Wie haben sich die Krankenkassenprämien seit 2016 entwickelt? Um die Langzeitentwicklung über zehn Jahre aufzuzeigen, hat der unabhängige Online-Vergleichsdienst moneyland.ch Krankenkassenprämien der Jahre 2016 und 2026 miteinander verglichen. In die Analyse eingeflossen sind alle 90 Produkte, die sowohl 2016 als auch 2026 angeboten wurden und werden. Basis der Analyse sind die Prämien mit einer Franchise von 300 und 2500 Franken für erwachsene Personen für alle 42 Schweizer Prämienregionen.
Durchschnittlich 53 Prozent teurer
Schweizweit haben sich die in der Analyse berücksichtigten 90 Produkte über alle Prämienregionen hinweg um durchschnittlich 53 Prozent erhöht. «Dabei handelt es sich um einen Durchschnittswert. Einzelne Prämien sind deutlich stärker gestiegen, andere sind sogar leicht gesunken», sagt Felix Oeschger, Experte von moneyland.ch.
Schweizweit höchster Anstieg beträgt 214 Prozent
Der höchste prozentuale Anstieg seit Ende 2016 liegt bei 214 Prozent – die Prämien haben sich seither also mehr als verdreifacht. Dies betrifft das Standardmodell der SLKK in der Prämienregion 3 des Kantons Graubünden, welche die drei Bezirke Albula, Surselva und Viamala umfasst. Betrug die Prämie damals noch 133.30 Franken, liegt sie inzwischen bei 419.20 Franken.
Auffällig: Auch den zweit- und dritthöchsten Anstieg verzeichnet die SLKK im Kanton Graubünden. Die Prämie für das SLKK Standardmodell in der Prämienregion 2 hat sich seit 2016 ebenfalls mehr als verdreifacht (plus 203 Prozent). In der Prämienregion 1, also beispielsweise in der Kantonshauptstadt Chur, fiel die Erhöhung mit 190 Prozent kaum niedriger aus. In diesem Fall ist allerdings das Telmed- und nicht das Standardmodell betroffen.
Vereinzelt sinken die Prämien
Es mag angesichts ständiger Prämienerhöhungen paradox anmuten, doch in Einzelfällen weisen Krankenkassenprodukte gar niedrigere Prämien aus als noch zehn Jahre zuvor. Dies trifft auf das Hausarztmodell Care des Versicherers EGK zu: In der Prämienregion 2 des Kantons Waadt liegt die Prämie für die 2500er-Franchise um über 50 Franken niedriger als noch 2016. Die Reduktion liegt bei 12 Prozent. Versicherte mit der 300er-Franchise durften sich im gleichen Zeitraum über eine Senkung der Prämien um 10 Prozent freuen.
Die höchsten Prämienanstiege in den grössten Schweizer Städten
Zusätzlich hat moneyland.ch analysiert, wie stark die Prämien in den fünf grössten Schweizer Städten – Zürich, Genf, Basel, Lausanne und Bern – gestiegen sind.
Fazit: Auch Städterinnen und Städter sind vor hohen Prämienanstiegen nicht gefeit. In Bern legte die Prämie für das Versicherungsmodell Flex Care von Atupri um ganze 102 Prozent zu, sie hat sich innert zehn Jahren also mehr als verdoppelt. Auch in Zürich war beim identischen Modell fast eine Verdopplung zu beobachten (95 Prozent).
Versicherte können dennoch sparen
Wichtig: Trotz der fast flächendeckenden Prämienerhöhungen seit 2016 haben viele Versicherte ein erhebliches Sparpotenzial. «Den Kundinnen und Kunden sind nicht die Hände gebunden», so Felix Oeschger. «Mit einem Wechsel zur günstigsten Kasse kann einfach Geld gespart werden.» Auch ein Wechsel der Franchise oder des Versicherungsmodells kann die Prämien spürbar senken.
Entscheidend ist ein individueller Vergleich: Der Krankenkassen-Vergleich von moneyland.ch gibt einen Überblick über alle Prämien.
Methodik
Der unabhängige Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat auf Basis der offiziellen Prämiendaten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) alle Krankenkassenprodukte analysiert, die sowohl 2016 als auch 2026 angeboten werden. Für jedes Produkt wurden die Prämien beider Jahre miteinander verglichen und die Differenz sowohl in Franken als auch in Prozent berechnet. Anschliessend wurden jeweils die schweizweit fünf Produkte mit den grössten und den geringsten prozentualen Veränderungen sowie die grösste prozentuale Veränderung in den fünf grössten Schweizer Städten identifiziert.
Analysiert wurden die Prämien für erwachsene Personen ab 26 Jahren ohne Unfalldeckung in der obligatorischen Grundversicherung – sowohl im Standardmodell als auch in alternativen Versicherungs- modellen. Berücksichtigt wurden die tiefste Franchise (300 Franken) und die höchste Franchise (2500 Franken).
Grundlage bilden die Bruttoprämien, also die Prämien vor Abzug allfälliger Rückerstattungen aus CO₂-Abgaben oder Reserven.
Weitere Informationen:
Krankenkassen-Vergleich Schweiz