Banken Sparpotenzial Schweiz 2022
News: Banken

Bankkunden könnten 10.7 Milliarden Franken sparen

12. April 2022 - Benjamin Manz

Schweizerinnen und Schweizer wechseln ihre Bank nur selten. Das macht sich im Portemonnaie bemerkbar: Pro Jahr verlieren Schweizer Bankkundinnen und -kunden 10.7 Milliarden Franken, weil sie nicht zu den günstigsten Angeboten wechseln.

Schweizer Bankkunden sind für ihre Wechselfaulheit bekannt. Das rächt sich – zumindest finanziell. Um den Geldbetrag hochzurechnen, der ihnen jährlich durch die Lappen geht, hat moneyland.ch für verschiedene Bankprodukte das durchschnittliche Sparpotenzial analysiert.

18’000 Franken pro Person

Das Sparpotenzial gibt die Ersparnisse an, wenn alle Privatkundinnen und -kunden zum günstigsten oder bestverzinsten Angebot wechseln würden. moneyland.ch hat das Sparpotenzial für Privatkunden in den Bereichen Privatkonten (inklusive Debitkarten), Sparkonten, 3a-Sparkonten, 3a-Vorsorgefonds, Kreditkarten, Hypotheken, Online-Trading und Vermögensverwaltung analysiert. In der Analyse nicht berücksichtigt wurden die Sparmöglichkeiten von Firmenkunden.

Das von moneyland.ch hochgerechnete jährliche Sparpotenzial für Bankkunden beträgt 10.7 Milliarden Franken. «Personen, die in allen untersuchten Bereichen ein Bankprodukt haben, könnten im Durchschnitt 18‘000 Franken jährlich einsparen», so Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch. Wer überdurchschnittlich teure Produkte nutzt, könnte mit einem Wechsel zu den besten Angeboten noch viel mehr sparen.

Hypotheken: 5.5 Milliarden Franken

Hypotheken sind der wichtigste Ertragspfeiler vieler Schweizer Banken. Hier ist auch das landesweite Sparpotenzial am grössten. Im Durchschnitt könnten Hypothekarnehmer mit einem Wechsel zur Bank mit dem tiefsten Hypothekarzinssatz 3705 Franken jährlich einsparen – das sind etwas mehr als 5.5 Milliarden Franken für alle Kundinnen und Kunden. Viele Eigenheimbesitzer entscheiden sich immer noch für das erstbeste Angebot der Hausbank, ohne zu vergleichen, Konkurrenz-Offerten einzuholen und zu verhandeln. Da die Zinssätze wieder am Steigen sind, wird das Sparpotenzial voraussichtlich noch zunehmen.

Vermögensverwaltung: 2 Milliarden Franken

Bei vielen Banken sind Vermögensverwaltungsmandate teuer. Mittlerweile gibt es aber eine Reihe von neuen digitalen Anbietern, die eine Vermögensverwaltung markant günstiger offerieren. Das durchschnittliche Sparpotenzial pro Kunde ist mit 13‘200 Franken pro Jahr das höchste – das hängt mit den grossen Kostenunterschieden und den hohen Anlagebeträgen zusammen. Auf alle Schweizer Kundinnen und Kunden hochgerechnet ergibt das ein Sparpotenzial von 2.026 Milliarden Franken.

Privatkonten: 1.2 Milliarden Franken

Das durchschnittliche Sparpotenzial beträgt für Erwachsene 180 Franken, für Jugendliche 124 Franken pro Jahr. Hochgerechnet auf alle Kundinnen und Kunden sind das eindrückliche 1259 Millionen Franken, die die Bevölkerung jedes Jahr mit dem günstigsten Konto und der günstigen Debitkarte einsparen könnten. Bei Privatkonten kommt es im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld vor allem auf die Gebühren an – darunter die Kosten für die Kontoführung, den Zahlungsverkehr, Bargeldbezüge sowie Einkäufe im In- und Ausland mit der Debitkarte. Neu sind seit wenigen Jahren Smartphone-Banken am Markt, die diese Leistungen besonders günstig anbieten.

Sparkonten: 800 Millionen Franken

Auf Schweizer Sparkonten gibt es zwar kaum mehr Zinsen – das Sparpotenzial hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Trotzdem gibt es noch einzelne Sparkonten mit einer etwas höheren Verzinsung. Das führt zu einem durchschnittlichen Sparpotenzial von immerhin 144 Franken pro Kunde und Jahr. Auf alle Kundinnen und Kunden hochgerechnet sind das 799 Millionen Franken. So viel könnten die Kunden in der Summe sparen, wenn alle zum Sparkonto mit dem höchsten Zinssatz wechseln würden.

Kreditkarten: 500 Millionen Franken

Das Sparpotenzial für einen Durchschnittskunden beträgt 83 Franken pro Jahr – ohne Berücksichtigung von Prepaid- und teuren Platinum-Karten. Das ergibt auf alle Kartenbesitzerinnen und -besitzer hochgerechnet ein jährliches Sparpotenzial von 496 Millionen Franken. Viele Kreditkarten-Kunden haben eine überdurchschnittlich teure Kreditkarte – manche könnten mit einem Wechsel zur günstigsten Karte sogar mehr als 1000 Franken sparen.

Online-Trading: 329 Millionen Franken

Das Sparpotenzial im Bereich Online-Trading von Aktien und anderen Wertschriften ist gegenüber den Vorjahren markant gestiegen. Das hat zum einen damit zu tun, dass günstige Anbieter in den Schweizer Markt eingestiegen sind. Zum anderen gibt es aufgrund der Corona-Krise und dem Bitcoin-Trend deutlich mehr Traderinnen und Trader in der Schweiz als noch vor einigen Jahren. Das durchschnittliche Sparpotenzial für Kunden, die zum günstigsten Schweizer Broker wechseln, beträgt 405 Franken pro Jahr. Das sind insgesamt 329 Millionen Franken pro Jahr. Für viele Personen, die noch bei ihrer Hausbank Aktien kaufen, wäre das Sparpotenzial aber noch deutlich höher – manche zahlen Tausende von Franken drauf.

Säule-3a-Vorsorgefonds: 182 Millionen Franken

Säule-3a-Vorsorgefonds sind in der risikoscheuen Schweiz weiterhin weniger verbreitet als 3a-Sparkonten. Trotzdem ist das gesamte jährliche Sparpotenzial mit 182 Millionen Franken leicht höher. Das liegt daran, dass die durchschnittlichen Gebühren von Vorsorgefonds hoch und die Gebühren-Unterschiede zwischen den Fonds markant sind. Auch verzeichneten Vorsorgefonds wegen den niedrigen Zinsen und vermehrten Marketing-Ausgaben der Banken in den letzten Jahren starke Zuflüsse. Neben den Verwaltungsgebühren können weitere Zusatzkosten wie Depotgebühren, Ausgabe- und Rücknahmegebühren anfallen. Im Durchschnitt können Kunden mit einem Wechsel zum günstigsten Vorsorgefonds 236 Franken pro Jahr sparen.

Säule-3a-Sparkonten: 121 Millionen Franken

Bei 3a-Sparkonten sind nicht die Gebühren, sondern die Zinssätze relevant. Diese sind mit durchschnittlich 0.05 Prozent zwar mittlerweile sehr tief. Einzelne 3a-Konten offerieren aber immer noch bis zu 0.25 Prozent. Das führt zu einem durchschnittlichen Sparpotenzial von 47 Franken pro Kunde und Jahr. Auf alle Kunden hochgerechnet sind das immerhin 121 Millionen Franken.

Sparpotenzial wäre noch höher

«Wie viel eine Person im Einzelfall sparen kann, hängt davon ab, welche Bankprodukte sie nutzt und von welchem Anbieter sie stammen», so Benjamin Manz von moneyland.ch. Er gibt zudem zu bedenken, dass für die Studie bestimmte Produktkategorien wie Bankpakete, Kassenobligationen, Freizügigkeitskonten, Privatkredite, Teilzahlungskredite und Leasing-Angebote nicht berücksichtigt wurden. «Das Sparpotenzial aller in der Schweiz erhältlichen Bankprodukte wäre darum noch deutlich höher», sagt Manz.

Sparpotenzial Schweizer Bankkunden 2022

Kategorie ganze Schweiz Durchschnitt pro Kopf maximal pro Kopf
Hypothek CHF 5502 Mio. CHF 3705 CHF 5143
Vermögensverwaltung CHF 2026 Mio. CHF 13'200 CHF 28'200
Privatkonto CHF 1259 Mio. CHF 180 (CHF 124 für Jugendliche) CHF 305 (CHF 175 für Jugendliche)
Sparkonto CHF 799 Mio. CHF 144 CHF 202
Kreditkarte CHF 496 Mio. CHF 83 CHF 697
Trading CHF 329 Mio. CHF 405 CHF 1081
Säule-3a-Fonds CHF 182 Mio. CHF 236 CHF 434
Säule-3a-Sparkonto CHF 121 Mio. CHF 47 CHF 59
Total CHF 10.714 Mrd.    

alle Angaben pro Jahr, Stand März 2022

Weitere Informationen:
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Experte Benjamin Manz
Benjamin Manz ist Geschäftsführer von moneyland.ch und unabhängiger Experte für Banken- und Finanzthemen.