken einfach und kostengünstig – je nach Karte sogar kostenfrei – realisieren. Ein Vergleich der Debitkarten finden Sie im Rahmen des Privatkonto-Vergleichs.

Geschäfte, Restaurants und Hotels (also im Fachjargon so genannte «Merchants» oder Händler) haben den so genannten Acquirern (und direkt oder indirekt auch den Kartenherausgebern) für die getätigten Kartentransaktionen Gebühren zu entrichten. Acquirer sind verantwortlich für die Zahlungsadministration bei den Händlern – in der Schweiz bieten zum Beispiel SIX Payment Services und Aduno diese Dienstleistung an.

Während Kreditkartengebühren häufig prozentual zu den Transaktionsbeträgen festgelegt werden (zum Beispiel 2 bis 3 Prozent des Transaktionsbetrags), wird für Zahlungen mit Debitkarten in der Regel eine betragsunabhängige Gebühr pro Transaktion für den Händler fällig. Im Fall der Debit-Direct-PostFinance-Karte beträgt diese für Händler maximal 23 Rappen pro Transaktion, für andere Debitkarten wie die Maestro-Karte bis zu 30 Rappen pro Transaktion. Gerade für kleinere Kaufbeträge sind die Debitkarten-Gebühren für die Händler also verhältnismässig hoch.

Die Vertragspartner der Händler wie Aduno oder SIX Payments Services haben zwar Richtlinien für Händler, dass keine Mindestbeträge für Debitkarten-Zahlungen festgesetzt werden dürfen. Gegenüber dem Kunden hat der Händler allerdings keine vertragliche Verpflichtung – in der Praxis werden solche Mindestbeträge deshalb relativ häufig praktiziert. Der Händler darf je nach Zahlungsmethode sogar zusätzliche Gebühren verlangen.

Ihre Moneyland-Redaktion

Weitere Informationen:
Privatkonto-Vergleich
Kreditkarten-Vergleich
Zuschläge für Kreditkarten-Zahlungen im Vergleich

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