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Geld im Alltag

Das müssen Sie über die 4-Prozent-Regel wissen

15. März 2024 - Dan Urner

Viele Menschen träumen von einem vorzeitigen Ruhestand. Mit der sogenannten 4-Prozent-Regel soll das gelingen. moneyland.ch sagt, was dahintersteckt.

Sich schon in jungen Jahren zur Ruhe zu setzen, um mehr Zeit für Reisen, Hobbys, Freunde und Familie zu haben: Das ist der Traum zahlreicher Berufstätiger. Hartgesottene Fans der Idee haben sich zur sogenannten Fire-Bewegung zusammengeschlossen, was für «Financial Independence, Retire Early» steht – also finanzielle Unabhängigkeit, früher Ruhestand.

Um bei einem frühzeitigen Ruhestand mit 55, 50, 45 oder gar 40 Jahren nicht in finanzielle Engpässe zu geraten, müssen Sie genügend Ersparnisse anhäufen. Doch eine genaue Vorstellung über die Höhe der erforderlichen Rücklagen zu erlangen, kann kompliziert sein – genau hier kommt die 4-Prozent-Regel ins Spiel.

Woher kommt die 4-Prozent-Regel?

Die Regel basiert auf der sogenannten Trinity-Studie aus dem Jahr 1998. Die drei federführenden Professoren der Trinity University in San Antonio stellten fest, dass das Kapital eines gemischten Aktien- und Obligationenportfolios bei einer jährlichen Entnahme von 3 bis 4 Prozent mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für mindestens 30 Jahre hält. Bei höheren Entnahmeraten sinkt die Erfolgswahrscheinlichkeit demnach deutlich.  

Was ist die 4-Prozent-Regel?

Es gibt unterschiedliche Interpretationen der 4-Prozent-Regel. Eine häufige Interpretation besagt: Ab einem bestimmten Sparbetrag können Sie Ihrem Kapital jedes Jahr 4 Prozent entnehmen, ohne Ihr Kapital in den nächsten 30 Jahren vollständig aufzubrauchen. Dafür müssen Sie mindestens die 25-fache Höhe Ihrer Jahresausgaben angespart oder investiert haben. Zudem müssen Sie eine ausreichende Rendite auf Ihr Kapital erzielen, also etwa in Form von Kursgewinnen, Dividenden und Zinsen. Einige Interpretationen gehen auch von einer längeren Dauer als 30 Jahre aus. Bei einer Rendite von mindestens 4 Prozent erleiden Sie theoretisch gar keinen Kapitalverlust.

Um auch die Kaufkraft zu berücksichtigen, können Sie Ihren jährlichen Auszahlungsbetrag der Inflation anpassen. Bei einer Inflation von 2 Prozent erhöhen Sie Ihren Auszahlungsbetrag also im folgenden Jahr um 2 Prozent. Um Ihr Kapital gar nicht zu schmälern, wäre die nötige Rendite unter Berücksichtigung der Inflation dann 4.08 Prozent.

 

 

Mit dem Rechner «finanzielle Unabhängigkeit» von moneyland.ch können Sie interaktiv berechnen, wie viel Geld Sie für die finanzielle Unabhängigkeit benötigen und wie viel Geld Sie monatlich sparen müssen, um Ihr Ziel zu erreichen.

Wie kann ich genug Geld sparen?

Wer frühzeitig seine vollständige finanzielle Unabhängigkeit anstrebt, muss einen beträchtlichen Teil seines Lohns zum Sparen und Investieren verwenden. Die Rede ist häufig von 40 bis 50 Prozent des verfügbaren Einkommens. Sie kommen also in der Regel nicht umhin, Ihren Lebensstil einzuschränken und von «unnötigen» Konsumausgaben, etwa für Restaurants oder Shoppingtouren, abzusehen. Nicht umsonst werden Anhänger der Fire-Bewegung auch als Frugalisten bezeichnet – denn sie predigen eine frugale, konsumbewusste Lebensweise.

Die eigenen Ausgaben zu reduzieren, erfordert Disziplin und eine genaue Budgetplanung. Wer das Ziel des frühzeitigen Ruhestands mit Eifer und Ehrgeiz verfolgt, sollte alle möglichen Sparpotenziale ermitteln und ausschöpfen. Vor allem für die grössten Kostenblöcke: Wohnkosten, Krankenkasse und Lebensmittel. Einen genauen Überblick über Ihre Ausgaben zu haben, ist aber ohnehin ratsam, etwa wenn Sie sich einen Notgroschen ansparen möchten.

Sie sollten sich aber nicht zu sehr einschränken. Wer wichtige persönliche Bedürfnisse vernachlässigt, tut sich keinen Gefallen – und gefährdet auch den langfristigen Erfolg Ihrer finanziellen Unabhängigkeit. Es ist wichtig, einen Weg zu finden, den Sie über viele Jahre hinweg durchhalten können.

Wie sollte ich das Geld anlegen?

Das angesparte Geld einfach auf einem Privat- oder Sparkonto zu deponieren, verspricht keinen Erfolg. Zwar ist das Risiko gering, eine jährliche Rendite von rund vier Prozent lässt sich damit aber nicht erwirtschaften.

Erfolgversprechender ist es in der Regel, das Geld diversifiziert auf dem Aktienmarkt anzulegen, zum Beispiel über passive Exchange Traded Funds (ETF). Das Verlustrisiko ist höher, langfristig resultiert aber im Regelfall eine bessere Performance. Wichtig: Sie sollten Ihre Gebühren so niedrig wie möglich halten, denn sie schmälern Ihre Rendite. Der Broker-Vergleich von moneyland.ch hilft Ihnen auf der Suche nach einem günstigen Trading-Anbieter.

Wer sein Geld von 2003 bis 2023 in den Swiss Performance Index (SPI) investiert hätte, hätte eine jährliche Durchschnittsrendite von 7.54 Prozent erzielt (ohne Berücksichtigung von Bank- und Produktgebühren) – höher als 4 Prozent. Dies zeigt der historische Renditerechner von moneyland.ch. Auf einem durchschnittlichen Sparkonto hätte sich Ihre jährliche Rendite hingegen nur auf 0.29 Prozent belaufen. Die Inflation wurde in beiden Beispielen nicht berücksichtigt.

Welche Probleme hat die 4-Prozent-Regel?

Die 4-Prozent-Regel ist eine gute Orientierungshilfe, kommt wie viele theoretische Formeln jedoch nicht ganz ohne Schwachpunkte aus. Es gibt mehrere Probleme:

  • Volatilität: Der Aktienmarkt ist volatil. Dass Sie in jedem Jahr eine Rendite von mindestens 4 Prozent erzielen, ist auch bei diversifizierten Anlagen nicht garantiert. Höhere Rendite stellen sich zumeist erst langfristig ein, in einzelnen Jahren und auch über mehrere Jahre hinweg kann die Performance auch negativ ausfallen. Dies kann vor allem zu Beginn Ihrer Entnahmephase ein Problem darstellen: Bei Kursverlusten laufen Sie Gefahr, zu viel Kapital aufzubrauchen. Dies wird als Renditereihenfolge-Risiko bezeichnet.
  • Unvorhergesehenes: Das auf Grundlage der 4-Prozent-Regel geäufnete Kapital fusst auf Ihren üblichen Jahresausgaben. Infolge unvorhergesehener Ernstfälle können Ihre effektiven Kosten in manchen Jahren aber höher sein. Damit Sie nicht zu viel von Ihrem Kapital aufbrauchen müssen, sollten Sie Ihre jährlichen Ausgaben grosszügig kalkulieren. Zudem kann ein zusätzlicher Spartopf für Notfälle, also ein Notgroschen, ratsam sein.
  • Dauer: Die der Regel zugrunde liegende Trinity-Studie hat lediglich Zeiträume von maximal 30 Jahren untersucht. Wer aber in jungen Jahren in den Ruhestand gehen will, muss häufig länger als 30 Jahre von seinem Kapital zehren.

Weitere Informationen:
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Redaktor Dan Urner
Dan Urner ist Redaktor bei moneyland.ch.
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