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Privatbankiers in der Schweiz

Privatbankiers gehören zu den traditionsreichsten und ältesten Schweizer Banken mit einer langjährigen Geschichte.

Schweizer Privatbankiers (auch: Privatbanquiers) stellen aufgrund ihrer unbeschränkten Haftung eine Besonderheit im Private Banking dar.

Im Unterschied zu Banken in der Form einer Kapitalgesellschaft sind Privatbankiers in der Form der Einzelgesellschaft, der Kollektivgesellschaft oder der Kommanditgesellschaft organisiert.

Schweizer Privatbankiers und ihre Rechtsform

Der Begriff «Privatbankier» ist ein eigener Rechtsbegriff im Bankgengesetz und mit einigen Besonderheiten verbunden. So haften die Gesellschafter im Unterschied zu «gewöhnlichen» Privatbanken mit ihrem persönlichen Vermögen und sind alleine entscheidungsbefugt.

Zu den Privilegien der Privatbankiers gehört unter anderem, dass sie im Rahmen des so genannten Publizitätsprivilegs keine Geschäftszahlen veröffentlichen müssen. Hingegen ist es ihnen im Rahmen ihrer Privilegien nicht erlaubt, öffentlich zur Annahme von Geldern zu werben (das betrifft im Besonderen das Einlagengeschäft).

Gründungsdaten der Schweizer Privatbankiers

Die Gründungsdaten der Privatbankiers-Unternehmungen liegen entsprechend weit bis ins 18. und 19. Jahrhundert zurück. Nur zwei Institute sind im 20. Jahrhundert gegründet worden.

Die 2012 «geschlossene» Bank Wegelin war mit ihrem Gründungsdatum von 1741 die älteste Schweizer Bank überhaupt. Neu ist es Rahn & Bodmer, ebenfalls eine Privatbankiers-Unternehmung.

Privatbankiers in der Deutschschweiz

Zu den Privatbankiers in der Deutschschweiz gehören folgende Banken: Rahn & Bodmer (1750, Zürich), E. Gutzwiller & Cie (1886, Basel), Baumann & Cie (1920, Basel), Reichmuth & Co (1998, Luzern).

Privatbankiers in der Westschweiz

Zu den Privatbankiers in der französischen Schweiz gehört nur noch folgendes Institut: Bordier & Cie (1844, Genève).

Schweizer Privatbankiers nach der Finanzkrise

Infolge der Finanzkrise und den neuen regulatorischen und steuertechnischen Risiken haben viele ehemalige Privatbankiers Ihre Rechtsstruktur und Gesellschaftsform geändert.

Die Rechtsstruktur der Privatbankiers erscheint immer mehr Instituten zu riskant oder unzeitgemäss. Dazu gehört Lombard Odier & Cie, die im Dezember 2013 von einer Kommandit- in eine Kommanditaktiengesellschaft umgewandelt worden ist.

Verabschiedet vom strengen Privatbankiers-Statut haben sich auch Landolt & Cie, Pictet, die Genfer Gruppe Mirabaud, die Gonet & Cie (gegründet 1845 in Genf), Mourgue d’Algue & Cie (1869, Genève) sowie die Basler Privatbank La Roche (2015 von der Privatbank Notenstein übernommen).

Privatbankiers-Unternehmungen sind in der «Vereinigung Schweizer Privatbankiers» zusammengeschlossen. Streng genommen dürfen nur noch 5 Institute als Privatbankiers bezeichnet werden (Stand 2019).

Zum Vergleich: 1945 waren es noch ungefähr 80 Privatbankiers und 2010 noch 14 Institute.

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