Prepaid-Karten im Vergleich

Was sind eigentlich Prepaid-Karten? Was unterscheidet sie von herkömmlichen Schweizer Kreditkarten? Lohnen sie sich? Die Moneyland-Redaktion hat die Antworten.

In der Schweiz sind Prepaid-Karten im Vergleich zu Kreditkarten immer noch deutlich in der Unterzahl. Allerdings werden die Karten wieder stärker von den Karteninstituten beworben und in Umlauf gebracht.

So bedient Viseca bereits über 200'000, PostFinance über 70'000 aktive Prepaid-Karten. Auch alle anderen wichtigen Kartenherausgeberinnen – Cornèrcard, Cembra Money Bank, BonusCard, Swisscard, UBS und Swiss Bankers – verfügen über Prepaid-Karten.

Was unterscheidet Schweizer Prepaid- von Kreditkarten?

Im Unterschied zu Kreditkarten können Sie mit Prepaid-Karten nicht auf Kredit bezahlen. Sie müssen die Karte jeweils mit einem Guthaben aufladen, bevor Sie diese nutzen können.

Eine Teilzahlungsoption ist damit nicht möglich. Mit Ihrer Prepaid-Karte können Sie nur solange und so viel bezahlen, bis Ihr Guthaben aufgebraucht ist. (Eine automatische LSV-Anbindung an Ihr Konto ist bei bestimmten Prepaid-Karten möglich, allerdings nur für automatische Vorauszahlungen.)

Wie bei Kreditkarten variiert es von Karte zu Karte, ob Sie ein Bankkonto benötigen. Kein Konto brauchen Sie für Prepaid-Karten von Cornèrcard, Viseca, Paysafecard (Yuna To Go) und Valora (ok.- Prepaid MasterCard).

Was kostet eine Schweizer Prepaid-Karte?

Wie Kreditkarten werden auch bei Prepaid-Karten in der Regel Jahresgebühren fällig. Diese betragen allerdings maximal 50 Franken pro Jahr und entfallen für Jugendliche und Personen in Ausbildung bis 30 Jahre meistens.

Im Unterschied zu Kreditkarten kommen bei Prepaid-Karten so genannte Aufladungs- oder Upload-Gebühren hinzu. Diese werden immer dann fällig, wenn Sie ein neues Guthaben auf Ihre Karte laden.

Je nach Karte fallen unterschiedliche Aufladungs-Gebühren an:

  • 2 Franken pro Aufladung (Beispiel Cornèrcard).
  • 1% des Betrags (Beispiele Credit Suisse MasterCard Prepaid).
  • 1% des Betrags, aber mindestens 5 Franken (Beispiel Viseca).
  • 4% des Betrags, mindestens 2 Franken (Valora ok.- Prepaid MasterCard).
  • 6% des Betrags (Yuna To Go).
  • Keine Gebühren (PostFinance MasterCard Value).

Aufladungen können also je nach Karte ganz schön ins Geld gehen. Im Kreditkarten- und Prepaid-Karten-Vergleich von moneyland.ch können Sie die Anzahl Uploads pro Jahr unter «individuelle Angaben» eingeben. Die Kosten auf der Resultatseite sind in der Aufschlüsselung unter Upload-Gebühren transparent einzusehen.

Fremdwährungsgebühren und Bargeldbezüge

Wie für Kreditkarten gilt auch für Prepaid-Karten: beziehen Sie kein Bargeld! Dafür eignet sich die günstigere Debitkarte wesentlich besser. Mit der Prepaid-Karte fallen sonst hohe Gebühren von 2.5 bis 3.75% und mindestens 5 bis 6 Franken (Inland) bis zu 10 Franken (Ausland) pro Bezug an.

Für Zahlungen in einer Fremdwährung – etwa in den Ferien – gibt es grosse Unterschiede zwischen den Prepaid-Anbietern. Dabei fallen so genannte Bearbeitungsgebühren bis zu 2 Prozent an. Hinzu kommen – ebenso entscheidend – Fremdwährungsumrechnungsgebühren, die sogar mehr als 2 Prozent betragen können. Hier lohnt sich der entsprechende Vergleich.

Alle Prepaid-Karten können Sie im Rahmen des Kredit- und Prepaid-Karten-Tools von moneyland.ch vergleichen und diese nach Kosten und Leistungen sortieren. Wählen Sie hierfür unter der Resultatseite unter «Kartentyp» das Filterkriterium «Prepaid» an.

Der Vergleich räumt auch mit der oft gehörten Behauptung auf, dass Prepaid-Karten grundsätzlich günstiger sind als Kreditkarten. Im Gegenteil: Je nach Nutzerprofil gibt es fast immer eine Kreditkarte, die noch günstiger als die günstigste Prepaid-Karte ist. Entscheidend sind eben nicht nur die Jahresgebühren, sondern die Summe aller Kosten, die anfallen.

Was leistet eine Prepaid-Karte?

Prepaid-Karten leisten etwas weniger als die durchschnittliche Kreditkarte. So sind Prepaid-Karten in der Regel gar nicht oder nur spärlich mit Bonus- und Versicherungsleistungen bestückt. Eine Leistungsübersicht finden Sie auf der Resultatseite des Karten-Vergleichs, wo Sie die Prepaid-Karten nicht nur nach Kosten, sondern auch nach Leistungen sortieren können.

Jugendliche und Studenten im Visier

Besonders viele Prepaid-Karten-Besitzerinnen sind Jugendliche und Studenten. Das hat auch damit zu tun, dass die Banken diese häufig gratis und bereits ab einem Alter von 12 bis 14 Jahren an ihre Hoffnungsträger abgeben. Kreditkarten dagegen sind erst ab 18 Jahren erhältlich.

Auch von Erwachsenen, die – zum Beispiel aufgrund einer Betreibung – keine Kreditkarte mehr erhalten, werden Prepaid-Karten als Alternative genutzt.

Während Banken die Generation der Zukunft bereits in jungen Jahren ans bargeldlose Bezahlen heranführen möchten, haben Prepaid-Karten für Jugendliche den Vorteil, dass sie frühzeitig über eine eigene Karte verfügen.

Auch von Pädagogen werden Prepaid-Karten häufig befürwortet, da diese einen gewissen Schutz davor bieten, über den eigenen Verhältnissen zu leben. Auch die Eltern können die Konsumation ihrer Sprösslinge nach Wunsch kontrollieren und die Karte bei Bedarf auch aus der Ferne aufladen oder sperren.

Ihre Moneyland-Redaktion

Weiterführende Informationen:
Kreditkarte- und Prepaidkarten-Vergleich der Schweiz

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