Die Krankenkassenprämien steigen 2026 um durchschnittlich 4.4 Prozent. Das gab Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider heute an einer Medienkonferenz in Bern bekannt. Am stärksten sind die Preiserhöhungen in den Kantonen Tessin (7.1 Prozent), Wallis (5.9 Prozent) und Appenzell Innerrhoden (5.7 Prozent). Im Kanton Zug reduzieren sich die Krankenkassenprämien hingegen um 14.7 Prozent. Grund für diese deutliche Prämiensenkung ist, dass sich der Kanton Zug in den Jahren 2026 und 2027 sehr stark an den Spitalkosten beteiligen wird.
Der unabhängige Vergleichsdienst moneyland.ch hat die Prämien bereits analysiert. Die Auswertung zeigt: Je nach Wohnort und Krankenkasse unterscheiden sich die Kosten massiv. Eine wichtige Erkenntnis ist: Trotz des allgemeinen Anstiegs können Versicherte sparen, indem sie die Krankenkasse wechseln.
Trotz steigender Prämien sind oft Einsparungen möglich
«Mit einem Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse oder zu einem Sparmodell bei der gleichen Kasse können viele Versicherte ihre Ausgaben reduzieren: Wer das richtige Produkt wählt, kann trotz der Prämienerhöhung Geld sparen», erklärt Geld-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch. «Damit haben es die Konsumentinnen und Konsumenten selbst in der Hand», ergänzt Ralf Beyeler.
Diese Sparmöglichkeiten gibt es:
Die Krankenkassen bieten viele verschiedene Produkte an. Die grössten Sparmöglichkeiten:
- Je höher die Franchise, desto niedriger sind die Prämien. Allerdings müssen Versicherte im Krankheitsfall höhere Kosten selbst tragen. Gemäss Berechnungen von moneyland.ch ist bei jährlichen Behandlungskosten ab etwa 1800 bis 1900 Franken die 300er-Franchise am günstigsten, ansonsten die 2500er-Franchise.
- Alternative Versicherungsmodelle senken die Prämien. Allerdings gibt es einige Einschränkungen: Versicherte müssen sich im Krankheitsfall an die vertraglich vereinbarte Anlaufstelle wenden. Ausserdem kann es weitere Bedingungen geben, zum Beispiel einen Generika-Zwang oder Vorschriften, in welchen Apotheken die Medikamente bezogen werden müssen.
Übrigens: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind meistens über ihren Arbeitgeber unfallversichert. In diesem Fall ist es sinnvoll, bei der Krankenkasse den Ausschluss aus der Unfallversicherung zu beantragen. Dies spart Prämien und vermeidet eine Doppelversicherung.
Wo hoch ist die Prämie an meinem Wohnort?
Die Krankenkassenprämien unterscheiden sich in der Schweiz je nach Wohnort. Die Schweiz ist dafür in 42 Prämienregionen eingeteilt. Jede Region umfasst entweder einen ganzen Kanton oder Teile eines Kantons.
Die folgende Karte zeigt für alle Schweizer Gemeinden die Krankenkassenprämie der günstigsten Krankenkasse mit einer 300er-Franchise an. Eine 300er-Franchise ist finanziell sinnvoll für Personen mit jährlichen Behandlungskosten ab etwa 1800 bis 1900 Franken.
Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen sind gewaltig: Am teuersten ist die jeweils günstigste Krankenversicherung in Genf (562 Franken) und in Lugano (554.70 Franken). Am günstigsten sind die Prämien im Kanton Zug (317.30 Franken), im Kanton Appenzell Innerrhoden (335.20 Franken) und im Kanton Uri (357.80 Franken). Damit ist die günstigste Krankenkassenprämie in Genf über 77 Prozent teurer als in Zug.
Auch bei den Krankenkassenprämien mit einer 2500er-Franchise gibt es zwischen den verschiedenen Regionen grosse Unterschiede. Am günstigsten ist die Prämie der günstigsten Krankenkasse im Kanton Zug (196 Franken), am teuersten in Lugano (449.90 Franken). Das ist ein Unterschied von 253.90 Franken beziehungsweise knapp 130 Prozent.
Welche Krankenkassen sind am günstigsten?
Je nach Region ist eine andere Krankenkasse am günstigsten. Eine Auswertung von moneyland.ch zeigt: Am häufigsten ist Agrisano am günstigsten, nämlich 25-mal. Danach folgen Sanitas und Sympany (je neunmal). Für diese Auswertung wurden die günstigste Prämie für Erwachsene mit 300er-Franchise sowie 2500er-Franchise berücksichtigt, das sind total 84 Datenpunkte.
Grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Krankenkassen
Wie in der Vergangenheit unterscheiden sich die Prämien je nach Krankenkasse deutlich. moneyland.ch hat für die zehn grössten Schweizer Städte eine Analyse mit der günstigsten Prämie und der teuersten Prämie erstellt. Ausgangslage war die Grundversicherung für Erwachsene Personen mit einer Franchise von 300 Franken. Es wurden für die Analyse alle Modelle berücksichtigt.
Die Analyse zeigt deutlich, dass in jeder dieser zehn Städte grosse Preisunterschiede bestehen. In Genf ist die Bandbreite besonders hoch: Die günstigste Krankenkasse kostet monatlich 562 Franken, die teuerste hingegen 868.10 Franken. Damit beträgt das Sparpotenzial dort 306.10 Franken. Oder anders gesagt: Die teuerste Krankenkasse ist 306.10 Franken teurer pro Monat als die günstigste Krankenkasse – pro Jahr gar 3673.20 Franken. In Winterthur beträgt der Unterschied zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse dagegen «nur» 154.90 Franken pro Monat. Das sind pro Jahr 1858.80 Franken.
Methodik
Für diese Medienmitteilung hat moneyland.ch die offiziellen Informationen vom Bundesamt für Gesundheit zu den Krankenkassen-Prämien 2026 ausgewertet. Sofern nicht ausdrücklich anders geschrieben, beziehen sich alle Aussagen auf die Prämien in der Grundversicherung für erwachsene Personen ab 26 Jahren. Nicht berücksichtigt wurden für diese Analyse die Prämien für Kinder und junge Erwachsene. Es wurden die Prämien ohne Unfalldeckung berücksichtigt.
In den Schweizer Karten wurden die Prämien mit einer 300er- und 2500er-Franchise für alle Gemeinden in der Schweiz angegeben.
Für die Analysen zu den Städten wurden die Angebote aller Krankenkassen für die zehn grössten Schweizer Städte Zürich, Genf, Basel, Bern, Lausanne, Winterthur, Luzern, St. Gallen, Lugano und Biel berücksichtigt. Berücksichtigt wurden die Prämien mit einer 300er-Franchise. Lokale Angebote wurden nicht zwingend berücksichtigt.
Weitere Informationen:
Schweizer Krankenkassen-Vergleich