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ELVIA eInvest: «Markt für digitale Anlagelösungen wächst rasant»

Was zeichnet den neuen digitalen Vermögensverwalter von Allianz Suisse aus? Interview mit Klaus Thaler, CEO der ELVIA eInvest.

Klaus Thaler ist seit Mitte 2017 CEO der ELVIA eInvest. Zuvor war bei der Baloise Group im Risikomanagement tätig und ab 2013 bei der Allianz Suisse für verschiedene Projekte zuständig. Klaus Thaler hat an der Universität Zürich sein Master-Studium in Banking & Finance abgeschlossen.

Allianz hat nun ebenfalls einen Schweizer «Robo Advisor» lanciert. Wie kommt eine Versicherung auf die Idee, im Bereich digitale Vermögensverwaltung tätig zu werden?

Klaus Thaler: Die Allianz Gruppe ist schon heute einer der grössten Vermögensverwalter der Welt. Da liegt es nahe, diese Erfahrungen und Kompetenzen auch Privatkunden zugänglich zu machen. Zumal der Bedarf an günstigen Anlagelösungen wie ETF immer weiter steigt, auch in der Schweiz. Mit ELVIA eInvest schafft die Allianz Suisse die Möglichkeit, in diese Instrumente zu investieren – und das mit nur wenigen Mausklicks.

An welche Zielgruppe wenden Sie sich?

Digitale Vermögensverwaltung ist für alle Privatanleger sinnvoll, die ihr Vermögen langfristig anlegen möchten. Gerade diese Anleger sollten bei ihren Anlageentscheiden auf tiefe Kosten achten. Speziell im Fokus sind bei uns onlineaffine Kundinnen und Kunden, die neben einer kostengünstigen auch eine einfache und unkomplizierte Geldanlage suchen.

Wie sehen Sie die Chancen auf dem Schweizer Markt?

Wir sehen, dass der Markt für digitale Anlagelösungen rasant wächst. Immer mehr Kunden favorisieren dabei digitale Lösungen. Zudem lässt die wachsende Vorsorgelücke die Nachfrage nach privaten Investitionslösungen stetig ansteigen, die heutzutage einfach und flexibel sein müssen.

Es gibt bereits einige Schweizer Robo Advisor. Wie unterscheidet sich Ihr Angebot von der Konkurrenz?

Unser Angebot ist günstig, einfach und verlässlich. Kunden können nur bei uns in wenigen Minuten die für sie geeignete Anlagestrategie ermitteln. Diese steht ihnen im Gegensatz zu vielen Banken und Vermögensverwaltern zudem bereits ab 5'000 Franken zur Verfügung. Unser Angebot ist eines der kostengünstigsten im Markt. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn man die tiefen ETF-Produktkosten mit einrechnet und berücksichtigt, dass bei uns keine weiteren Nebenkosten wie Ausgabeaufschläge oder Mehrwertsteuer hinzukommen. Von Fintechs unterscheidet uns insbesondere, dass wir auf die Erfahrung sowie die Stabilität und Standards der Allianz als eine der weltweit grössten Vermögensverwalter zurückgreifen können.

Digitale Vermögensverwaltung ist für viele Schweizer Kunden, die sich bezüglich neuer Angebote eher schwerfällig verhalten, noch ungewohnt. Wie kommen Sie zu neuen Kunden?

Die Allianz Suisse hat als eine der führenden Versicherungsgesellschaften der Schweiz mehr als eine Million Kunden – da ergeben sich zwangsläufig Schnittmengen. Darüber hinaus werden wir durch gezieltes Online-Marketing und über Social Media neue Kunden gewinnen – hier bleiben wir unserer digitalen Linie treu. Aber wir planen auch Seminare und Vorträge, um Kunden für das Thema Kosten bei der Vermögensanlage zu sensibilisieren und gleichzeitig im persönlichen Gespräch von unserem Angebot zu überzeugen.

Können sich Synergien mit Ihren Versicherungsangeboten ergeben?

Natürlich ergeben sich Synergieeffekte, denn die Allianz Suisse ist ja nicht nur im Versicherungsbereich, sondern auch im Bereich Vorsorge ein führender Player. Und wer bei der Direktmarke ELVIA nach einer Motorfahrzeug- oder Haushaltsversicherung sucht, wird neu auch in der digitalen Vermögensverwaltung fündig. Als ELVIA eInvest sind wir ein «Schnellboot», das Innovationen wie zum Beispiel Video-Identifikation und digitale Signatur rasch und konsequent vorantreiben kann. Davon profitieren sowohl unsere Muttergesellschaft als auch unsere Kunden.

Mit welcher Depotbank arbeiten Sie zusammen?

Wir arbeiten mit der Saxo Bank (Schweiz) zusammen, welche als digitaler Vorreiter im Banking unsere Vision einer voll digitalen Lösung konsequent unterstützt.

In welche Anlageklassen und Produkte investieren Sie?

Wir haben aktuell neun Anlageklassen wie Aktien Schweiz, Aktien USA oder Unternehmensanleihen Schweiz ausgewählt, um verschiedene Anlagestrategien unserer Kunden abbilden zu können. In diese investieren wir ausschliesslich mittels ETF.

Wie hoch sind die Kosten für Anleger?

Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt nur 0,55 Prozent des durchschnittlichen Depotwerts. Dabei wollen wir auch einen neuen Standard hinsichtlich Transparenz setzen. Deshalb ist in dieser Gebühr im Gegensatz zu vielen Konkurrenzangeboten die Mehrwertsteuer bereits enthalten. Wir verzichten ausdrücklich auf Ausgabeaufschläge und Retrozessionen. Zur Verwaltungsgebühr kommen lediglich externe Kosten wie die eidgenössische Stempelsteuer und ETF-Produktkosten von durchschnittlich 0,25% hinzu. Damit gehören wir zu den kostengünstigsten Anbietern.

Wie positioniert sich Allianz im Bereich Digitalisierung?

Die Digitalisierung ist für die Allianz Gruppe und somit auch für die Allianz Suisse von grosser strategischer Bedeutung. Die Allianz hat das Ziel, weltweit führend im Bereich Digitalisierung zu sein. Die ELVIA ist ein zentraler Innovationstreiber innerhalb der Allianz Suisse.

Wo steht Ihr digitaler Vermögensverwalter in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, in weniger als 10 Jahren rund 1 Milliarde Franken an Kundengeldern zu verwalten.

Welches sind Ihrer Meinung nach die spannendsten Entwicklungen im Fintech-Bereich?

Die spannendste Entwicklung findet für mich im Bereich Bankkonten statt. Es gibt bei Konten keinen «Hype» wie bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen, obschon Fintechs wie Transferwise oder N26 in Deutschland mit eigenen Bankkonti in das Kerngeschäft der Banken vordringen. Und es gilt nach wie vor: Wer das Konto führt, hat den besten Zugang zum Kunden.

Weitere Informationen:
ELVIA eInvest

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