Krankenkassen: Die 7 grössten Kostenfallen

Im folgenden Ratgeber erfahren Sie, wo die 7 grössten Kostenfallen in der Krankenkassen-Grundversicherung lauern und wie Sie diese umgehen können.

Jeden Herbst erleben wir wieder das gleiche Theater: Die Krankenversicherungen kommunizieren den Prämienanstieg für das nächste Jahr und werben um neue Kunden.

Viele schalten beim Thema Krankenkassen spontan auf taub. Trotzdem lohnt es sich, für einmal kurz weiterzulesen. Schliesslich geht es um viel Geld, das Sie verlieren können.

Erste Falle: Falsche Krankenkasse.

Je nach Krankenkasse variieren die Prämien für ein- und dasselbe Modell massiv. Mit der Wahl der falschen Krankenkasse zahlen Sie im schlimmsten Fall mehr als 1000 Franken zu viel. Die teuerste Versicherung kann mehr als doppelt so teuer sein wie die günstigste.

Tipp: Es lohnt sich, die Krankenversicherungen zu vergleichen. Dabei sind Sie berechtigt, die Grund- und allfällige Zusatzversicherungen bei verschiedenen Kassen abschliessen.

Achten Sie aber nicht nur auf den Preis. Zumindest dann nicht, wenn Sie im kommenden Jahr mit höheren Gesundheitsausgaben rechnen. Bestimmte Billigkassen sind zwar günstig, aber auch für ihre schlechte Kundenzufriedenheit und Zahlungsmoral berüchtigt.

Zweite Falle: Falsche Franchise.

Viele Versicherte haben sich für die falsche Franchise entschieden und zahlen deshalb jeden Monat bis mehr als 100 Franken zu viel an Prämien.

Wichtig: Optimal für erwachsene Versicherte ist entweder die tiefste oder höchste Franchise. Die mittleren Franchisen lohnen sich aus mathematischen Gründen nicht.

Tipp: Im Schweizer Durchschnitt lohnt sich die 300er-Franchise erst ab Gesundheitskosten von ungefähr 1900 Franken, darunter ist die 2500er-Franchise optimal. Je nach Versicherungsvariante kann der  Grenzbetrag aber auch zwischen 1400 und 2000 Franken zu liegen kommen. Weitere Informationen zur richtigen Franchise finden Sie hier.

Der im Krankenkassen-Vergleich eingebaute Franchise-Rechner zeigt automatisch an, welche Franchise optimal ist.

Dritte Falle: Falsches Modell.

Viele Versicherte sind im teuren Standard-Modell versichert und verlieren damit jedes Jahr Hunderte von Franken.

Tipp: Mit einem günstigeren Sparmodell müssen Sie zwar im Normalfall zuerst den definierten Gatekeeper (zum Beispiel den Hausarzt, die Apotheke oder das HMO-Netzwerk) aufsuchen oder im telemedizinischen Callcenter anrufen. Dafür können Sie mit dem richtigen Hausarzt-, HMO-, Telmed- oder Apotheken-Modell viel Geld sparen.

Vierte Falle: Überflüssiger Unfallschutz.

Viele Versicherte zahlen für den Unfallschutz bei der Krankenkasse jedes Jahr Hunderte von Franken, obwohl sie bereits über den Arbeitgeber unfallversichert sind.

Tipp: Wenn Sie mindestens acht Stunden pro Woche bei einem Arbeitgeber angestellt sind, sollten Sie bereits via UVG unfallversichert sein. Die UVG-Versicherung hat den zusätzlichen Vorteil, dass Sie keine Franchise und keinen Selbstbehalt bezahlen müssen.

Fünfte Falle: Prämienverbilligungen vergessen.

Immer wieder vergessen Versicherte, Prämienverbilligungen zu beantragen. Ein Versehen, das ins Auge gehen kann. Schliesslich können Prämienverbilligungen je nach Kanton, Prämienregion und Einkommen mehr als 2000 Franken pro Jahr ausmachen.

Tipp: Informieren Sie sich bei der zuständigen kantonalen Stelle nach der genauen Höhe und den Kriterien für eine Prämienverbilligung.

Sechste Falle: Arztrechnung nicht einschicken.

Bei der so genannten Tiers-garant-Methode, die immer noch häufig Anwendung findet, müssen die Versicherten die Arztrechnung für eine Rückerstattung der Krankenkasse extra zustellen. Bei der kundenfreundlicheren Tiers-payant-Methode hingegen wird die Rechnung direkt vom Leistungserbringer an die Krankenkasse zugestellt.

Immer wieder passiert es, dass im Tiers-garant-System die Rechnungen beim Versicherten liegen bleiben, obwohl diese Anspruch auf eine Rückvergütung hätten.

Tipp: Leiten Sie die Rechnung sofort nach Erhalt an die Krankenkasse weiter.

Siebte Falle: Prämienrabatte verschenken.

Manche Krankenkassen offerieren Rabatte, wenn Sie die Prämienrechnung nicht monatlich, sondern bereits im Voraus halbjährlich oder jährlich begleichen (so genanntes Skonto).

Wenn eine Vorauszahlung für Sie finanziell tragbar ist, können Sie damit bis zu 2% an Prämienvergünstigungen herausholen.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob es einen Skonto-Rabatt gibt.

Weitere Informationen:
Krankenkassenvergleich
Ambulante Zusatzversicherungen im Vergleich
Spital-Zusatzversicherungen im Vergleich
Richtige Franchise

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