Gratis-Kreditkarten in der Schweiz

Weshalb «Gratis-Kreditkarten» nicht kostenlos sind, erklärt der folgende Ratgeber-Beitrag der Moneyland-Redaktion.

Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt keine vollständig kostenlosen Kreditkarten. Weder in der Schweiz noch sonst wo auf der Welt. Sonst würde das Kreditkarten-Geschäft der betroffenen Firma zum Erliegen kommen.

Wenn Schweizer Kreditkarten-Herausgeber von «Gratis-Kreditkarten» sprechen, meinen sie damit, dass keine Jahresgebühren anfallen.

Beim Kreditkartengebrauch fallen neben der Jahresgebühr aber eine Reihe von weiteren Kosten an. Das gilt auch für so genannte Gratis-Kreditkarten.

Zu den weiteren Gebühren gehören zum Beispiel Fremdwährungsbearbeitungs- und Fremdwährungsumrechnungskosten (je nach Wechselkurs) oder Bargeldbezugsgebühren. Bei Prepaid-Karten kommen häufig so genannte Upload-Gebühren dazu.

Weitere «Nebengebühren», die je nach Umständen anfallen, sind Gebühren für Rechnungen, Transaktionsauszüge, Ersatzkarten, Kartensperr- und Call-Center-Gebühren.

Migros Cumulus-Mastercard und Coop SupercardPlus

Die beiden bekanntesten Schweizer Gratis-Kreditkarten (und wohl berühmtesten Schweizer Kreditkarten überhaupt) sind die Migros Cumulus-Mastercard der Cembra Money Bank sowie die Coop Supercardplus Mastercard / Visa der Swisscard AECS.

Auffallend ist, dass beide Karten nicht nur für Fremdwährungen, sondern auch für Umsätze in Schweizer Franken im Ausland eine Bearbeitungsgebühr von 1.5% verlangen.

Im Unterschied zu einigen anderen Kreditkarten verlangen beide auch eine Gebühr für die Papierrechnung, nämlich 1.50 Franken (Coop Supercard) beziehungsweise 1.95 Franken (Migros Cumulus) pro Rechnung.

Auch die Hotline ist teuer: Swisscard beispielsweise verlangt für Anrufe im Zusammenhang mit der Coop SupcardPlus 1.90 Franken.

UBS Basic Card

Neben der Migros- und der Coop-Karte gibt es weitere Kreditkarten, die je nach Nutzung ebenfalls keine Jahresgebühren verlangen.

Die UBS Basic Card Visa/Mastercard ist kostenlos, sofern mindestens 24 Transaktionen pro Jahr durchgeführt werden. Ansonsten kostet die Karte 40 pro Jahr ab dem zweiten Jahr.

Des weiteren gibt es Prepaid-Karten ohne Jahresgebühren. Beispiel: Die Swiss Bankers Travel Cash Card.

Nicht zuletzt soll erwähnt werden, dass im Rahmen von Bankpaketen in der Regel keine Jahresgebühren für Kreditkarten anfallen. Dafür wird für das gesamte Bankpaket eine fixe Gebühr in Rechnung gestellt.

Gratis-Kreditkarten: Achtung vor Kreditzinsen

Gratis-Kreditkarten verlangen hohe Kreditzinsen, wenn eine Rechnung nicht rechtzeitig beglichen wird. Tatsächlich sind Kreditkosten sogar in der Schweiz eine wichtige Einnahmequelle für Kreditkarten-Herausgeber. Dabei werden die Strafzinsen bei Gratis-Karten bereits ab dem Transaktionsdatum, nicht erst ab dem Rechnungsdatum berechnet. Für die betroffenen Kunden ist das besonders unvorteilhaft. Tipp: Richten Sie immer ein Lastschriftverfahren ein, damit Sie nie die teuren Kreditzinsen bezahlen müssen.

Gratis-Kreditkarten: auf die Nutzung kommt es an

Je nach Nutzungsverhalten sind am Ende des Tages nicht immer die «Gratis»-Kreditkarten die günstigsten. Sondern manchmal auch solche, die eine Jahresgebühr in Rechnung stellen. Herausfinden können Sie dies nur mit einem individuellen Kreditkarten-Vergleich, der alle Kostenfaktoren berechnet.

Wenn Sie an Zusatzleistungen interessiert sind, sollten Sie darüber hinaus auch die entsprechenden Services berücksichtigen. Günstige Kreditkarten bieten hier häufig weniger.

Der Vergleich auf moneyland.ch berücksichtigt als einziger in der Schweiz neben den Kosten auch die Leistungen der Karten. 16 verschiedene Services wie Versicherungen, Flugmeilen oder Bonusprogramme lassen sich bequem auf der Resultatseite nach Leistungsumfang sortieren.

Weitere Informationen:
Zum Kreditkarten-Vergleich
Kreditkarten: Teilzahlungen und Strafzinsen

Anmerkung:
Die Visa Bonus Card kannte bis März 2016 keine Kartenführungsgebühren im ersten Jahr. Ab dem zweiten Jahr fielen ebenfalls keine Jahresgebühren an, falls der Umsatz mindestens 300 Franken pro Jahr betrug. Ab März 2016 kostet die Karte als Visa Bonus Card Gold allerdings einen festen Jahresbeitrag.

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