Finanz-Startup yavalu: «Geld anlegen ist ganz einfach»

Matthias Lamberti ist Gründer und CEO des deutschen Finanz-Startups yavalu. Der Online- und Mobildienst yavalu bietet eine automatisierte Asset Allocation mit ETF-Produkten, Überwachung, Rebalancing sowie Alerts für Anleger mit und ohne Erfahrungen an und möchte damit die Vermögensverwaltung grundlegend verändern.

Die «richtige» Asset Allocation variiert unter anderem je nach zugrundeliegender Anlagetheorie. Auch die Beurteilung von Anlageklassen kann sich laufend ändern. Wie nimmt yavalu die Asset Allocation für Nutzer vor?

Matthias Lamberti: Die richtige Asset Allocation zu finden – und damit eine effektive Diversifikation im persönlichen Portfolio abzubilden – ist gar nicht so kompliziert. Viele Fondsmanager und Vermögensverwalter sind ständig auf der Suche nach der optimalen Anlagetheorie. Das Geheimnis einer erfolgreichen Geldanlage ist jedoch, dass es kein Geheimnis gibt. Das klingt nach einer sehr gewagten Aussage, aber wenn Sie die wesentlichen und wirklich wichtigen Dinge beachten, dann ist eine Geldanlage eine unglaublich einfache Angelegenheit, die jeder Anleger ohne Probleme alleine bewältigen kann. Die Asset Allocation von yavalu basiert genau hierauf: einer effektiven Diversifikation in möglichst unkorrelierten Anlageklassen, passend zur jeweiligen Risikotoleranz des Kunden.

Nach welchen Kriterien wählt yavalu aus der Vielzahl der ETF-Produkte aus?

Die Auswahl der optimalen ETFs basiert auf einem systematischen und regelbasierten Prozess. Es gibt vier wesentliche Kriterien, die jeder Anleger bei der Investition in ETFs berücksichtigen sollte und yavalu in seiner Auswahl abbildet: Kosten, Grösse, Abbildungsgenauigkeit und Qualität des ETF-Anbieters. Zusätzlich hat der yavalu-Kunde im Anschluss die freie Wahl, ob er einen Swap-basierten oder voll replizierenden ETF bevorzugen möchte. yavalu vertritt die Meinung, dass beide ETF-Formen ihre Vorteile haben und somit alle Formen gleichberechtigt mit in die engere Auswahl kommen.

Viele Anleger suchen einen Vermögensverwalter auch deshalb auf, weil sie keine Zeit haben, sich dauernd um Ihre Anlagen zu kümmern. Bei automatisierten Internet-Anlagelösungen ist vom Nutzer aber immer noch ein Aufwand sowie ein erhebliches Vorwissen gefordert.

Das gilt tatsächlich für die meisten Internet-Angebote. Bei yavalu finden aber gerade diejenigen Kunden eine Lösung, die ihre Geldanlage nicht täglich im Auge behalten wollen und können. Zum einen hat yavalu den Kauf der ETFs durch eine direkte Schnittstelle an die grössten deutschen Online-Broker vereinfacht. Zum anderen informiert yavalu proaktiv den Kunden per E-Mail, sobald einzelne Positionen zu sehr von der ursprünglichen Asset Allocation abweichen und bietet die Möglichkeit, auf Knopfdruck notwendige Anpassungen vorzunehmen. Hierzu sind die wichtigsten Online-Broker direkt an yavalu angeschlossen.

Wie verdient yavalu Geld?

Der Service von yavalu ist zu einem grossen Teil kostenlos. So kann man sich kostenlos ein Portfolio anlegen und im Internet oder auf dem iPhone die Entwicklung verfolgen. Möchte der Nutzer von yavalu auf notwendige Änderungen aufmerksam gemacht werden und von der Überwachung profitieren, so steht ein Abomodell zur Verfügung - unabhängig vom Anlagebetrag und ohne versteckte Gebühren.

Erhalten Sie Entschädigungen von den angehängten Finanzinstituten?

Unsere Unabhängigkeit von Finanzinstituten ist für uns ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Aus diesem Grund erhalten wir keine Retrozessionen oder Werbeeinnahmen von Banken und Fondgesellschaften. Falls sich dies eines Tages ändern sollte, werden wir klar kommunizieren, an welcher Stelle wir Werbeeinnahmen oder ähnliche Entschädigungen erhalten.  

Zukunftsforscher sprechen vom Trend, dass das Handy den Offline-Vermögensverwalter in den nächsten Jahren ablösen wird. In der Finanzwelt besteht allerdings noch der Konsens, dass die Vermögensverwaltung ein «People’s Business» bleibt. Wer hat Recht?

Der Trend ist klar: Das Handy ist als «Most Personal Computer» der engere und unabhängigere Ratgeber. Anlageberater befassen sich häufig nur oberflächlich mit dem Kunden selbst. In den meisten Fällen basieren die Vorschläge nicht auf den Bedürfnissen der Kunden, sondern sind durch andere Aspekte wie Provisionen getrieben. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage im Handelsblatt gaben 74 Prozent der befragten Banker an, dass Banken ihren Vertrieb nach den Provisionserlösen steuern. 40 Prozent der Bankberater gaben zu, dass die Vertriebsvorgaben der Banken dem Kundeninteresse häufig oder fast immer widersprechen. Daher ist es wichtig, dass neue unabhängige Geldanlagelösungen gefunden werden. yavalu ist einer der Vorreiter dieser Bewegung.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen: Wo steht die Vermögensverwaltung in fünf Jahren?

In fünf Jahren findet die Vermögensverwaltung für normale bis mittlere Vermögen komplett auf dem Smartphone statt. Die neuen technischen Möglichkeiten durch Smartphones und Tablet-PCs bilden natürlich die Grundlage dieser Entwicklung. Mehr und mehr Menschen erkennen zudem, dass sie Geld und Zeit sparen, wenn sie selbst ihre Geldanlage in die Hand nehmen. Im Internet gibt es dafür immer mehr interessante Angebote – und zwar für jedes Risikoprofil.

Februar 2012

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