Forex-Trading: Achtung vor Kostenfallen

Online-Broker ermöglichen heutzutage einen einfachen Zugang zum Devisenhandel. Wie viel Forex-Trading kostet, und wie Sie böse Überraschungen vermeiden, erfahren Sie im folgendem Ratgeber von moneyland.ch.

Wie bei allen Geschäftstätigkeiten sollten Sie auch beim Forex-Trading die Kosten von Beginn an im Blick behalten, unabhängig davon, ob Sie sich für einen Schweizer oder internationalen FX-Broker entscheiden. Auch Schweizer Broker und Banken orientieren sich bei der Festsetzung der Devisengebühren im Wesentlichen nach internationalen Standards.

In erster Linie fallen im Währungshandel die im Kurs enthaltenen Spread-Kosten an. Im Unterschied zum Aktienhandel sind im Forex-Handel fixe Transaktionskosten in der Form von Courtagen eher unüblich. Es gibt aber Ausnahmen. Beispielsweise verlangt die Saxo Bank für kleine Forex-Trades eine Gebühr von 10 US-Dollar pro Trade.

Daneben kann es je nach Broker und Trading-Verhalten weitere Kosten geben, zum Beispiel für Swapsätze oder spezielle freiwillige Dienstleistungen. Auch Inaktivitätsgebühren sind wie im Aktienhandel auch im Devisenhandel verbreitet: Wer während eines bestimmten Zeitraums nicht handelt, muss eine Gebühr begleichen. Die Saxo Bank verlangt eine Inaktivitätsgebühr von 100 Franken pro Halbjahr.

Spread-Gebühren als Hauptkostentreiber

Hauptkostentreiber im Forex-Trading sind die so genannten Spreads. Der Spread – auch bekannt als Geld-Brief-Spanne – ist die Differenz zwischen dem aktuellen Kauf- und Verkaufspreis der Währung und fällt nur bei abgeschlossenen Transaktionen an.

Die Höhe der Spreads variieren je nach Währungspaar. Ausserdem können die Spreads je nach Handelsvolumen, Eigenkapital und Anbieter unterschiedlich hoch sein.

Spreads in Abhängigkeit zum Volumen und Eigenkapital

Die genaue Breite der Spreads ist häufig vom getradeten Volumen abhängig. Dabei gilt die Faustregel: Je grösser der gehandelte Betrag, desto weiter ist der Spread.

Auch das investierte Eigenkapital kann sich auf die Spread-Kosten auswirken. Hier gilt die Faustregel: Je höher das Eigenkapital, desto enger sind die Spreads, desto günstiger also die FX-Trades. Swissquote beispielsweise bietet je nach Höhe des Eigenkapitals drei verschiedene Spreads pro Währungspaar an.

Schweizer Forex-Broker vergleichen

Die Forex-Gebühren unterscheiden sich je nach Plattform und Anbieter. Ein vorgängiger Vergleich der verschiedenen Forex-Broker lohnt sich deshalb. Beachten Sie, dass die Kosten je nach Währungspaar ganz unterschiedlich ausfallen können.

Beispiel: Sie sind am häufigsten Währungspaar EURUSD interessiert. Swissquote offeriert das Währungspaar EUR/USD zum untersuchten Zeitpunkt je nach Eigenkapital für 1.8 (Eigenkapital von mindestens 25'000 US-Dollar) bis 4.0 Pips (Eigenkapital von bis zu 10’000 US-Dollar).

Bei der Saxo Bank liegen die Kosten für dasselbe Währungspaar EUR/USD zum gleichen Zeitpunkt bei durchschnittlich 2 Pips. Mit geringem Eigenkapital zahlen Sie hier also bei Swissquote den doppelten Preis, mit höherem Eigenkapital fahren Sie allerdings bei Swissquote etwas günstiger.  

Achtung vor variablen Spreads

Beachten Sie, dass Forex-Broker im Fall einer hohen Marktvolatilität oder Illiquidität einer Währung die Spreads anpassen können. Die Spreads können sich dann plötzlich ausweiten, das heisst die entsprechenden Kosten können markant steigen. Das kann zum Beispiel kurz nach der Publikation von marktrelevanten Informationen – etwa von Nationalbanken – der Fall sein. Aber auch bei Handelsbeginn oder gegen Handelsschluss grösserer Börsen können sich die Spreads weiten.

Spreads: was sind Pips?

Forex-Spreads werden in Pips angezeigt. Ein Pip repräsentiert in der Regel die letzte Ziffer einer Kursangabe. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs ist die Gebühr des Brokers.

Beispiel: Sie möchten Euro mit Schweizer Franken kaufen, da Sie annehmen, dass der Euro gegenüber dem Schweizer Franken nächstens an Wert gewinnt. Sie möchten also das Währungspaar EUR/CHF kaufen.

Der Broker zeige für das Währungspaar EUR/CHF die Kurse von 0.9048 (Bid) und 0.9051 (Ask) an. Die Differenz entspricht EUR/CHF 0.0003, das heisst 3 Pips.

Wenn Sie nun für 10'000 Franken Euro kaufen (im Jargon: «long gehen»), entspricht das einem Kurswert von 9051 Euro (Ask). Da die Spread-Kosten für dieses Währungspaar 3 Pips betragen, erhalten Sie aber nur 9048 Euro, was dem tieferen Kurs von EUR/CHF von 0.9048 entspricht. Sie zahlen für diesen Trade also 3 Euro an Spread-Gebühren.

Gebühren beim gehebelten Trading

Aufgrund der meist kleinen Schwankungen im Forex-Handel wird üblicherweise mit dem Einsatz von Hebeln getradet. Damit kann sich der Gewinn markant erhöhen, wobei aber auch das Verlustrisiko entsprechend steigt. Bei der Saxo Bank beispielsweise können Währungen bis zu einem Hebel von 1:100 gehandelt werden.

Wenn Sie Devisen mit Hebeleinsatz handeln, nehmen Sie als Trader vorübergehend gleichsam einen Kredit bei Ihrem Broker auf und investieren diesen anschliessend. Zur Absicherung verlangen Forex-Broker dafür eine Sicherungseinlage – auch bekannt als Margin.

Wenn die Sicherungseinlage zwischenzeitliche Verluste einer Position nicht mehr decken kann, erfolgt in der Regel ein Nachschussaufruf – auch bekannt als Margin-Call. In diesem Fall hat der Trader die Wahl entweder die Position – mit Verlust – zu schliessen oder mit weiteren Eigenmitteln die Margin zu erhöhen.

Im günstigen Fall kostet der Einsatz von Hebeln im Forex-Trading zwar nichts, doch können beim Halten von Long-Positionen über Nacht (Overnight) oder während der Wochenenden Zinskosten anfallen. Im Jargon spricht man von Rollover-Zinsen.

Die Finanzierungskosten werden wie bei einem Kredit anhand eines jährlichen Kreditzinssatzes auf die Anzahl Tage (oder Nächte) heruntergerechnet. Aufgrund der kostspieligen Finanzierungskosten werden mehrheitlich Intraday-Trades realisiert. Die Trades werden also am gleichen Tag eröffnet und wieder geschlossen.

Extra-Gebühren für freiwillige Services

Im Fall von optionalen Dienstleistungen können Sie als Kunde selber wählen, ob Sie diese in Anspruch nehmen möchten. Zu den Zusatzleistungen können zum Beispiel News-Services, Daten-Abos oder Sentiment-Analysen gehören. Weitere Gebühren fallen häufig für Steuerauszüge, Zahlungsausgänge oder Telefonate an.

Weitere Informationen:
Schweizer Forex-Trading
Online-Trading: interaktiver Vergleich
Was sind Spreads?

Über das Moneyland-Magazin

Das Moneyland-Magazin informiert Sie kompetent über eine Vielzahl von Finanzthemen. Neben Hintergrundartikeln und Interviews mit Experten finden Sie diverse praktische Hilfestellungen, um sich im täglichen Finanzdschungel zurecht zu finden.

  • Radio 24
  • Radio 1
  • Tages-Anzeiger
  • Cash
  • SRF
  • NZZ
  • Handelszeitung
  • 20 Minuten
  • Bilanz
  • Finews