Mieten oder kaufen?

Mieten oder kaufen? Die klassische Frage ist nicht immer einfach zu beantworten. Die Moneyland-Redaktion liefert Ihnen im Folgenden hilfreiche Entscheidungsgrundlagen.

Viele Schweizerinnen und Schweizer beschäftigen sich irgendwann einmal mit der Frage, ob sich der Erwerb von Wohneigentum lohnt. Oder ist die klassische Miete doch die bessere Alternative?

Die Frage ist nicht immer einfach zu beantworten und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Prinzipiell sollten alle anfallenden Kosten im Fall eines Kaufs den Mietkosten gegenübergestellt werden.

Im Fall eines Kaufs fallen folgende Kosten an:

  • Jährlicher Hypothekarzins: Für die Hochrechnung der Hypothekarkosten können die aktuellen Hypotheken-Richtzinsen als Anhaltspunkt dienen.
  • Jährliche Nebenkosten: Sammelbegriff für diverse Kostenpunkte, darunter Heizkosten, Stromkosten, Wasserkosten, Kosten für Gebäudeversicherungsprämien und Hauswartung sowie allfällige Verwaltungskosten.
  • Jährliche Unterhaltskosten (für Reparaturen oder Renovationen).
  • Allfällige kosten im Rahmen einer Amortisation.
  • Einmalige Steuern, Abgaben und Gebühren wie Handänderungssteuer sowie Notariats- und Grundbuchgebühren.

Im Mietszenario hingegen fallen folgende Kosten an:

  • Nettomiete: Eigentlicher Mietzins.
  • Mietnebenkosten.
  • Möglicherweise weitere mit der Miete verbundene Kosten wie Prämien für Mietkautionsversicherungen.

Bedenken Sie im Fall eines tiefen Hypothekarzins-Umfelds daran, dass die Zinssätze wieder steigen werden. Wenn Sie sich für den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses entscheiden, sollten für Sie also auch höhere Zinssätze in Zukunft tragbar sein.

Im Kaufszenario ist der Hypothekarzins ein wesentlicher Kostenpunkt: Vergleichen Sie dafür die aktuellen Hypotheken-Richtzinsen verschiedener Anbieter. Gerade im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld können jedoch die übrigen Kosten wesentlich stärker ins Gewicht fallen. Nutzen Sie deshalb den umfangreichen Mieten-oder-Kaufen-Rechner für eine Gesamtrechnung. Dieser berücksichtigt auch Steuervorteile sowie allfällige Wertzunahmen oder Wertabnahmen der Immobilie.

Faktoren, die für ein Mietobjekt sprechen können:

  • Mehr Mobilität: Wenn Sie mobil bleiben möchten und in Erwägung ziehen, in den kommenden Jahren den Wohnort oder den Arbeitsplatz zu wechseln, «fahren» Sie mit einer Mietwohnung besser. Diese kann im Gegensatz zum gekauften Wohnobjekt verhältnismässig kurzfristig gekündet werden.
     
  • Weniger Administration: Ein gekauftes Wohnobjekt bringt häufig ziemlich viel «Papierkram» mit sich. Auch kleinere Reparaturen und Verwaltungsaufgaben müssen in der Regel selbst bewältigt werden. Als Mieter müssen Sie sich mit solchen administrativen Aufgaben für gewöhnlich nicht herumschlagen.
     
  • Weniger Verpflichtungen: Wohneigentum verpflichtet deutlich stärker als ein einfaches Mietverhältnis. Mit einer Hypothek verschulden sich Wohneigentümer in einem hohen Mass. Für viele ist das eine ganz neue Situation.
     
  • Keine Eigenmittel: Als Miete benötigen Sie keine hohen Eigenmittel. Selbst wenn Sie Eigenmittel haben, können diese unter Umständen profitabler als im Rahmen einer Hypothek angelegt werden.

Faktoren, die für ein Kaufobjekt sprechen können:

  • Geringere Kosten: Wohneigentum kann für den vergleichbaren Standard günstiger sein als ein Mietobjekt. Das kommt allerdings auf eine Vielzahl von Faktoren wie Zinsumfeld, Höhe der Hypothek oder Objektzustand an.
     
  • Zusätzliche Vermögensanlage: Wohneigentum eignet sich zusätzlich als längerfristige Anlage und Inflationsschutz. Wie bei allen Investitionen gehen Sie auch hier natürlich ein Risiko ein.
     
  • Mehr Lebensqualität: Wohneigentum kann im Idealfall mit mehr Lebensqualität einhergehen. So können Sie Ihre vier Wände selbst nach Lust und Laune um- und ausbauen (natürlich innerhalb des gesetzlich erlaubten Rahmens). Künden kann Ihnen die Wohnung oder das Haus auch niemand mehr.
     
  • Mögliche Steuerersparnisse: Ein weiterer Vorteil eines Kaufobjekts können mögliche Steuerersparnisse sein. Eine Hypothek bringt jedoch längst nicht in jedem Fall Steuererleichterungen mit sich. Ob Sie mit einem Kaufobjekt Steuern einsparen oder nicht, ist unter anderem abhängig von Ihrem Verschuldungsgrad (Belehnung). Ein hoher Verschuldungsgrad wirkt sich positiv auf die Einkommenssteuer aus. Bedenken Sie jedoch, dass Sie in diesem Fall auch mehr Hypothekarzinsen bezahlen müssen. Der Rechner zum Thema «Kaufen oder Mieten» von moneyland.ch berücksichtigt auch mögliche Steuervorteile.

Ihre Redaktion von moneyland.ch

Weiterführende Informationen:
Kaufen oder Mieten? Der grosse Rechner von moneyland.ch
Hypothekenvergleich der Schweiz

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