Kreditkarten: ist kontaktloses Bezahlen sicher?

Erfahren Sie jetzt von der Moneyland-Redaktion, was Sie alles rund um das Thema Sicherheit und kontaktloses Bezahlen in der Schweiz wissen müssen.

Experten sind sich einig, dass dem kontaktlosen Bezahlen die Zukunft gehört. Dahinter steckt die so genannte NFC-Technologie, die auf kurze Distanz von einigen Zentimetern die Übertragung der nötigen Zahlungsinformationen ermöglicht.

Mit dem neuen NFC-Chip ist das kontakt- und bargeldlose Bezahlen per Kreditkarte, Bankkarte oder Handy ohne PIN-Eingabe oder Unterschrift möglich. Die damit verbundene zeitliche Ersparnis ist sowohl für den Händler als auch für den Kunden praktisch.

NFC-Technologie bei Kreditkarten bald Standard

Das kontaktlose Bezahlen ist auch in der Schweiz im Vormarsch: Bereits sind mehr als 2 Millionen Schweizer Kreditkarten mit NFC-Technologie im Umlauf. Auf Kreditkarten erkennt man die Technologie anhand eines Symbols mit vier Funkwellen.

Schritt für Schritt werden nun alle Schweizer Kreditkarten mit der neuen Technologie ausgerüstet – je nach Kreditkarten-Herausgeber unterschiedlich rasch. Bei Cembra Money Bank wurden alle Kreditkarten bereits 2014, bei Cornèrcard bis und mit 2015, bei UBS, PostFinance, Swisscard, Bonuscard und Viseca bis und mit 2016 umgerüstet.

Kontaktlose Zahlungen bis 40 Franken

Mit NFC-fähigen Kreditkarten können Sie mittlerweile bereits an allen Kassen von Migros, McDonald’s, Starbucks, Ikea oder Valora-Kiosken zahlen. Beim Schweizer Lebensmittelriesen Migros etwa sind schon mehr als 20 Prozent der Kreditkartenzahlungen kontaktlos, bei den Self-Check-Out-Kassen sogar schon 40 Prozent. Tendenz steigend. Allerdings sind die kontaktlosen Zahlungen bis jetzt noch eingeschränkt auf Beträge bis maximal 40 Franken pro Einkauf.

Schweizer Debitkarten mit NFC

Den richtigen Durchbruch des kontaktlosen Bezahlens in der Schweiz wird mit der NFC-Befähigung aller Bank-Debitkarten wie Maestro- und PostFinance-Karten einsetzen. Momentan sind vor allem Kreditkarten mit den nötigen Chips ausgerüstet. Die erste Bank mit einer NCF-fähigen Debitkarte war die Hypothekarbank Lenzburg mit Ihrer Visa-Debitkarte.

Mittlerweile geben auch die anderen Banken Gas: So befähigte die PostFinance ab Sommer 2015 ihre PostFinance-Karten mit einer Kontaktlos-Funktion. Auch andere grosse Banken wie die Credit Suisse und ZKB rüsteten ihre Karten ab 2016 aus.

Mobile Payments in der Schweiz

Zwar gibt es schon rund 1 Million NFC-fähige Smartphones in der Schweiz. Der kontaktlose Zahlungsverkehr per Handy steckt aber noch in den Kinderschuhen. Dies dürfte sich mit der Lancierung von Apple Pay in der Schweiz ändern.

Sicherheit beim kontaktlosen Bezahlen

Mit der wachsenden Verbreitung der neuen Bezahlmöglichkeit gibt es auch neue Risiken. Sicherheitsexperten bemängeln die existierenden Sicherheitslücken. Mit der entsprechenden Ausrüstung wie Funkkarten-Scanner oder einem Programm auf einem NFC-fähigen Smartphone können Datendiebe die Kartendaten ausspionieren.

Zu den gespeicherten Daten gehören die Kartennummer, das Verfalldatum und bei Visa-Karten den Name des Kartenbesitzers. Nicht gespeichert ist die dreistellige Kartenprüfnummer.

Datenklau aus unmittelbarer Nähe

Die Spionage ist zwar nur in unmittelbarer Nähe von wenigen Zentimetern möglich; bei gängigen Smartphones mit NFC-Technologie darf der Abstand momentan nur maximal 4 Zentimeter betragen. Ein Portemonnaie oder Kleider können die nötige Mindestdistanz noch verringern. Mit der entsprechenden Spezial-Technologie können die Daten mittlerweile aber auch aus Entfernungen bis zu 20 Zentimetern gelesen werden.

Datendiebe könnten vor allem im Gedränge auf der Strasse, im Einkaufszentrum oder im öffentlichen Verkehr unbemerkt zuschlagen. Mit den erbeuteten Nummern können die Langfinger nachträglich Online-Käufe auf Ihre Kosten tätigen.

Die Angabe der dreistelligen Prüfnummer ist nämlich nicht bei allen E-Commerce-Shops nötig. So verlangt zum Beispiel Amazon keine solche Angabe. Bei Online-Shops, die eine dreistellige Kennnummer verlangen, ist ein Missbrauch unwahrscheinlich, aber aufgrund der geringen Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten nicht unmöglich.

Risiko Kartendiebstahl

Ein zweites Risiko besteht im Diebstahl Ihrer NFC-Kreditkarte. Mit der gestohlenen Kreditkarte kann der Kartendieb mehrere Einkäufe ohne PIN und Unterschrift tätigen. Bestimmte Kreditkarten-Herausgeber minimieren dieses Risiko, indem Sie nach «auffälligen Transaktionen» die Eingabe eines PIN-Codes verlangen.

Missbrauchsfall: Sofort melden

Wichtig zu wissen: Grundsätzlich trägt der Kartenherausgeber das Risiko bei Missbrauch durch Dritte, sofern sich der Kunde an die Sorgfaltspflicht gehalten hat. Der Schaden wird Ihnen also rückvergütet, sofern Sie Ihre Sorgfaltspflichten nicht verletzt und den Schaden zeitig gemeldet haben.

Melden Sie deshalb bei Kartenverlust oder verdächtigen Transaktionen auf Ihrer Kartenabrechnung den Missbrauchsverdacht umgehend und lassen Sie Ihre Karten sperren.

Sichere Schutzhüllen für Kreditkarten

Wer zukünftig aus Sicherheitsbedenken auf eine NFC-Karte verzichten möchte, wird es schwierig haben. Die meisten Kreditkarten werden mit NFC-Chips ausgestattet sein. Ausnahmen kann es geben. Nicht mit NFC-Chip versehen werden beispielsweise die UBS Basic Card sowie die MasterCard Gold International der UBS.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich mit spionagesicheren Portemonnaies oder Schutzhüllen für Kreditkarten ausrüsten. So lassen sich Ihre Kreditkartendaten mit den NFC/RFID-Schutzhüllen des Schweizer Anbieters Swicure gegen unbefugten Zugriff abschirmen.

Ihre Moneyland-Redaktion

Weitere Informationen:
Kreditkarten in der Schweiz
Apple Pay in der Schweiz

Über das Moneyland-Magazin

Das Moneyland-Magazin informiert Sie kompetent über eine Vielzahl von Finanzthemen. Neben Hintergrundartikeln und Interviews mit Experten finden Sie diverse praktische Hilfestellungen, um sich im täglichen Finanzdschungel zurecht zu finden.

  • Radio 24
  • Radio 1
  • Tages-Anzeiger
  • Cash
  • SRF
  • NZZ
  • Handelszeitung
  • 20 Minuten
  • Bilanz
  • Finews