Hypothek: wie richtig ablösen? Jetzt die 11 besten Refinanzierungstipps lesen

Was gilt es bei der Verlängerung einer Hypothek zu beachten? Im folgenden Hypotheken-Ratgeber von moneyland.ch erfahren Sie die 11 wichtigsten Tipps, die Sie bei einer Refinanzierung befolgen sollten.

Früher oder später müssen Sie Ihre Fest- oder LIBOR-Hypothek verlängern. Viele Schweizer Eigenheimbesitzer zahlen allerdings zu viel Geld für Ihre Hypotheken-Ablösungen, weil sie einige einfache Ratschläge nicht beachten. Im Folgenden listet moneyland.ch die wichtigsten Tipps für eine günstige Verlängerung auf.

1. Vergleichen

Viele Schweizer Eigenheimbesitzer lassen ihre Hypothek automatisch bei Ihrer Hausbank verlängern. Gegen eine Ablösung bei der bestehenden Bank ist im Grundsatz nichts einzuwenden. Nur ist es häufig so, dass andere Anbieter mit noch günstigeren Hypothekarangeboten aufwarten.

Ein unabhängiger Vergleich lohnt sich deshalb. Den umfangreichsten Schweizer Vergleich von Hypothekarzinsen finden Sie auf moneyland.ch. Die Zinssätze werden täglich aktualisiert. Beachten Sie aber, dass es sich bei den meisten Banken und Versicherungen nur um Richtzinsen handelt.

2. Offerten anfordern

Nach einem ersten Vergleich der Richtzinsen lohnt es sich, konkrete Offerten mit den effektiven Zinsen einzuholen. Dies kann sogar dann lohnenswert sein, wenn Sie mit Ihrer Hypothek bei Ihrer Hausbank bleiben möchten. Die Chancen stehen gut, dass Sie mit günstigeren Offerten von konkurrierenden Hypothekaranbietern noch bessere Konditionen bei Ihrer bestehenden Bank herausholen können.

3. Online-Hypotheken nicht vergessen

Immer mehr Schweizer Hypothekaranbieter lancieren Online-Hypotheken. Diese sind gerade für Ablösungen beliebt und locken mit besonders günstigen Zinssätzen. Zwar ist die Beratung bei Online-Hypotheken auf ein Minimum beschränkt. Wer allerdings bereits eine Hypothek hat, benötigt in der Regel keine vertiefte Beratung mehr. Ein weiterer Vorteil von Online-Hypotheken: Die publizierten Zinssätze entsprechen in der Regel den effektiven Zinssätzen, sind also keine reinen Schaufensterpreise.

4. Zinsangebote genau analysieren

Manche Banken locken mit speziellen Zinsangeboten – bei näherem Hinschauen aber nur für Neukunden. Oft werden solche Vergünstigungen auch Starthypotheken genannt, die für Verlängerungen nicht gelten. Lassen Sie sich aber nicht beirren: Es gibt auch für Refinanzierungen genügend günstige Angebote auf dem Markt.

5. Verhandeln

Der Hypotheken-Markt funktioniert wie ein Basar: Wer nicht verhandelt, zahlt drauf. Scheuen Sie sich deshalb nicht, bei Hypotheken um den besten Preis zu feilschen. Schliesslich geht es um viel Geld – bei langfristigen Hypotheken kann das Sparpotenzial rasch einmal mehr als 10'000 Franken betragen. Eine gute Verhandlungsgrundlage bieten Konkurrenz-Offerten oder der Hinweis, dass es Online-Hypotheken noch günstiger sind. Verhandeln ist bei den meisten Banken und Versicherungen möglich (mit einigen Ausnahmen wie bei Online-Hypotheken).

6. Frühzeitige Ablösung erwägen

Je nach Zinssituation und Ihren laufenden Hypothekarkosten kann sich unter Umständen ein vorzeitiger Ausstieg aus Ihrem Hypothekarvertrag lohnen. Zwar sind die Strafgebühren häufig hoch. Wenn die Zinsdifferenz zwischen der abzulösenden und der neuen Hypothek gross genug ist, kann sich aber in seltenen Fällen ein frühzeitiger Ausstieg lohnen. moneyland.ch hat einen Hypotheken-Rechner für vorzeitige Ablösungen programmiert, der Ihnen Ihr Ausstiegsszenario automatisch berechnet.

7. Zinsfixierung in Betracht ziehen

Je nach Zinssituation kann es sich lohnen, bereits Monate vor Vertragsende eine Verlängerung zu einem bestimmten Zinssatz abzuschliessen. Viele Banken haben dafür so genannte Forward- oder Termin-Hypotheken im Angebot, mit welchen Sie die Zinsen bis zu zwei Jahren im Voraus fixieren können.

Als Nachteil sind die Gebühren von Terminhypotheken zu nennen, denn die Zinsabsicherung hat ihren Preis. Ob sich eine Terminhypothek lohnt, ist neben den Gebühren von Ihrer Zinsprognose abhängig. Sinken die Zinsen, zahlen Sie mit einer Terminhypothek drauf. Steigen die Zinsen, profitieren Sie. Ein Kostenrisiko bleibt bestehen, da niemand mit Sicherheit weiss, wie sich die zukünftigen Hypothekarzinsen entwickeln.

8. Richtiges Modell wählen

Wie bei einer Neuhypothek gilt auch bei der Ablösung einer bestehenden Hypothek, dass Sie sich wiederum für das beste Modell entscheiden sollten. Das hängt zum einen von Ihrer finanziellen Situation, zum anderen aber auch vor allem von der längerfristigen Zinsprognose ab.

In einem Tiefzinsumfeld sind besonders Festhypotheken mit langen Laufzeiten beliebt, in einem volatileren Zinsumfeld auch LIBOR-Hypotheken. Gemischte Hypotheken, welche festverzinsliche mit LIBOR-Hypotheken verbinden, mögen in Einzelfällen Sinn ergeben. Solche Modell-Kombinationen können aber auch den zukünftigen Wechsel zu einem anderen Anbieter erschweren und sind deshalb häufig nicht empfehlenswert.

9. Richtigen Hypothekarbetrag wählen

Eine Hypotheken-Ablösung ist ein guter Zeitpunkt, den bestehenden Hypothekarbetrag nochmals unter die Lupe zu nehmen. Je nach Finanz- und Zinssituation kann es sich beispielsweise lohnen, die Hypothek vorzeitig weiter zu amortisieren. Das frühzeitige Abzahlen lohnt sich allerdings nicht, wenn Sie das Geld zu einem besseren Zinssatz anderweitig anlegen können.

10. Achtung vor teuren Vermittlern

Mittlerweile sind viele Schweizer Hypotheken-Vermittler am Markt. Leider sind darunter auch solche, die mehr ihr eigenes Wohl als dasjenige der Kunden im Auge haben. Ein möglicher Interessenkonflikt sind Vermittlungsprovisionen, welche die Vermittler von den Banken oder Versicherungen erhalten.

Ein guter Hypotheken-Vermittler kann den Vorteil haben, dass er Ihnen Arbeit abnimmt, hilfreiche Beratungsdienstleistungen anbietet und günstige Offerte organisiert. Gerade für Ablösungen ist aber der Gang zu einem Vermittler nicht immer günstiger, zumal die meisten Vermittler nur eine Auswahl an Hypotheken-Anbietern im Portfolio haben. Empfehlenswert können gute Honorarberater sein: Hier zahlen Sie zwar für die Beratung, erhalten aber im Idealfall eine unabhängige Beratung und zusätzlich die Vermittlungsprovision zurück.

11. Frühzeitig informieren

Für alle vorhergehenden Ratschläge gilt, dass Sie diese so früh als möglich befolgen sollten. Schauen Sie im Vertrag nach, wie lange eine allfällige Kündigungsfrist ist. Wenn Sie erst kurz vor Ende der Kündigungsfrist mit Vergleichen beginnen, kann es für eine günstige Ablösung bereits zu spät sein. Unter Umständen müssen Sie dann auf eine teure variable Hypothek ausweichen, um die Zeit für den Wechsel zu einer neuen Fest- oder LIBOR-Hypothek zu überbrücken.

Weitere Informationen:
Hypotheken im neutralen Zinsvergleich
Hypothek frühzeitig ablösen: Rechner

Über das Moneyland-Magazin

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