2027 steigen die Krankenkassenprämien durchschnittlich um 5.0 Prozent. Dies gab Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider am Dienstag an einer Medienkonferenz in Bern bekannt. Die stärksten Prämienerhöhungen gibt es in den Kantonen Jura (6.6 Prozent), Schaffhausen (6.4 Prozent) und Solothurn (6.0 Prozent). Am geringsten fallen die Erhöhungen in den Kantonen Glarus (3.0 Prozent), Waadt (3.5 Prozent) und Tessin (3.7 Prozent) aus.
Der unabhängige Vergleichsdienst moneyland.ch hat die Prämien bereits analysiert. Fazit der Auswertung: Je nach Wohnort und Krankenkasse unterscheiden sich die Prämien massiv.
Wichtig zu wissen: Auch bei steigenden Durchschnittsprämien können Konsumentinnen und Konsumenten durch einen Wechsel deutlich Geld sparen.
Diese Sparmöglichkeiten gibt es
Die Krankenkassen bieten viele verschiedene Produkte an. Die grössten Sparmöglichkeiten:
- Je höher die Franchise, desto niedriger sind die Prämien. Allerdings müssen Versicherte im Krankheitsfall höhere Kosten selbst tragen. Gemäss Berechnungen von moneyland.ch ist bei jährlichen Behandlungskosten ab etwa 1800 bis 1900 Franken die 300er-Franchise am günstigsten, ansonsten die 2500er-Franchise.
- Alternative Versicherungsmodelle senken die Prämien. Allerdings sehen diese Modelle einige Einschränkungen vor: Versicherte müssen sich im Krankheitsfall an die vertraglich vereinbarte Anlaufstelle wenden. Ausserdem kann es weitere Bedingungen geben, zum Beispiel einen Generika-Zwang oder Vorschriften, in welchen Apotheken die Medikamente bezogen werden müssen.
Was kostet die Krankenkasse am eigenen Wohnort?
In der Schweiz unterscheiden sich die Krankenkassenprämien je nach Wohnort. Die Behörden haben die Schweiz dafür in 42 Prämienregionen eingeteilt. Jede Region umfasst entweder einen ganzen Kanton oder Teile eines Kantons.
Die folgende Karte zeigt für alle Schweizer Gemeinden die Krankenkassenprämie der günstigsten Krankenkasse mit einer 300er-Franchise an. Eine 300er-Franchise ist finanziell sinnvoll für Personen mit jährlichen Behandlungskosten ab etwa 1800 bis 1900 Franken.
Der Blick auf die Schweizer Karte zeigt deutliche Unterschiede. Am teuersten ist die jeweils günstigste Krankenversicherung in Lugano (585.90 Franken) und in Genf (568.90 Franken). Am günstigsten sind die Kantone Zug (332.50 Franken) und Appenzell Innerrhoden (350.30 Franken). Damit ist die günstigste Krankenkasse in Lugano gut 76 Prozent teurer als in Zug.
Das gleiche Bild zeigt sich auch bei der 2500er-Franchise. Am günstigsten ist die Prämie der günstigsten Krankenkasse in Zug (213.20 Franken), am teuersten in Lugano (473 Franken). Das ist ein Unterschied von 259.80 Franken. Die Krankenkassenprämie ist damit in Lugano rund 122 Prozent teurer als in Zug.
Wie stark hat sich die günstigste Prämie je nach Ort verteuert?
Zusätzlich hat moneyland.ch analysiert, wie sich die jeweils günstigste Prämie in allen 42 Schweizer Prämienregionen im Vergleich zum Vorjahr entwickelt hat.
Bei den Prämien mit einer Franchise von 300 Franken sind die Erhöhungen in den Prämienregionen Schwyz (8.6 Prozent), Obwalden (7.1 Prozent) und Neuenburg (6.7 Prozent) am höchsten. Am niedrigsten sind die Erhöhungen in den Prämienregionen Genf (1.2 Prozent), Basel-Landschaft 1 und Schaffhausen 2 (2.6 Prozent) sowie Waadt 1 (2.7 Prozent).
Bei der Analyse mit einer Franchise von 2500 Franken fallen die Erhöhungen in Zug (8.8 Prozent), Schwyz (8.6 Prozent) und Obwalden (7.9 Prozent) am höchsten und in Genf (1.6 Prozent), Nidwalden (2.2 Prozent) und Glarus (2.6 Prozent) am niedrigsten aus.
Methodik
Für diese Medienmitteilung hat moneyland.ch die offiziellen Informationen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zu den Krankenkassenprämien 2027 ausgewertet. Sofern nicht ausdrücklich anders geschrieben, beziehen sich alle Aussagen auf die Prämien in der Grundversicherung für erwachsene Personen ab 26 Jahren. Nicht berücksichtigt wurden für diese Analyse die Prämien für Kinder und junge Erwachsene. Es wurden die Prämien ohne Unfalldeckung berücksichtigt.
In den Schweizer Karten wurden die Prämien mit einer 300er- und 2500er-Franchise für alle Gemeinden in der Schweiz angegeben.