twindepot

twindepot: «Vermögensverwaltung für Kleinanleger»

Die Redaktion befragte die beiden Unternehmer Daniel Bartnick (Gründer und CEO) und Sebastian Sachs zu ihrem Startup twindepot im Bereich der automatisierten Online Vermögensverwaltung.

Redaktion: Welches sind die Hauptvorteile für Nutzer von twindepot?

Sebastian Sachs: Die Nutzer von twindepot haben über unsere Plattform den direkten Zugang zu professionellen Vermögensverwaltern und Börsenprofis, die ihr eigenes Depot und somit ihre Anlagestrategie für den privaten Anleger öffnen. Durch die vollautomatische Spiegelung der Profidepots in die Depots der Anleger kommen die Nutzer in den Genuss einer aktiven Vermögensverwaltung ohne den Zeitaufwand und das Know-how, das für ein eigenes Aktieninvestment nötig wäre.

Ab welchem Betrag steht twindepot den Anlegern zur Verfügung?

Sebastian Sachs: Der private Anleger kann bereits ab 5’000 Euro bei twindepot investieren. Ein weiterer zentraler Vorteil ist, dass der Nutzer jederzeit die volle Kontrolle über das von ihm investierte Kapital behält. Zudem gibt es keine Mindestlaufzeit und keine versteckten Kosten. Durch die kompetenten Depotmanager und die niedrigen, transparenten Gebühren bietet twindepot höhere und sicherere Renditechancen als andere Anbieter am Markt.

Der Mehrheit der aktiven Vermögensverwalter gelingt es nicht, die entsprechenden Vergleichsindizes zu schlagen. Dazu kommen noch Managementgebühren, welche die Performance zusätzlich schmälern. Was antworten Sie den Kritikern?

Daniel Bartnick: Vermögensverwalter mit hohen zu verwaltenden Anlagesummen sind oft inflexibel – sie müssen in fast alle Produkte des zugrundeliegenden Vergleichsindex investieren und nähern sich so auch dessen Performance an. Im Extremfall spiegeln sie genau den Index und haben die gleiche Performance. Unsere Depotmanager handeln mit wesentlich kleineren Beträgen und haben dadurch den Vorteil, dass sie nur kleinere Summen pro Depot anlegen müssen. Das macht unsere Profis flexibler. Managementgebühren sind im Rahmen der professionellen Vermögensverwaltung eine übliche Vergütungsmethode – twindepot bietet einen solchen Service nun auch für kleine Depots.

Anlegen ist eine langfristige Angelegenheit. «Hin und her, macht Taschen leer» lautet eine alte Börsenweisheit. Verleitet Ihr Modell nicht zum Hüpfen von einer Anlagestrategie zur nächsten?

Daniel Bartnick: Wir betreiben eine Plattform für mittel- bis langfristige Kapitalanlagen. Dabei steht es dem Anleger aber jederzeit frei, Gewinne mitzunehmen und einen anderen Manager auszuwählen.

Da es an der Börse immer Auf- und Abwärtsphasen gibt, ist es wichtig, das in Aktien investierte Kapital mittel- bis langfristig anzulegen. Anleger sollten daher mit einem Investitionshorizont von 3 bis 5 Jahren rechnen. Allgemein sollten Anleger ihren Manager nicht zu oft wechseln, da bei jedem Wechsel Ordergebühren anfallen. Wenn man sein Kapital trotzdem nach einem kurzen Zeitraum bereits anders einsetzen möchte, sollte man Abstand von einem Aktieninvestment nehmen.

Welche Gebühren fallen für die Nutzer von twindepot an?

Sebastian Sachs: Der private Anleger zahlt ausschliesslich die normalen Ordergebühren und eine Managementgebühr an twindepot. Für die Ausführung der Order fallen für den Nutzer im Marktvergleich sehr günstige Ordergebühren an. Die Managementgebühr teilt sich twindpepot mit den Depotmanagern.

Sind die Ordergebühren in der angezeigten Performance bereits vollständig eingepreist?

Sebastian Sachs: Ja. Die Performance eines jeden Depotmanagers wird als Nettorendite angezeigt, das heisst sowohl abzüglich der Order- als auch der Managementgebühren. Dem Nutzer wird also unmittelbar angezeigt, was unter dem Strich als Gewinn übrig bleibt.

Wie qualifizieren sich die Vermögensverwalter für die Teilnahme auf twindepot?

Sebastian Sachs: Die auf unserer Plattform zugelassenen Depotmanager zeichnen sich alle durch langjährige, nachgewiesene Börsenerfahrung aus. twindepot hat zusammen mit der Direct Invest AG einen Lizenzierungsprozess entwickelt, den alle Bewerber durchlaufen müssen. Dabei ist vor allem wichtig, dass der potentielle Depotmanager einschlägige Erfahrungen in der Finanzbranche und einen zertifizierten Track-Record vorweisen kann. Idealerweise arbeitet der Bewerber im direkten Umfeld der Vermögensverwaltung und präsentiert sich bereits als Finanzprofi am Markt, zum Beispiel durch einen professionellen Internetauftritt und die Mitgliedschaft im Verband der unabhängigen Vermögensverwalter.

Welche Anreize haben Vermögensverwalter, bei twindepot mitzumachen?

Daniel Bartnick: Durch die Beteiligung an der Managementgebühr erwirtschaftet ein Depotmanager mit jedem zusätzlichen Anleger, der ihm folgt, auch zusätzliche Einnahmen.

Verraten teilnehmende Vermögensverwalter mit der Offenlegung ihrer Anlageentscheide nicht ihr Erfolgsrezept?

Daniel Bartnick: Wir suchen nur Depotmanager, die den Transparenzgedanken unserer Plattform voll unterstützen. Die Transparenz der Anlagestrategie und der einzelnen Anlageentscheidungen gegenüber dem Anleger ist entscheidend. So kann der Anleger zu jeder Zeit seinen aktuellen Depotstand einsehen und die Order des Depotmanagers stets nachvollziehen. Unsere Depotmanager und wir von twindepot sind fest davon überzeugt, dass eine solche Transparenz in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird.

Die Gewinne der Vermögensverwalter sollen gleichzeitig die Gewinne der Anleger auf twindepot sein. Wie garantieren Sie aber, dass die Vermögensverwalter die kommunizierten Anlageentscheide auch selbst realisieren?

Sebastian Sachs: Da die Depotmanager mit eigenem Kapital investiert sind, realisieren sie verhältnismässig immer dieselben Gewinne wie die ihnen folgenden Anleger. Dabei muss der Depotmanager genau wie der Anleger mit dem für seine Strategie notwendigen Mindestinvestment investiert sein. Jedes Depot des Depotmanagers muss mit echtem Geld ausgestattet und mit einer klaren Strategie kommuniziert werden. Das gibt dem privaten Anleger erstens eine gute Orientierung, welche Strategie für ihn die beste ist und zweitens die Sicherheit, dass der Depotmanager in seinem Interesse handelt.

Eine vollständige Spiegelung der Vermögensverwalterdepots ist nicht möglich. Welche Maximalabweichungen kann es geben?

Sebastian Sachs: Eine hundertprozentige Spiegelung eines Anlegerdepots mit dem Depot des ausgewählten Depotmanagers kann nicht immer gewährleistet werden. Aus verschiedenen Gründen kann eine geringe Abweichung – eine so genannte Drift – eintreten. Selbstverständlich stellt twindepot Massnahmen bereit, um diese Drift stets so gering wie möglich zu halten.

Bitte geben Sie uns ein Beispiel.

Daniel Bartnick: Da Wertpapiere immer nur als volle Stücke geordert werden können, kann sich eine Drift aufgrund von Abrundungen auf volle Stückzahlen ergeben. Ein Depotmanager verwaltet in seinem Depot zum Beispiel 100’000 Euro und haltet 222 Aktien eines Unternehmens. Sie folgen ihm als Anleger mit einer Anlage in der Höhe von 10’000 Euro und besitzen daher 22 Aktien desselben Unternehmens. Theoretisch müssten es 22,2 Aktien sein, was aber in der Praxis nicht möglich ist. Kauft der Depotmanager 20 Prozent, also 44 Aktien nach, müssten in Ihrem Depot neu 4,4 Aktien landen. In diesem Fall ordert twindepot für Sie lediglich 4 Aktien.

Wie funktioniert das Geschäftsmodell von twindepot? Welche Entschädigungen erhalten Sie vom Online-Broker, welche von den teilnehmenden Vermögensverwaltern?

Daniel Bartnick: twindepot ermöglicht es, das Depot des Börsenprofis im gleichen Verhältnis und vollautomatisch zu spiegeln. Da bei unserem Geschäftsmodell Anleger und Depotmanager ein echtes Depot mit echtem Geld führen, realisieren beide Seiten verhältnismässig sowohl die gleichen Ordergebühren als auch die gleichen Gewinne.

Durch unsere direkte Verbindung zu starken Partnerbrokern bieten wir besonders niedrige Gebühren bei allen ausgeführten Ordern an. Die Managementgebühr, die unsere Depotmanager den Anlegern in Rechnung stellen, wird hälftig mit uns geteilt.

Wo steht twindepot in fünf Jahren?

Daniel Bartnick: twindepot wird sich zu einer der ersten Anlaufstellen in Deutschland für die private Vermögensverwaltung für Kleinanleger entwickeln. Jedermann wird so in der Lage sein, einfach und kostengünstig die lukrativste und beste, für ihn passende Anlagestrategie zu finden und auch umzusetzen. Der Begriff «twindepot» soll dabei als Synonym für unsere Art des Investierens – die Spiegelung der Anlagedepots von professionellen Investoren für Kleinanleger – stehen. Eine zunehmende Anzahl von exzellenten Depotmanagern wird durch den Erfolg von twindepot und die guten Verdienstmöglichkeiten zu festen Kooperationspartnern. Einige Top-Performer werden ihren Lebensunterhalt aus den erzielten Einnahmen bestreiten können.

25. Juni 2012

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