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Betriebshaftpflichtversicherung in der Schweiz: eine Anleitung

Eine Betriebshaftpflichtversicherung hilft Ihnen, Ihr Unternehmen gegen Schadensersatzforderungen abzusichern. Verschaffen Sie sich mit der folgenden Anleitung von moneyland.ch einen Überblick über Schweizer Betriebshaftpflichtversicherungen.

Jede Geschäftsaktivität ist mit einem gewissen Risiko verbunden. So können Produzenten beispielsweise für Schäden an geleasten Maschinen, für Umweltverschmutzung, Personenverletzungen oder für Schäden infolge mangelhafter Produkte haftbar gemacht werden. Auch Bau- und Landwirtschaftsunternehmen sind erheblichen Risiken ausgesetzt.

Selbst unfallbedingte Verletzungen auf dem Firmengelände können zu gewichtigen Schadensersatzforderungen führen, falls das Unternehmen nicht die notwendigen Sicherheitsmassnahmen getroffen hat.

Da sich die Schadensersatzforderungen je nach Szenario auf Zehntausende oder sogar Millionen von Schweizer Franken belaufen können, ist es nachvollziehbar, dass sich ein Unternehmen gegen diese potentiell existenzgefährdenden Forderungen absichern möchte.

Betriebshaftpflichtversicherungen bieten einen finanziellen Schutz gegen viele verschiedene Formen von Ansprüchen. Schweizer Versicherer beraten zudem Unternehmen, ob sie tatsächlich haftbar sind, wenn Dritte Ansprüche gegen das Unternehmen erheben.

Welche Schweizer Versicherer bieten Betriebshaftpflichtversicherungen an?

Die meisten grossen Schweizer Universalversicherer bieten eine Betriebshaftpflichtversicherung an.

Allianz Suisse offeriert die Policen Basis, Plus und Top. Die Plus-Version weitet den Versicherungsschutz aus. Generali bietet die Betriebshaftpflicht als einen Teil ihres Modula-Versicherungspakets an. Axa, Helvetia, Mobiliar, Vaudoise und Zurich bieten ebenfalls Lösungen an.

Was deckt die Betriebshaftpflichtversicherung ab?

Der Umfang des Versicherungsschutzes variiert je nach Versicherer. Grundsätzlich versichern die Policen Kosten infolge Verletzung, Krankheit, Gesundheitsprobleme oder Tod einer Person, für die das Unternehmen haften muss.

Schäden oder Verluste am mobilen und immobilen Eigentum (wie an gemieteten Gewerbeliegenschaften) sind üblicherweise auch abgedeckt. Dasselbe gilt für Umweltverschmutzung sowie Schäden, die durch die Produktion, den Transport oder Handel der Unternehmensprodukte entstanden sind.

In der Regel übernehmen die Versicherungen auch Kosten für präventive Massnahmen, die das Entstehen der abgedeckten Schäden vorbeugen sollen. Zum Beispiel können Versicherungen für Massnahmen aufkommen, die Umweltverschmutzung oder Rückrufaktionen von mangelhafter Ware verhindern.

Manche Policen übernehmen auch die Rechtskosten, falls Haftungsansprüche gegen das Unternehmen geltend gemacht werden.

Individuelle Policen

Zusätzlich zu ihren Standardpolicen offerieren Versicherer häufig massgeschneiderte Lösungen. Solche spezialisierte Policen sind auf die jeweiligen Bedürfnisse einer Branche zugeschnitten. Helvetia etwa offeriert individualisierte Policen für Handwerksbetriebe, Restaurants, Händler, Landwirtschafts-, Dienstleistungs-, Bau-, Automobil-, Büro- und Gesundheitsunternehmen.

Andere Versicherer kombinieren Basispolicen mit Risikozusatzversicherungen, die den Bedürfnissen des Unternehmens entsprechen. Allianz Suisse beispielsweise offeriert neben Standard-Policen eine Reihe von Zusatzoptionen, die dem Unternehmen individuelle Absicherungen erlauben.

Brauchen Sie eine Betriebshaftpflichtversicherung?

Schadensersatzforderungen stellen eine ernstzunehmende Gefahr für viele Unternehmen dar. Wenn Sie überzeugt sind, dass Ihre Geschäftsaktivitäten keine Haftungsansprüche gegen Ihr Unternehmen verursachen können, brauchen Sie keine Versicherung abzuschliessen. Ansonsten könnte der Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung vernünftig sein.

Was Sie bei der Wahl der Betriebshaftpflichtversicherung beachten sollten

Betriebshaftpflichtversicherungen sind recht flexibel, aber auch komplex. Der Rat eines unabhängigen Versicherungsberaters kann Ihnen helfen, jene Police zu finden, die am besten zu Ihren Bedürfnissen passt.

Policen deckeln die Versicherungssumme je nach Anspruchsfall nach oben hin. Diese Plafonierung kann je nach Art des Anspruchs variieren. So ist es möglich, dass die maximale Deckungssumme für Umweltverschmutzung höher liegt als bei Personenschäden.

Zusätzlich kann die Gesamtsumme aller Haftungsansprüche pro Jahr begrenzt sein. Wählen Sie die Höchstgrenze so aus, dass die Versicherung auch im schlimmstmöglichen Fall für alle Ansprüche aufkommt.

Bei den Policen der Allianz Suisse können Sie die Deckungssummen zwischen 250'000 und 2 Millionen Franken festlegen. Eine Versicherungssumme in der Höhe von 1 Million Franken ist die Standardvorgabe. Sie können allerdings die Höchstversicherungssumme für einzelne Haftungsansprüche anheben.

Neben der Wahl der geeigneten Versicherungssumme ist es wichtig, dass Sie sämtliche Haftungsausschlüsse prüfen, bevor Sie sich für eine Police entscheiden. Tatsächlich ist die Liste der möglichen Ausschlüsse je nach Versicherer lang.

So decken manche Policen keine Haftungsansprüche gegen Tochterunternehmen ausserhalb der Schweiz ab. Andere Policen greifen nicht, wenn Haftungsansprüche aus den USA oder Kanada entstehen. Wiederum andere Policen schliessen bestimmte Gesundheitsschäden aus (etwa aufgrund von Asbest). Darüber hinaus können bestimmte Transportmittel (zum Beispiel Flugzeuge) vom Versicherungsschutz ausgeklammert werden. Schäden infolge normaler Abnutzung (etwa an gemieteten Räumlichkeiten) sind grundsätzlich ausgeschlossen.

Wie Sie Prämien sparen können

Die Prämie hängt unter anderem vom Umfang des Versicherungsschutzes, dem Selbstbehalt und der Versicherungssumme ab. Diese Rahmenbedingungen geben Ihrem Unternehmen einigen Spielraum, die Prämie möglichst tief zu halten.

1. Versicherte Risiken prüfen: Überlegen Sie sich genau, welche Risiken Ihr Geschäftsmodell birgt und welche möglichen Haftungsansprüche daraus folgen. Ihr Versicherungsschutz sollte diese Ansprüche abdecken - aber keine anderen Risiken. Mit der Beschränkung auf die nötigen Risiken sparen Sie Prämien. Versicherungsvertreter könnten versuchen, Ihnen einen zu grossen Versicherungsumfang anzudrehen. Dies würde Ihre Prämie allerdings nur verteuern, ohne dass Sie einen echten Nutzen daraus ziehen würden.

2. Offerten einholen: Sobald Sie die genauen Haftungsansprüche und damit den gewünschten Versicherungsumfang definiert haben, sollten Sie schriftliche Angebote von mehreren Versicherern einholen. Es gibt viele Variablen, welche die Höhe der Prämie beeinflussen. Leider legen aber die Versicherer die Kalkulation ihrer Prämien nicht offen. Nur indem Sie mehrere Angebote einholen und vergleichen, können Sie den Anbieter mit der günstigsten Prämie finden.

3. Deckungssumme prüfen: Bei manchen Policen können Sie die Höchstsumme je Schadensfall und die Gesamtsumme pro Jahr selbst festlegen. Falls die Risiken für Ihr Unternehmen eher gering sind, sollten Sie die entsprechenden Obergrenzen tief ansetzen. Dadurch können Sie Prämien einsparen. Allerdings sollten Sie sicher sein, dass mögliche Schäden nicht unterdeckt sind.

Fazit

Je nach Geschäftsmodell und Haftungsrisiken einer Firma kann eine Betriebshaftpflichtversicherung sinnvoll sein. Nehmen Sie sich Zeit, um die individuellen Haftungsrisiken zu bestimmen, denen Ihr Unternehmen ausgesetzt ist. Holen Sie mehrere Offerten ein und vergleichen Sie die Prämien und Leistungen.

Weitere Informationen:
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