Vermögensverwalter: Vor- und Nachteile

Vor- und Nachteile einer klassischen Vermögensverwaltung im Überblick.

Vermögensverwaltung – auch Finanzportfolioverwaltung oder im Englischen Discretionary Management genannt – bezeichnet das Treffen von Anlageentscheidungen für Kunden durch eine dritte Person. Das kann im Rahmen eines Private-Banking-Mandats oder einer bankenunabhängigen Vermögensverwaltung geschehen.

Im Unterschied zur Vermögensverwaltung werden bei der Vermögens- und Anlageberatung – im Englischen üblicherweise als Advisory Management bezeichnet – zwar Anlageentscheide empfohlen, die Verantwortung der Ausführung liegt bei dieser allerdings beim Kunden.

Als mögliche Kundenvorteile der traditionellen Vermögensverwaltung (Discretionary Management) sind fünf Faktoren hervorzuheben, wobei je nach Vermögensverwalter oder Bank die Qualität und Ausprägung der Vorteile markant variieren.

1. Investment-Expertise

Erstens können Privatkunden von der professionellen Expertise hinsichtlich Anlageentscheidungen – im Idealfall mit Berücksichtigung der individuellen Kundenbedürfnisse – profitieren.

Dazu gehört die sachgerechte Ermittlung des Kundenprofils im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs. Das Kundenprofil beinhaltet nicht nur Kundenwünsche und individuelle Eigenheiten, sondern auch das Risikoprofil – also sowohl die Risikofähigkeit als auch die Risikotoleranz des Kunden.

Auf dem Kundenprofil aufbauend gilt es für den Vermögensverwalter, eine passende und risikoadjustierte Anlageallokation zusammenzustellen – also eine Aufteilung der Anlagen in verschiedene Anlageklassen wie beispielsweise Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Rohstoffe oder Währungen.

Im Fall einer aktiven Anlagephilosophie wird zudem die Expertise hervorgehoben, innerhalb der Anlageklassen die richtigen Einzelanlagen auszuwählen – beispielsweise in Form eines gezielten Kaufs spezifischer Einzelaktien im Rahmen einer Fundamentalanalyse.

2. Ausführung und Überwachung der Investments

Zweitens übernimmt der Vermögensverwalter die Ausführung der Investmentstrategie: So
weiss der Vermögensverwalter im Idealfall, wo und wie er die ausgewählten Anlageprodukte am besten kaufen und verkaufen kann und führt die Transaktionen für den Kunden aus. Das Anlageportfolio wird überwacht und wenn nötig umgeschichtet (Rebalancing).

3. Exklusiver Zugang

Drittens werben einige Vermögensverwalter mit einem exklusiven Zugang zu Finanzprodukten und Finanzdienstleistungen – zum Beispiel zu Unternehmensanteilen, speziellen Pre-IPO-Angeboten oder schwierig erhältlichen Beratungsdienstleistungen. Mit der zunehmenden weltweiten Transparenz auf den Finanzmärkten wird ein solcher exklusiver Zugang allerdings zunehmend in Frage gestellt.

4. Alles aus einer Hand

Ein vierter Vorteil besteht im integrierten Angebot an Dienstleistungen «aus einer Hand». Ein Vermögensverwalter ist oft nicht nur für die eigentlichen Anlageentscheidungen verantwortlich, sondern realisiert und koordiniert zudem weitere vermögensrelevante Dienstleistungen wie etwa Steuer-, Vorsorge- oder Erbschaftsberatungen.

5. Zeitersparnis

Fünftens können Vermögensverwaltungskunden dank den angebotenen Dienstleistungen – also in erster Linie den getroffenen Anlageentscheidungen und deren Ausführungen – Zeit sparen. Bei einer selbstständig durchgeführten Vermögensverwaltung entsteht selbst für den kompetenten Anleger ein Mehraufwand aufgrund von Recherchen und der Ausführung der nötigen Transaktionen.

Als mögliche Nachteile der Vermögensverwaltung sind vor allem zwei Faktoren zu sehen:

1. Kosten

Kosten können einen erheblichen Nachteil der klassischen Vermögensverwaltung darstellen. Dabei können eine Reihe verschiedener Gebühren anfallen, welche die Rendite «wegfressen». Der Kunde ist deshalb gut beraten, im Voraus Offerten einzuholen und sich gut zu überlegen, was ihm die angebotenen Leistungen wirklich wert sind.

2. Aktive Vermögensverwaltung

Die häufig hohen Kosten der aktiven Vermögensverwaltung geraten aufgrund von kostengünstigen Online-Broker-Angeboten und passiven ETF-Produkten zunehmend unter Druck.

Diverse Studien haben gezeigt, dass es den meisten aktiven Vermögensverwalter nicht gelingt, den Marktindex über längere Zeit zu schlagen. Als Alternative integrierten immer mehr Vermögensverwalter ETF-Produkte in das Kundenportfolio.

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