Flex-Versicherungen im Schweizer Vergleich

Alles, was Sie rund um das Modell der flexiblen Spitalabteilung wissen müssen, erfahren Sie im folgenden Moneyland-Ratgeber.

Das Modell der flexiblen Spitalabteilung («Flex-Modell») gehört neben der allgemeinen, halbprivaten und privaten Versicherung zu den stationären Krankenzusatzversicherungen. Die Flex-Versicherung ermöglicht es Ihnen, sich erst kurz vor Eintritt in ein Spital für eine Abteilung zu entscheiden.

Wenn Sie mit einer Flex-Versicherung in der allgemeinen Abteilung behandelt werden möchten, sind in der Regel alle Kosten gedeckt. Wenn Sie hingegen eine Behandlung in einer halbprivaten oder privaten Abteilung bevorzugen, fällt ein Selbstbehalt an. Sie müssen also die Kosten bis zum vorgeschriebenen Betrag aus dem eigenen Portemonnaie begleichen.

Die Prämienunterschiede zwischen den Anbietern sind markant. So zahlt eine 30-jährige Flex-Versicherte je nach Anbieter Prämien zwischen rund 10 und mehr als 80 Franken pro Monat, ein 55-Jähriger zwischen rund 15 und 100 Franken pro Monat.

Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Krankenkassen nicht nur bezüglich der Prämien, sondern auch der Selbstbehalte sehr gross (vgl. untenstehende Auflistung). Es gilt die Faustregel: Je höher der Selbstbehalt, desto tiefer die Prämien.

Deshalb müssen Sie bei Flex-Versicherungen immer sowohl Prämien als auch Selbstbehalte vergleichen. Manche Versicherungen bieten mehrere Selbstbehalt-Varianten an. Im interaktiven Spitalvergleich von moneyland.ch finden Sie eine entsprechende Prämienübersicht.

Eine Flex-Versicherung kann sich lohnen, wenn Sie (zum Beispiel im Fall einer grösseren Operation) in den Genuss eines gehobenen Zimmer-Komforts oder einer freien Arzt- und Spitalwahl kommen möchten, aber nicht bereit sind, jedes Jahr hohe Prämien zu zahlen.

Vorteile der Flex-Versicherung:

  • Sie können sich je nach Behandlungsfall flexibel für die gewünschte Abteilung entscheiden. Sie können sich nach Wunsch auch in die private oder halbprivate Abteilung einweisen lassen.
     
  • Die Flex-Prämien sind wesentlich günstiger als im Fall einer halbprivaten oder privaten Spitalversicherung.

Nachteile der Flex-Versicherung:

  • Die Prämien sind teurer als bei einer einfachen allgemeinen Spitalzusatzversicherung.
     
  • Sie müssen sich an den anfallenden Kosten für eine Behandlung in der halbprivaten und privaten Abteilung beteiligen (Selbstbehalt).
     
  • Nicht immer besteht dieselbe freie Spital- und Arztwahl wie im Fall einer halbprivaten oder privaten Versicherung. Informieren Sie sich vorgängig bei der gewünschten Krankenkasse.

Im Folgenden sind die Selbstbehalt-Varianten der wichtigsten Krankenkassen aufgeführt:

Concordia Libero
Halbprivat: Selbstbehalt von mindestens 20%, maximal 2000 Franken pro Kalenderjahr
Privat: Selbstbehalt von mindestens 35%, maximal 4000 Franken pro Kalenderjahr

Groupe Mutuel Global Flex
Halbprivat: Selbstbehalt von mindestens 400 Franken pro Tag, maximal 4000 Franken pro Jahr
Privat: Selbstbehalt von mindestens 600 Franken pro Tag, maximal 5000 Franken pro Jahr

Groupe Mutuel H-Bonus
Halbprivat: Selbstbehalt von mindestens 100 Franken pro Tag, maximal 30 Tage pro Kalenderjahr
Privat: Selbstbehalt von mindestens 200 Franken pro Tag, maximal 20 Tage pro Kalenderjahr

Helsana Hospital Flex 1 (gilt auch für Progrès, Sansan)
Halbprivat: Selbstbehalt von mindestens 35%, maximal 3000 Franken pro Jahr
Privat: Selbstbehalt von mindestens 50%, maximal 9000 Franken pro Jahr

Helsana Hospital Flex 2 (gilt auch für Progrès, Sansan)
Halbprivat: Selbstbehalt von mindestens 20%, maximal 2000 Franken pro Jahr
Privat: Selbstbehalt von mindestens 35%, maximal 4000 Franken pro Jahr

Innova Switch (Varianten activa und sanvita)
Allgemein: Selbstbehalt von 10 Franken pro Tag, maximal 30 Tage pro Kalenderjahr
Halbprivat: Selbstbehalt von 75 Franken pro Tag, maximal 30 Tage pro Kalenderjahr
Privat: Selbstbehalt von 200 Franken pro Tag, maximal 30 Tage pro Kalenderjahr

Kolping Flex
Halbprivat: Selbstbehalt von 35%, maximal 2000 Franken pro Kalenderjahr
Privat: Selbstbehalt von 50%, maximal 4000 Franken pro Kalenderjahr

ÖKK Flex
Halbprivat: Selbstbehalt von 15%, maximal 1500 Franken pro Jahr
Privat: Selbstbehalt von 25%, maximal 4500 Franken pro Jahr

Visana Spital Flex Variante 2/4 (gilt auch für Sana 24, Vivacare)
Halbprivat: Selbstbehalt von 2000 Franken pro Kalenderjahr
Privat: Selbstbehalt von 4000 Franken pro Kalenderjahr

Visana Spital Flex Variante 4/8 (gilt auch für Sana 24, Vivacare)
Halbprivat: Selbstbehalt von 4000 Franken pro Kalenderjahr
Privat: Selbstbehalt von 8000 Franken pro Kalenderjahr

Sanitas Hospital
Halbprivat: Selbstbehalt von 75%, maximal 10'000 Franken
Privat: Selbstbehalt von 50%, maximal 20'000 Franken

Sympany Classic Flex (1)
Halbprivat: Selbstbehalt von 25%, maximal 3000 Franken pro Kalenderjahr

Sympany Classic Flex (2)
Halbprivat: Selbstbehalt von 15%, maximal 1500 Franken pro Kalenderjahr
Privat: Selbstbehalt von 25%, maximal 4000 Franken pro Kalenderjahr

Sympany Classic Flex (3)
Privat: Selbstbehalt von 20%, maximal 3000 Franken pro Kalenderjahr

Ihre Moneyland-Redaktion

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