Nullzinspolitik

Mit Nullzinspolitik wird ein Vorgehen der Zentralbanken bezeichnet, bei der die Leitzinsen auf ein Niveau von Null gesenkt werden. Mit einer Nullzinspolitik verfolgt eine Zentralbank unterschiedliche Ziele. Vor allem sollen aber Kredite verbilligt und damit das Wachstum der Wirtschaft angekurbelt werden.

Leitzinsen sind ein wichtiges geldpolitisches Instrument einer Notenbank. Geschäftsbanken leihen sich Geld von der Notenbank, um es als Kredite an Unternehmen und Haushalte zu vergeben. Wenn die Notenbank ihre Leitzinsen senkt, werden die Kredite günstiger. Für Unternehmen rentieren sich Investitionen damit eher und Haushalte können ihren Konsum ausweiten, so dass letztlich das Wirtschaftswachstum anzieht. Entsprechend senkt eine Notenbank die Leitzinsen während eines Konjunkturabschwungs beziehungsweise während einer Rezession.

Infolge der weltweiten grossen Rezession im Jahr 2008 haben die Notenbanken der USA, der Eurozone und weiterer Länder ihre Zinsen auf null Prozent gesenkt. Die Null-Prozent-Marke galt lange Zeit als die tiefstmögliche Schwelle. Was lange Zeit als undenkbar galt, wurde aufgrund der schwerwiegenden wirtschaftlichen Konsequenzen der grossen Rezession Realität. So senkte unter anderem die Schweizerische Nationalbank ihre Leitzinsen im Jahr 2015 auf -0.75%.

Die SNB führt also nicht nur eine Nullzinspolitik ein, sondern sogar Negativzinsen. Die SNB hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, um den Schweizer Franken gegenüber dem Euro nicht weiter aufzuwerten und damit die Konjunktur und Inflation in der Schweiz unter Kontrolle zu halten.

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