Swiss Fund Platform: Fondsplattform für Vermögensverwalter

Michael Däppen ist Managing Director der Swiss Fund Platform AG. Die Redaktion befragte Michael Däppen zum eigenen Finanz-Startup und zu kommenden Innovationen in der Vermögensverwaltung.

Redaktion: Letztes Jahr sind Sie mit Ihrem Finanz-Startup Swiss Fund Platform gestartet. Was ist die Idee dahinter?

Michael Däppen: Die Swiss Fund Platform AG ist eine unabhängige Schweizer Fondsplattform. Die Dienstleistungen der Swiss Fund Platform verbinden die Bedürfnisse der unabhängigen Vermögensverwalter sowie weiteren Finanzintermediären mit den Bedürfnissen der Fondsanbieter.

Mit einer ihrer ersten Dienstleistungen unterstützt die Swiss Fund Platform ihre Kunden im Bereich der Bestandespflegekommissionen bei kollektiven Kapitalanlagen. Hierbei bieten wir die Transparenz, die Vermögensverwalter benötigen, um die Interessenkonflikte gegenüber ihren Kunden zu minimieren und den regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden.

Was unterscheidet Ihre Fondsplattform von bankeigenen Fonds-Plattformen?

Die Swiss Fund Platform unterscheidet sich primär durch deren Unabhängigkeit sowie deren Transparenz. Einerseits ist das Fondsuniversum nicht wie bei anderen Fondsplattformen beschränkt, sondern hängt ganz wesentlich von den Bedürfnissen der Kunden ab. Andererseits bieten wir vollständige Transparenz bezüglich Konditionen. In Zukunft werden wir unseren Kunden auch weitere Dienstleistungen anbieten, die über das reine Abrechnen von Bestandespflegekommissionen hinausgehen.

Welches ist Ihr Geschäftsmodell – wie verdienen Sie Geld?

Unabhängige Vermögensverwalter, institutionelle Kunden und Family Offices müssen sich auf ihre Kernkompetenz, das Verwalten von Vermögen, konzentrieren. Dabei unterstützen wir sie als Outsourcing-Partner bezüglich des Anlageprozesses bei kollektiven Kapitalanlagen.

Mit unserer ersten Dienstleistung, dem Abrechnen von Bestandespflegekommissionen, spart der Vermögensverwalter Zeit und Kosten und kann seine Erträge steigern. Die Swiss Fund Platform erhält einen prozentualen Anteil an den vereinnahmten Bestandespflegekommissionen.

Finanzwissenschaftler heben die Vorteile des passiven Investierens – etwa mittels Exchange Traded Fonds (ETF) – hervor. Haben aktive Anlagefonds denn überhaupt noch Vorteile für den Anleger?

Die Swiss Fund Platform AG ist bezüglich Anlageinstrumente unabhängig und gibt keine Empfehlungen ab. Wie jedes Anlageinstrument haben aber auch aktive Anlagefonds ihre Vor- und Nachteile. Die Wissenschaft deutet darauf hin, dass in entwickelten Märkten wie zum Beispiel in der Schweiz oder in den USA keine Überrendite mittels aktiven Investierens erzielt werden kann und daher tendenziell passive Instrumente zu bevorzugen sind.

Im Fall von weniger entwickelten Märkten wie zum Beispiel Schwellenländern kann jedoch ein begabter Manager vorhandene Ineffizienzen ausnutzen und eine Überrendite erzielen. Zudem kann mit aktiven Anlagefonds in bestimmte Märkte oder Themen investiert werden, die ansonsten nur schwer zugänglich sind. Auch weisen ETF längst nicht nur Vorteile auf.

So weist zum Beispiel das Financial Stability Board (FSB) darauf hin, dass das rasante Wachstum sowie die Produktinnovationen im ETF-Markt die Finanzstabilität gefährden könnten. Entscheidend ist schlussendlich, dass das gewählte Anlageinstrument in die Anlagestrategie des Kunden passt.

Die Finanzwelt ist – nicht zuletzt aufgrund neuer Informationstechnologien – im Umbruch. Wo sehen Sie die grössten kommenden Umwälzungen in der Finanzindustrie?

Die Wertschöpfungskette in der Finanzindustrie dürfte weiter aufgebrochen werden. Finanzinstitute werden sich in Zukunft auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und sich somit auf Teile der Wertschöpfungskette fokussieren müssen. Die Finanzunternehmen müssen sich über ihre Sourcing-Strategie klar werden.

Auch die Financial Literacy nimmt weiter zu; die Forderung nach Preis- und Leistungs-Transparenz verstärkt sich. Zugleich steigen die aufsichtsrechtlichen Anforderungen massiv. Diese Veränderungen erhöhen den Kostendruck und führen zu einer Margenerosion. Eigenkapitalrenditen von über 20 Prozent gehören der Vergangenheit an und werden sich in Zukunft eher zwischen 5 und 10 Prozent bewegen.

Auch neue Informationstechnologien wie zum Beispiel soziale Medien werden einen bedeutenden Einfluss auf die Geschäftsmodelle der Finanzinstitute sowie die Beziehung zwischen Kunden und Unternehmen haben. Bedauerlicherweise nutzen die meisten Finanzunternehmen diese Kanäle noch sehr verhalten. Es bleibt zu hoffen, dass sie hier den Anschluss nicht verpassen.

8. Februar 2013

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