Je nach Wohnort unterscheiden sich die durchschnittlich bezahlten Krankenkassenprämien massiv. Die Unterschiede zwischen dem günstigsten Ort und dem teuersten Ort betragen 276 Franken monatlich – das sind 3318 Franken im Jahr.
Der unabhängige Vergleichsdienst moneyland.ch hat mit den neuesten Daten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) analysiert, wie hoch die bezahlten Prämien an verschiedenen Orten sind. Grundlage der Auswertung sind die mittleren Prämien für das Jahr 2026. Bei dieser Kennzahl handelt es sich um eine durch das BAG publizierte Prognose der durchschnittlich zu zahlenden Krankenkassenprämien.
Zentralschweiz und Appenzell Innerrhoden bezahlen am wenigsten
Für die Krankenkassenprämien ist die Schweiz in 42 Prämienregionen eingeteilt. Bei 15 Kantonen entspricht die Prämienregion dem gesamten Kantonsgebiet. In sechs Kantonen gibt es zwei Prämienregionen und in fünf Kantonen deren drei.
Die Auswertung zeigt klare Unterschiede, wobei eine Gegend das Ranking dominiert. Die Zentralschweizer Prämienregionen schneiden hinsichtlich der Höhe der Durchschnittsprämien im interkantonalen Vergleich top ab: Unter den günstigsten sechs Prämienregionen befinden sich die fünf Zentralschweizer Kantone Zug, Uri, Nidwalden, Obwalden sowie die Prämienregion 3 des Kantons Luzern, die unter anderem den Bezirk Willisau umfasst. Appenzell Innerrhoden belegt den zweiten Platz und liegt als einziger Kanton ausserhalb der Innerschweiz unter den ersten Sechs.
Zug hat neu günstigste mittlere Prämie
Jahrelang bezahlten stets die Einwohnerinnen und Einwohner aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden die niedrigste mittlere Prämie, gefolgt von mehreren Zentralschweizer Kantonen. «Der Kanton Zug liegt neuerdings auf dem ersten Platz, weil die Kantonsregierung für 2026 und 2027 eine Übernahme von 99 Prozent der Spitalkosten beschlossen hat», sagt Felix Oeschger, Experte von moneyland.ch.
Am meisten bezahlen die Bewohnerinnen und Bewohner der Kantone Tessin, Genf und Basel-Stadt für die Krankenkassenprämien. Auffällig: Von den zehn teuersten Prämienregionen liegen fünf in der Westschweiz. «Die Romandie und das Tessin gehören schon seit Jahren zu den teuersten Prämienregionen – daran hat sich auch 2026 nichts geändert», sagt Felix Oeschger.
«Interessant ist die effektive Höhe der mittleren Prämie: Im Kanton Zug beträgt diese 312 Franken im Monat, im Kanton Tessin sind es maximal 588 Franken. Oder anders ausgedrückt: Eine Tessinerin oder ein Tessiner bezahlt im Monat durchschnittlich bis zu 276 Franken mehr Prämien», rechnet der Moneyland-Experte Oeschger vor.
Das folgende Diagramm zeigt die mittleren Prämien aller 42 Prämienregionen im Überblick.
Prämienregionen mit grösseren Städten sind teuer
Auffällig: In keiner der günstigsten 17 Prämienregionen gibt es eine Stadt mit mehr als 40’000 Einwohnern. Die erste Platzierung mit einer grösseren Stadt ist Rang 18: Luzern mit rund 87’000 Einwohnern. Die fünf grössten Schweizer Städte – Zürich, Genf, Basel, Lausanne und Bern – befinden sich alle im Schlussdrittel der Rangliste: Die mittlere Prämie ist also überdurchschnittlich hoch.
Ähnliches Bild bei Kindern und jungen Erwachsenen
moneyland.ch hat auch die Prämien für Kinder und junge Erwachsene analysiert. Resultat: Die Rangliste zeigt grundsätzlich das gleiche Bild, auch wenn einzelne Abweichungen bestehen. So bezahlen Jugendliche im Kanton Appenzell Innerrhoden am wenigsten Prämien, Zug ist in dieser Altersgruppe auf dem zweiten Platz.
Grundsätzlich gilt: Wer in einer günstigen Prämienregion wohnt, profitiert in allen Altersgruppen von vergleichsweise tiefen Prämien – und umgekehrt.
In diesen Gebieten wird am meisten Krankenkassenprämien bezahlt
moneyland.ch hat die 42 Prämienregionen zusätzlich zu neun Gebieten zusammengefasst: Westschweiz, Bern, Oberwallis, Nordwestschweiz, Zentralschweiz, Zürich, Tessin, Ostschweiz und Graubünden.
In der Zentralschweiz beträgt die monatliche Durchschnittsprämie 383 Franken, im Oberwallis 398 Franken und in Graubünden 401 Franken. Am meisten bezahlen Versicherte im Tessin mit 583 Franken, in der Westschweiz mit 517 Franken und in der Nordwestschweiz mit 475 Franken.
Wie stark sich die Prämien zwischen den Gebieten unterscheiden, zeigt das folgende Diagramm:
Methodik
Die Analyse von moneyland.ch basiert auf den vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlichten mittleren Prämien 2026. Einzelheiten zur mittleren Prämie:
- Die mittlere Prämie ergibt sich, indem die Summe aller bezahlten Prämien durch die Anzahl der Versicherten geteilt wird.
- Die Berechnung berücksichtigt eine Prognose über die erwarteten Wechsel der Versicherten zwischen Krankenkassen, Modellen und Franchisen.
- Alle Prämien sind berücksichtigt, unabhängig von Sparmodellen, Franchisen und Unfalldeckung. Die mittlere Prämie entspricht damit einer gewichteten Durchschnittsprämie aller Versicherten.
Die Analysen beziehen sich grundsätzlich auf Erwachsene ab 26 Jahren; nur im Abschnitt zu Kindern und jungen Erwachsenen wurden die entsprechenden Werte verwendet.
Alle Monatsprämien wurden kaufmännisch auf ganze Franken gerundet.
Für die Analyse hat moneyland.ch neun Gebiete definiert und die Prämienregionen diesen Gebieten zugeordnet:
- Bern: BE1, BE2, BE3
- Graubünden: GR1, GR2, GR3
- Nordwestschweiz: AG, BL1, BL2, BS, SO
- Oberwallis: VS2
- Ostschweiz: AI, AR, GL, SG1, SG2, SG3, SH1, SH2, TG
- Tessin: TI1, TI2
- Westschweiz: FR1, FR2, GE, JU, NE, VD1, VD2, VS1
- Zentralschweiz: LU1, LU2, LU3, NW, OW, SZ, UR, ZG
- Zürich: ZH1, ZH2, ZH3