Matthias, was ist findependent?
findependent ist ein Fintech-Start-up aus Aarau. Wir bieten mit unserer Anlage-App die digitale Vermögensverwaltung für jedermann – 75 Prozent günstiger als traditionelle Banken, aber genau so sicher und «Swiss made».
Das Unternehmen wurde 2019 gegründet, die App ist seit Februar 2021 verfügbar. Mehr als 25’000 Kundinnen und Kunden nutzen unsere Anlagelösungen seither für günstiges und einfaches Investieren. Die verwalteten Vermögen betragen über 400 Millionen Franken. Beide Kennzahlen entwickeln sich rasant, womit findependent zu den schweizweit am stärksten wachsenden Start-ups im Bereich der digitalen Vermögensverwaltung gehört.
findependent beschäftigt insgesamt zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen wird privat gehalten – und ist damit vollständig unabhängig von Grosskonzernen. 40 Prozent gehören den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, während private Investoren sowie 1500 Kundinnen und Kunden, die sich an einem Crowdinvesting im Sommer 2024 beteiligt haben, je 30 Prozent halten.
Wie sehen eure Anlagelösungen denn konkret aus?
Wir setzen konsequent auf ETF (Exchange Traded Funds). So sind die Kundinnen und Kunden bereits mit kleinen Beträgen breit abgestützt investiert, in über 3000 Unternehmen. Die Anlagelösungen haben eine globale Ausrichtung mit einem klaren Schwergewicht in der Schweiz.
Mithilfe eines kurzen Fragebogens in der App ermitteln wir, welche Anlagelösung am besten passt. Dabei hat die Anlegerin und der Anleger immer das letzte Wort. Sie können den Vorschlag direkt annehmen oder sich für eine andere der fünf fixfertigen Anlagelösungen entscheiden. Diese unterscheiden sich grob gesagt nach der Höhe der Aktienquote, von 20 Prozent (Vorsichtig) bis 99 Prozent (Risikofreudig).
Nach der Auswahl der Anlagelösung ist der Aufwand auch schon abgeschlossen, nun übernimmt findependent und erledigt den Rest. Jede zusätzliche Einzahlung wird ebenfalls wieder automatisch investiert.
Du sagtest, dass man findependent bereits mit kleinen Beträgen nutzen kann, was heisst das konkret?
Anlegerinnen und Anleger sind schon ab 500 Franken dabei, anschliessend investieren wir – grob gesagt – jede zusätzliche 50er-Note automatisch. Mögen es Anlegerinnen und Anleger etwas individueller, können sie sich ihre Anlagelösung ab 5000 Franken sogar selbst aus rund 40 vorselektionierten ETF zusammenstellen.
Wer nimmt denn diese Selektion der ETF vor und wie muss man sich das vorstellen?
Unser Anlagekomitee um Prof. Dr. Thorsten Hens von der Uni Zürich berät unser Investment-Management nicht nur bei der Formulierung unserer Anlagegrundsätze, sondern auch bei der Selektion der ETF. Die Auswahl erfolgt nach strengen Kriterien wie beispielsweise Grösse, Alter und Gesamtkostenquote (TER) des ETF. Hinzu kommen Aspekte wie das Fondsdomizil und die Replikationsart. Besonders wichtig: Wir sind vollkommen unabhängig und wählen nur ETF aus, für die wir keinerlei Entschädigungen von Anbietern erhalten. Wir bedienen uns am gesamten Universum – das sind rund 2000 an der Schweizer Börse gehandelte ETF.
Findet eine solche App im Markt Anklang?
Wir denken ja. Unsere über 25’000 Kundinnen und Kunden sind schon eine tolle Auszeichnung. Dazu gewannen wir bereits drei Awards, zweimal als «Robo-Advisor des Jahres» 2024 und 2025 und für einmal für unsere Lösung zum «Anlegen für Kinder», welche bereits über 7000 Mal genutzt wird.
Wer ist die typische Nutzerin oder der typische Nutzer von findependent?
Im Durchschnitt sind unsere Nutzerinnen und Nutzer knapp 40 Jahre alt und investieren regelmässig, meist monatlich via Dauerauftrag. Die Anlagesummen sind so individuell wie wir alle. Von ein paar tausend Franken bis zur Million ist alles vertreten. Das zeigt uns, dass Einfachheit und tiefe Kosten, kombiniert mit einem tollen Service mit persönlichem Touch, für alle attraktiv sind – genau wie wir es uns vorgestellt haben.
Was schätzen Nutzer an der App?
Nutzerinnen und Nutzer mögen an der App ihre Übersichtlichkeit und Einfachheit. Zudem wird das Team für seine Zugänglichkeit und den persönlichen Support geschätzt. Die Bewertung im App Store und im Play Store beträgt je 4.8 von fünf Sternen.
Als schweizweit erster reiner ETF-Vermögensverwalter hat findependent die Bewilligung der Finma als kontoführendes Wertpapierhaus erhalten. Was bedeutet das konkret?
Kundinnen und Kunden brauchen künftig keine externe Depotbank mehr. Neu tritt findependent nicht nur als Vermögensverwalter auf, sondern auch als kontoführendes Institut. Das heisst: Konten und Wertschriftendepots führt findependent von nun an selbst.
Als Wertpapierhaus erfüllt findependent dieselben Bedingungen betreffend Eigenmittel, Liquidität und Cyber-Security wie eine Bank. Das Kontoguthaben – 1 Prozent der angelegten Summe – wird auch künftig durch die Einlagensicherung geschützt. Die ETF-Anlagen gehören als Sondervermögen weiterhin nur den Kundinnen und Kunden selbst.
Warum hat findependent die Bewilligung beantragt?
Als Wertpapierhaus kann findependent einerseits die Datenaktualisierung (beispielsweise Transaktionen, Ein- und Auszahlungen) beschleunigen und so das Erlebnis in der App nochmals signifikant verbessern.
Andererseits kann findependent nun eigene Säule-3a-Anlagelösungen lancieren. Dies wird in der zweiten Jahreshälfte stattfinden.
Ab wann wird findependent ein kontoführendes Wertpapierhaus?
Ab sofort ist findependent ein kontoführendes Wertpapierhaus. Die Umstellung erfolgt schrittweise. Für neue Anlegerinnen und Anleger gilt die Umstellung sofort, während bestehende Kundenbeziehungen im Laufe der kommenden Monate in das neue System überführt werden.
Der Markt für die digitale Geldanlage ist umkämpft, wie hebt ihr euch von der Masse ab?
Wir sind ein erfahrenes, aber gleichzeitig echt zugängliches Team und kombinieren eine digitale Anlagelösung mit persönlichem Service. Wir tun das mit Herzblut und aus Überzeugung. Und wir möchten mit findependent zeigen, dass man auch ohne Hilfe von Grosskonzernen, also ganz «uncorporate», eine Anlagelösung für die breite Masse liefern kann.