kreditkarten flughafen lounges vergleich

Zugang zu Flughafen-Lounges mit Kreditkarten

Als Exklusiv-Vorteil bieten verschiedene Schweizer Kreditkarten Zugang zu Flughafen-Lounges. Aber rechtfertigt dieser Vorteil die höheren Kreditkarten-Gebühren? Dieser Moneyland-Ratgeber wirft einen genaueren Blick auf die Zahlen hinter dem Marketing.

Flughafen-Lounges sind nicht nur bei Geschäftsreisenden beliebt, sondern auch bei Budgetreisenden auf der Suche nach Erfrischung, Internetzugang und einem bequemen Rückzugsort. Im Wissen, wie wertvoll eine Ruhepause vor oder zwischen Flügen sein kann, sind die Kartenherausgeber längst dazu übergegangen, Flughafen-Lounge-Besuche als Verkaufsargument für ihre exklusiven Kreditkarten zu nutzen.

Wie viel kosten Lounge-Besuche?

Eine Mitgliedschaft bei Priority Pass, ein Netzwerk von etwa 900 Flughafen-Lounges, ist der am häufigsten angebotene Vorteil von Kreditkarten mit Lounge-Zugang. Die Gebühr für eine «Standard»-Mitgliedschaft beträgt 99 Euro pro Jahr, zuzüglich 24 Euro pro Lounge-Besuch. Eine «Standard Plus»-Mitgliedschaft kostet 249 Euro und berechtigt zu 10 Gratis-Lounge-Besuchen pro Jahr. Eine «Prestige»-Mitgliedschaft bei Priority Pass ermöglicht unlimitierte Gratis-Lounge-Besuche zum Preis von 399 Euro pro Jahr.

Je nach Standort und Serviceangebot ist für den einmaligen Besuch einer Flughafen-Lounge mit 25 bis 50 Franken zu rechnen. In vielen Lounges stehen Getränke, Snacks, Kabelfernsehen und Internetzugang zur Verfügung. Mancherorts gibt es Geschäftseinrichtungen wie Konferenzräume, Fotokopierer und Faxgeräte, anderorts wiederum Kinderspielzonen. In manchen Lounges sind sogar Buffets inbegriffen. Alles in allem bekommen Sie einiges für Ihr Geld geboten.

Lounge-Vorteile mit Schweizer Kreditkarten

Im Folgenden sehen wir uns die durch die Schweizer Kreditkarten gebotenen Lounge-Vorteile einmal genauer an. Eine überraschend grosse Anzahl von Kreditkarten-Herausgebern preisen ihre Gold- und Platinum-Karten mit Lounge-Besuchen an. Allerdings gibt es grosse Unterschiede bei den Lounge-Vorteilen, welche die verschiedenen Karten zu bieten haben.

Platinum-Karte von American Express

Die Platinum-Karte von American Express bietet eine kostenlose Priority-Pass-Mitgliedschaft sowie freien Eintritt in Priority-Pass-Lounges, wie mit einer «Prestige»-Mitgliedschaft (399 Euro) bei Priority Pass. Eine American-Express-Karte kostet 850 Franken Jahresgebühr und ist erst ab einem Jahreseinkommen von 120‘000 Franken erhältlich.

Die Kreditkarte bietet weitere Vorteile: eine Rundum-Reiseversicherung, einschliesslich Reiseannullations- und Gepäckversicherung, Vollkaskoversicherung für Mietautos, Reiseverzögerungsschutz, Reisekranken- und -unfallversicherung. Unter Umständen kann der Abschluss einer jährlichen Reiseversicherungspolice aber lohnenswerter sein. Der unabhängige Vergleich für Reiseversicherungen verschafft Ihnen einen Überblick über die Jahresprämien.

Platinum- und Goldkarten von UBS

UBS bietet ihren Gold-Kreditkartenbesitzern eine «Standard»-Priority-Pass-Mitgliedschaft als Vorteil an. Dieses Angebot klingt zwar verlockend, allerdings sind für jeden Lounge-Besuch zusätzliche 24 Euro fällig, also fast so viel wie Nichtmitglieder bei teilnehmenden Lounges zahlen. Die Jahresgebühr der UBS-Gold-Kreditkarten beträgt 200 Franken (100 Franken im ersten Jahr).

Zusätzlich zur Basis-Mitgliedschaft profitieren UBS-Platinum-Kartenbesitzer von 4 Gratis-Lounge-Besuchen pro Jahr. Die UBS-Platinum-Kreditkarte schlägt dafür mit 500 Franken Jahresgebühr zu Buche. Die mit einer Priority-Pass-Mitgliedschaft gesparten 99 Euro sind also kein ausreichendes Kaufargument für diese Karten. Wie die UBS-Gold-Karte bietet auch die ACS-Gold-Kreditkarte eine Priority-Pass-Basis-Mitgliedschaft bei einer Jahresgebühr von nur 100 Franken (gebührenfrei im ersten Jahr), ist aber nur für ACS-Mitglieder erhältlich.

Diners Club und Cornèrcard

Diners-Club-Karten von Cornèrcard ermöglichen Ihnen den Zugang zu rund 700 Lounges, die am Airport-Lounge-Programm von Diners Club und teilweise auch beim Priority Pass teilnehmen. Die Swiss-Diners-Club-Karten bieten allerdings keine unlimitierten Gratis-Eintritte.

Wenn Sie jedes Jahr mindestens 6000 Franken auf Ihre Diners-Club-Karte laden, profitieren Sie von 5 Gratis-Lounge-Besuchen pro Jahr. Wenn Sie dieses Soll nicht erreichen oder mehr als 5 Lounge-Besuche absolvieren, zahlen Sie zusätzliche 25 Franken pro Besuch. Sie zahlen zwar weniger als Nichtmitglieder, aber viel sparen Sie nicht.

Die Diners-Club-Karte Classic kostet Sie 150 Franken pro Jahr. Wenn Sie im Jahr einen Mindest-Umsatz von 6000 Franken erreichen, werden die Gratis-Lounge-Eintritte die Jahresgebühr aber mehr als wettmachen.

Bei vielen Kreditkarten von Cornèrcard können Sie optional eine vergünstigte Standard-Priority-Pass-Mitgliedschaft kaufen. Zusätzlich erhalten Sie zwei Lounge-Eintritte als Willkommensgeschenk.

Platinum-Karte von PostFinance

PostFinance lockt mit einer Platinum-Visa-Karte zum Preis von 250 Franken jährlich, inklusive Standard-Priority-Pass-Mitgliedschaft und zwei Gratis-Lounge-Eintritte pro Jahr (im Wert von über 150 Franken). Die Jahresgebühr der Viseca-Platinum-Karte beträgt 500 Franken, inklusive Standard-Priority-Pass-Zugang und vier Gratis-Lounge-Besuche pro Jahr. Alles zusammengerechnet können diese Vorteile bis zu 200 Franken wert sein. Allein auf die Lounge-Besuche bezogen, fahren Sie mit einer 399-Euro-«Prestige»-Mitgliedschaft bei Priority Pass aber besser.

Bankpakete im Vergleich

Eine attraktive Alternative ist eine Kreditkarte mit Airport-Lounge-Benefits als Teil eines Bankpakets.

Credit Suisse bietet Bonviva-Platinum-Kunden beispielsweise das Pendant zu einer «Prestige»-Mitgliedschaft bei Priority-Pass an. Die Jahresgebühr dieses Bankpakets beträgt weniger als die Hälfte einer American-Express-Platinum-Karte. Mit der im Bundle enthaltenen Bonviva-Platinum-Karte von American-Express erhalten Sie ebenso unlimitierte Gratis-Lounge-Eintritte wie mit der teuren Amex-Karte.

Das gesamte Bonviva-Platinum-Paket, welches 4 Privatkonten, 5 Kontokorrente, 1 Sparkonto, 2 Debitkarten, 1 Belohnungsprogramm, 1 Platinum-Kreditkarte von American Express und 1 Visa-Gold-Kreditkarte umfasst, kostet 480 Franken im ersten Jahr - kaum mehr als eine «Prestige»-Mitgliedschaft bei Priority Pass - wie der ausführliche Bankpaket-Vergleich von moneyland.ch zeigt.

In den Folgejahren steigt die Jahresgebühr auf 960 Franken pro Jahr, also 110 Franken mehr als die 850 Franken für eine normale Platinum-Karte von American Express, aber mehr als doppelt so viel wie für eine unlimitierte Priority-Pass-Mitgliedschaft. Nach dem ersten Jahr verkleinert sich der Lounge-Sparvorteil.

Viseca-Platinum-Kreditkarten

Bei einigen Kantonalbanken ist die Viseca-Platinum-Kreditkarte im Premium-Banking-Service-Paket inbegriffen. So kann sich ein Gesamtpaket als vorteilhafter erweisen als die Viseca-Kreditkarte für sich genommen. Das «Platinum»-Paket der Zürcher Kantonalbank beispielsweise hat monatliche Gebühren, die aufs Jahr gerechnet 504 Franken betragen – nur 4 Franken mehr als die Platinum-Karte allein kosten würde. Wenn Sie 80'000 Franken auf dem Konto oder eine Bankfinanzierung haben, fallen jährliche Kosten von 384 Franken an. Vorausgesetzt, Sie nutzen die offerierte Piority-Pass-Mitgliedschaft und die vier Gratis-Lounge-Besuche, könnte sich das Bankpaket lohnen.

Weitere Informationen:
Kreditkarten im Vergleich
Bankpaket im Vergleich

Über das Moneyland-Magazin

Das Moneyland-Magazin informiert Sie kompetent und unabhängig über eine Vielzahl von Finanz- und Geldthemen. Neben Hintergrundartikeln und Interviews mit Experten finden Sie zahlreiche praktische Geldratgeber.