Kredit- oder Debitkarte?

Kredit- und Debitkarten im Kosten- und Leistungsvergleich.

Was ist eine Debitkarte?

Bei der Debitkarte - häufig auch etwas veraltet als EC-Karte bezeichnet - wird der geschuldete Betrag umgehend vom Kontostand abgezogen. Sie ist direkt ans Privatkonto «angebunden» und deshalb als eine Privatkonto-Dienstleistung der Bank zu betrachten. In der Schweiz handelt es sich mehrheitlich um Maestro-Karten (früher EC-Karten). Seit 2014 wird von einigen Banken zusätzlich die V-Pay-Karte von Visa offeriert.

Viele Banken bieten neben der Maestro- oder V-Pay-Karte eine eigene kostenlose Bankkarte an, die häufig «Kontokarte» genannt wird. Die Kontokarte ermöglicht in der Regel nur den kostenlosen Bargeldbezug am Schalter und an den eigenen Bankomaten.

Die PostFinance bietet keine Maestro-Karte an, dafür die PostFinance Card. Diese erlaubt den Bargeldbezug an Bankomaten auch von Drittbanken im In- und Ausland. Allerdings sind Bezahlungen mit der PostFinance Card im Ausland nicht möglich.

Was kostet eine Debitkarte?

Die Debitkarte wird im Rahmen des Privatkontos erworben. Häufig wird für die Maestro-Karte eine jährliche Gebühr (zwischen 20 und 50 Franken) erhoben. Dazu kommen Transaktionsgebühren für Bargeldbezüge und Einkäufe im In- und Ausland.

Im Inland wird zwischen Bezügen an Automaten der eigenen Bank und von Fremdbanken unterschieden. Während Bezüge an Eigenautomaten immer kostenlos sind, verlangen viele Banken für den Bargeldbezug an Fremdautomaten Gebühren von 2 Franken pro Bezug.

Im Ausland kostet ein Bargeldbezug häufig 5 Franken (manchmal auch zwischen 3 und 5 Franken). Zusätzlich kann ein prozentualen Betrag dazukommen (häufig 0.25% bis 0.5%).

In seltenen Fällen (zum Beispiel im Rahmen von Jugendkonten) wird ganz auf eine Bargeldbezugsgebühr verzichtet. In aller Regel ist der Bargeldbezug per Maestro-Karte markant günstiger als per Kreditkarte – sowohl im In- als auch im Ausland.

Einkäufe im Inland in Schweizer Franken sind wie bei Kreditkarten praktisch immer kostenlos – für Einkäufe in Fremdwährungen (zum Beispiel im Ausland) fallen Bearbeitungsgebühren sowie Devisenumrechnungsgebühren an. Die Bearbeitungsgebühren variieren von Bank zu Bank, es kann sich um einen Prozentbetrag (zwischen 0 und 1.5%), einen fixen Gebührenbetrag (zwischen 0 und 2.50 Franken) oder eine Kombination von prozentualen und fixen Gebühren handeln.  

Was ist eine Kreditkarte?

Im Unterschied zur Debitkarte muss der geschuldete Betrag bei der Kreditkarte jeweils nicht sofort einem Konto belastet werden. Üblich sind zum Beispiel Kontobelastungen einmal pro Monat - wobei bei vielen Kreditkarten eine Teilzahlungsoption besteht.

Eine Kreditkarte kann häufig auch losgelöst vom Privatkonto bei einer Kreditkartenfirma abgeschlossen werden – für die Kontobelastung des Kreditkartenbetrags kann beispielsweise ein Lastschriftverfahren (LSV/LSV+) eingerichtet werden.

Was kostet eine Kreditkarte?

Häufig wird für die Kreditkarte eine jährliche Gebühr erhoben – diese kann deutlich teurer sein als die Debitkarte. Dazu kommen Transaktionsgebühren für Bargeldbezüge und Einkäufe im In- und Ausland. Bargeldbezugsgebühren sind nicht selten mehr als doppelt so hoch wie bei Debitkarten.

Einkäufe im Inland in Schweizer Franken sind wie bei Debitkarten praktisch immer kostenlos – im Fall von Cashback-Karten erhält der Karteninhaber sogar noch einen Betrag des Einkaufs gutgeschrieben. Für Einkäufe in Fremdwährungen (zum Beispiel im Ausland) fallen Gebühren an. Diese setzen sich aus einer Bearbeitungsgebühr für Fremdwährungen sowie Umrechnungsgebühren zusammen. Die Bearbeitungsgebühr beträgt zwischen 1.2% und 2.5% des Kaufbetrags, dazu kommen Devisenumrechnungsgebühren.

Debit- und Kreditkarten im Vergleich

Eine Debitkarte lohnt sich für den Bargeldbezug im In- und Ausland, wo die Kreditkarte deutlich mehr kostet. Für den Einkauf im Inland in Schweizer Franken können sowohl Debit- und Kreditkarten kostenlos benutzt werden – wobei sich im Fall von Kreditkarten mit umsatzabhängigen Bonussystemen wie Cashback, Einkaufsgutschriften oder Rabatten ein Einkauf mit der Kreditkarte lohnt.

Für den Einkauf in Fremdwährungen im Ausland ist der Unterschied weniger ausgeprägt. Es gilt aber die allgemeine Faustregel, dass grössere Beträge besser mit der Debitkarte bezahlt werden, während man für kleinere Beträge mit der Kreditkarte günstiger fahren kann. Es variiert aber je nach Anbieter der Debit- und Kreditkarte, wie gross dieser Grenzbetrag ist. Häufig sind Debitkarten ab ungefähr 100 bis 200 Franken für Auslandkäufe die günstigere Lösung.

Auch die Jahresgebühren variieren je nach Karte beträchtlich. Im Durchschnitt sind allerdings die Debitkarten günstiger zu haben. Dafür bieten nur Kreditkarten zusätzliche Leistungen wie Versicherungen oder Bonussysteme.

Auf jeden Fall lohnt sich ein individueller Vergleich – die Vergleiche auf moneyland.ch berücksichtigen alle anfallenden Kosten sowie zusätzliche Dienstleistungen.

Weiterführende Informationen:
Zum Privatkonto- und Debitkarten-Vergleich
Zum Kreditkartenvergleich

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