Kreditkarten: Was tun bei Fehlbuchungen

Falsche Kreditkarten-Buchungen sind leider keine Seltenheit. Was Sie tun müssen, erfahren Sie im folgenden Ratgeber von moneyland.ch.

Leider kommt es vor, dass Kreditkarten-Transaktionen verrechnet werden, die gar nicht von Ihnen als Kreditkarten-Inhaber stammen. Dabei kann es sich um versehentlich abgerechnete Spesen eines Hotels oder Restaurants handeln. Aber auch betrügerische Kreditkarten-Belastungen gibt es immer wieder.

Beachten Sie deshalb die folgenden Tipps von moneyland.ch:

  1. Kontrollieren Sie Ihre Kreditkarten-Abrechnungen regelmässig – das gilt besonders nach Reisen im Ausland. Aber auch sonst lohnt sich ein Blick auf die Kreditkarten-Abrechnung. Kreditkarten-Betrüger könnten zum Beispiel regelmässig jeden Monat scheinbar «unauffällige» Beträge abheben.
     
  2. Melden Sie allfällige Unregelmässigkeiten so rasch als möglich bei Ihrem Kreditkartenherausgeber. Im Rahmen der Sorgfaltspflicht verlangen Schweizer Kreditkartenfirmen von Ihnen als Kunden nämlich, dass Sie eine falsche Belastung innerhalb von 30 Tagen melden. Andernfalls gilt Ihre Kreditkarten-Abrechnung als akzeptiert.
     
  3. Im Fall von falschen Transaktionen müssen Sie ein Beanstandungsformular (auch Chargeback-Formular genannt) ausfüllen. Das ist bei Kreditkarten-Herausgebern in der Regel online abrufbar. Aufgrund des vervollständigten Formulars wird dann ein Beanstandungsprozess in Gang gesetzt. Der Kreditkarten-Herausgeber wird Sie über die notwendigen weiteren Schritte in Kenntnis setzen.
     
  4. Die ursprüngliche Rechnung müssen Sie zwar auch im Fall von Fehlbuchungen vorerst begleichen. Nach dem Verschicken des Beanstandungsformulars wird Ihnen die Kreditkartenfirma aber den Fehlbetrag (provisorisch) zurückerstatten, auch wenn die Nachforschungen noch andauern.
     
  5. Behalten Sie wenn immer möglich alle Quittungen Ihrer Kreditkarten-Transaktionen auf. Das gilt gerade für Kreditkarten-Transaktionen auf Reisen in Restaurants, Hotels und Shops. Belege vereinfachen die Abklärungen in der Regel deutlich. Häufig sind dann keine weiteren Anstrengungen Ihrerseits mehr nötig.
  1. Falls Sie keine Quittungen mehr haben, verlangen oder empfehlen manche Kreditkarten-Herausgeber, dass Sie selbst zuerst den Händler (zum Beispiel das betreffende Restaurant oder Hotel) kontaktieren und eine Korrektur verlangen. Der Händler sollte dann über den Acquirer die Kreditkarten-Transaktion wieder korrigieren.

    Falls Sie den Händler nicht kontaktieren können – zum Beispiel wegen Sprachbarrieren – helfen Schweizer Kreditkartenherausgeber aber bei den Recherchen. Im Zweifelsfall gelten Schweizer Kreditkartenanbieter hier als kulant.
  1. Wenn die Kreditkartenherausgeber allerdings herausfinden, dass die Transaktionen trotzdem rechtmässig sind, können diese den bereits zurückerstatteten Betrag wieder erneut in Rechnung stellen. Zusätzlich können dann weitere Bearbeitungsgebühren für Kreditkarteninhaber anfallen.
  1. Wichtig zu wissen: Sie sind nur verpflichtet, für Transaktionen zu zahlen, die Sie autorisiert haben. Klassisches Beispiel sind Vorfälle mit der Minibar: Wenn das Hotel allfällige Minibar-Spesen nicht auf der Abrechnung belegt hat und diese nachträglich via Kreditkarte in Abzug bringt, ist dies nicht erlaubt. Sie können den Betrag also via Kreditkarten-Firma zurückfordern. Das Hotel hat aber die Möglichkeit, den nachträglich festgestellten Minibar-Konsum direkt bei Ihnen einzufordern. Dieselbe Regel gilt auch bei Waren und Leistungen wie Flügen, die nicht geliefert oder in Anspruch genommen worden sind. Allerdings sollten solche Vorfälle nachzuweisen sein.
  1. Schwieriger wird es, wenn Sie mit der Qualität einer gelieferten Ware nicht zufrieden sind. In der Regel kann dann der Kreditkartenherausgeber keine Rückerstattung erwirken. Hier müssen sind Ihre Differenzen im Allgemeinen mit dem Händler direkt klären.
  1. Bei ungeklärten Fragen bezüglich Kreditkarten können Sie sich gerne direkt beim Online-Vergleichsdienst moneyland.ch melden. Vielleicht können wir Ihnen weiterhelfen. 

Ihre Moneyland-Redaktion

Weiterführende Informationen
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