Ob Flaggschiff oder Budget-Smartphone: Das Angebot geht in der Schweiz weit über iPhones und Galaxy-Geräte hinaus. Falls Sie ein neues Handy brauchen, liefert Ihnen das Online-Vergleichsportal moneyland.ch hier die Übersicht zum Schweizer Handy-Markt.
Apple
Apple ist in der Schweiz der Branchenprimus unter den Smartphone-Herstellern. Der auffälligste Unterschied zwischen iPhones und allen anderen Handys auf dem Markt ist das Betriebssystem iOS von Apple. Es läuft auf sämtlichen Handys des Herstellers und ist für viele Nutzerinnen und Nutzer allein schon Argument genug, sich für ein iPhone zu entscheiden.
Der praktische Vorteil von iOS ist, dass das System direkt von Apple designt wird und damit perfekt ins Ökosystem des US-Herstellers passt. Wer noch andere Apple-Geräte wie beispielsweise Laptops oder Smartwatches benutzt, muss in der Regel nicht mit Kompatibilitäts- oder Verbindungsproblemen kämpfen. Der Nachteil von iOS ist, dass Nutzerinnen und Nutzer auf Software-Ebene stärker eingeschränkt sind und weniger individuelle Anpassungsmöglichkeiten haben als etwa bei Android.
Was die Hardware betrifft, spielt Apple ganz vorne mit und verbaut in der Regel aktuelle Komponenten. Die Flaggschiffe des Herstellers können sich sowohl in Sachen Performance als auch bei der Kamera mit der Konkurrenz messen. Dafür spielt Apple aber auch preislich in der obersten Liga. Für ein aktuelles iPhone müssen Sie weit über 1000 Franken zahlen.
Seit Herbst 2026 bietet Apple zudem auch faltbare iPhones an.
Samsung
Die Galaxy-Linie von Samsung ist gewissermassen das Android-Pendant zum iPhone: Der südkoreanische Hersteller lanciert jährlich eine neue Generation von Flaggschiffen, die den Markt massgeblich mitbestimmen. Entsprechend erhalten Sie mit Galaxy-Smartphones zumindest in den oberen Preisklassen in der Regel gute Leistung. Allerdings zahlen Sie auch bei Samsung für die besten Modelle mehr als 1000 Franken.
Neben den teuren Flaggschiffen finden sich im Sortiment der Südkoreaner zahlreiche Mittelklasse-Geräte sowie günstige Einsteiger- und Budget-Smartphones für das kleinere Portemonnaie.
Im Gegensatz zu Apple, wo Kunden auch viele Jahre nach Kauf ihres Handys Updates für iOS erhalten, ist der Support bei Android-Geräten oft wesentlich kurzlebiger. Samsung verspricht je nach Modell Updates für vier bis sieben Jahre nach dem Lancierungsdatum.
Samsung ist einer der wenigen Hersteller, der in den vergangenen Jahren vermehrt mit faltbaren Displays experimentiert und mehrere Geräte mit diesem Feature auf den Markt gebracht hat – allerdings nur im Premium-Segment. Wer ein Foldable will, muss also viel Geld dafür bezahlen, oder auf ein älteres Modell mit weniger Features und schlechterer Leistung zurückgreifen.
Zwei Hersteller dominieren den Markt
Mehr als drei Viertel der Schweizer Handy-Nutzerinnen und -Nutzer haben ein Smartphone von Apple oder Samsung, wie Zahlen des Online-Vergleichsportals moneyland.ch zeigen. Alle anderen Marken haben in der Schweiz fast keine Bedeutung. Das ist überraschend, zumal insbesondere der Preisdruck aus China in den vergangenen Jahren zugenommen hat.
Huawei
Wenn es um das Fotografieren mit dem Smartphone geht, hat sich Huawei in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen liefern die Flaggschiff-Modelle des Herstellers in der Regel überdurchschnittlich gute Bilder.
Da Huawei ein chinesischer Hersteller ist und die chinesische Regierung dafür bekannt ist, sich in die Wirtschaft einzumischen, besteht der Verdacht, dass Drittpersonen heimlich an Daten auf Huaweis Smartphones gelangen können. Beweise dafür gibt es allerdings nicht.
Aufgrund von Massnahmen der US-Regierung sind jedoch Dienstleistungen von Google nicht mehr auf aktuellen Huawei-Handys verfügbar. Das heisst unter anderem, dass der Play Store nicht verfügbar ist. Viele Apps, darunter etwa Whatsapp und Spotify, sind nicht in Huaweis eigenem Store verfügbar. Dadurch können Sie viele Apps gar nicht oder nur umständlich auf Ihrem Handy installieren und sie funktionieren dann womöglich trotzdem nicht. Besonders wenn Sie bereits seit langem Android verwenden, könnten die fehlenden Services einen grossen Unterschied machen und gegen den Kauf eines Huawei-Modells sprechen.
Xiaomi
Der chinesische Hersteller ist vor allem für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt. Selbst die Flaggschiffe von Xiaomi kosten teils etwas weniger als vergleichbare Geräte von Apple und Samsung, ohne dass Sie Einbussen bei der Leistung oder der Kamera in Kauf nehmen müssen.
Der Hersteller ist aber vor allem für attraktive Angebote im mittleren Preissegment bekannt: Wenn Sie ein leistungsfähiges Handy für wenig Geld wollen und auf eine hochwertige Kamera verzichten können, könnte sich ein Budget-Modell von Xiaomi für Sie lohnen. Bei den Handys zwischen 200 und 300 Franken ist die Ausstattung bei diesem Hersteller nämlich meist besonders gut für den Preis. Allerdings wird bei Geräten in diesem Preissegment oft die Kamera bemängelt. Zudem sehen Sie auf diesen Xiaomi-Smartphones in der Regel zusätzlich Werbung – das lässt sich jedoch in den Einstellungen deaktivieren.
Nokia
Nokia ist eine sehr bekannte Handymarke. Ende der 1990er-Jahre und Anfang der 2000er-Jahre dominierte das finnische Unternehmen den Handymarkt. Viele Schweizerinnen und Schweizer hatten Bestseller wie das Nokia 3210 als erstes Handy. In der Schweiz betrug der Marktanteil von Nokia teilweise fast 60 Prozent.
Heute gibt es unter der Marke Nokia nur noch klassische Tastenhandys. Der Fachbegriff für diese Gerätekategorie heisst «Feature Phones». Die Geräte sind für unter 100 Franken erhältlich. Auch der Klassiker 3210 wird in einer modernisierten Neuauflage wieder angeboten.
Eine Alternative können die Geräte von Nokia für Personen sein, die ein Handy ohne Internet und Apps nutzen möchten.
Sony
Smartphones sind zwar nicht Sonys Spezialität, aber der japanische Konzern vermarktet seit der Auflösung des Tochterunternehmens Sony Ericsson seine Handy-Linie Xperia selbst. Dies allerdings nur mit eher wenig Erfolg: Der Schweizer Marktanteil des Herstellers liegt seit Jahren unter 1 Prozent. Sony verkauft seine Smartphones über die eigene Website. In unabhängigen Schweizer Online-Shops sind Sony-Geräte kaum erhältlich.
In den Flaggschiff-Geräten von Sony stecken in der Regel die aktuellsten Komponenten – dafür liegt der Preis aber auch entsprechend hoch. Bestimmte Eigenschaften, wie ein 4K-Display mit einer Refresh-Rate von 120 Hertz, können dabei je nach Nutzerbedürfnissen etwas übertrieben wirken. Wenn Sie auf solche technischen Features verzichten können, finden Sie bei anderen Anbietern in der Regel eine preisgünstigere Lösung. Zudem wurde bei verschiedenen Xperia-Modellen in der Vergangenheit bemängelt, dass sie bei intensiver Nutzung dazu neigen, zu überhitzen.
Die Erfahrung als Kamerahersteller hilft Sony bei den Handys: Sie können via Software fast alle Einstellungen manuell anpassen, die man sich als Fotograf wünscht. Für weniger versierte Nutzerinnen und Nutzer kann die Komplexität des Kamerasystems aber auch ein Nachteil sein.
Oppo
Oppo ist einer der grössten chinesischen Handy-Hersteller und seit einigen Jahren auch in Europa aktiv.
Im Gegensatz zu Marken wie Xiaomi setzt Oppo bei seinen Flaggschiffen nicht so sehr auf den Preis. Stattdessen sind die Premium-Handys des Herstellers sogar verhältnismässig teuer. Features, Leistung und Kamera können zwar überzeugen – Lob erhält Oppo etwa für lange Batterielaufzeit und schnelles Aufladen. Aber diese Vorteile machen den höheren Preis in der Regel nicht wett. Auch in anderen Preissegmenten wird das Preis-Leistungs-Verhältnis von Oppo oft bemängelt.
Motorola
Der US-Hersteller Motorola ist vor allem im mittleren Preissegment angesiedelt. Die Geräte werden oft für ihr Preis-Leistungs-Verhältnis gepriesen. Bei Budget-Geräten müssen Sie allerdings mit Kompromissen rechnen. Darum lohnt es sich, genau zu bestimmen, welche Aspekte eines Handys Ihnen besonders wichtig sind – danach entscheiden Sie sich für das Gerät, das in diesem Bereich punkten kann.
Motorola ist neben Samsung ein weiterer Hersteller, der ein faltbares Smartphone anbietet. Während die meisten anderen Foldables einen senkrechten Falt haben, sodass das Handy im zugeklappten Zustand ungefähr die gleiche Grösse wie ein herkömmliches Smartphone hat, ist der Falt bei Motorola horizontal. Dadurch ist das Handy wesentlich kompakter, wenn es zugeklappt ist.
Google
Die Kameras von Googles Pixel-Geräten gelten als besonders gut für den Preis. Dabei spielt insbesondere die Software eine grosse Rolle. Oft werden ähnliche oder gar die genau gleichen Kamera-Systeme auch in die preisgünstigeren Modelle verbaut. Wenn Ihnen die Kamera besonders wichtig ist, Sie aber ansonsten kein teures Flaggschiff-Gerät kaufen wollen, könnte sich ein Pixel-Gerät lohnen.
Ein Vorteil der Google-Geräte ist auch, dass Sie dank purem Android relativ zügig Sicherheitsupdates erhalten. Daher sollten Sie vor Kompatibilitätsproblemen sicher sein. Sie müssen ausserdem nicht mit einer grossen Ladung unerwünscht vorinstallierter Apps rechnen – es sei denn, Sie wollen keine Google-Apps auf Ihrem Handy. Dann kaufen Sie aber am besten auch kein Handy von Google.
Fairphone
Fairphone ist ein niederländisches Unternehmen, das damit wirbt, dass seine Smartphones zu besonders menschenrechts- und umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt werden. Zudem soll es gut möglich sein, diese Geräte zu reparieren, sodass Sie Ihr Smartphone nicht gleich wegen eines kleinen Defekts ersetzen müssen.
Wenn Ihnen diese Aspekte wichtig sind, könnte ein Fairphone eine Option für Sie sein. In diesem Fall müssen Sie allerdings bereit sein, für die spezielle Herstellung einen gewissen Aufpreis zu zahlen. Die Leistung der Fairphones im Vergleich zur Konkurrenz wird oft kritisiert. Der Nachteil ist zudem, dass Fairphone nicht jedes Jahr ein neues Modell lanciert. Entsprechend haben Sie bei dieser Marke nur eine kleine Auswahl und erhalten auch nicht immer die aktuellste Hardware.
Nothing
Das britische Unternehmen Nothing ist ein relativ neuer Hersteller auf dem Markt. Die Smartphones fallen optisch sofort auf. Sie besitzen eine transparente Rückseite und integrierte Leuchtstreifen. Diese Streifen signalisieren Anrufe, Mitteilungen oder den Ladestand des Akkus. Nothing verzichtet auf vorinstallierte Apps von Drittanbietern und Werbeeinblendungen.
Die Smartphones von Nothing sind Geräte der Mittelklasse. Sie bieten ein durchschnittliches Preis-Leistungs-Verhältnis.
Honor
Der chinesische Hersteller Honor greift bei den Flaggschiff-Geräten der Magic-Reihe direkt Apple und Samsung an. Diese lassen bezüglich Leistung und Features kaum Wünsche offen. In unabhängigen Tests erreichen diese Modelle regelmässig Spitzenplätze.
Honor fällt mit Akkus mit sehr kurzen Ladezeiten sowie besonders dünnen Falt-Smartphones auf. Die Spitzenmodelle kosten beim Marktstart mehr als 1000 Franken. Honor bietet viele verschiedene Geräte in unterschiedlichen Segmenten an, darunter auch Einsteigergeräte.
Honor liefert Updates nur während vier bis fünf Jahren nach Lancierungsdatum aus. Das ist im Vergleich zu Mitbewerbern wie Samsung oder Google eine vergleichsweise kurze Zeitspanne.
Was wurde aus HTC, LG, Oneplus und Wiko?
Hersteller von Smartphones kommen und gehen. Einige Marken sind inzwischen ganz oder fast vollständig vom europäischen Markt verschwunden. Beispiele dafür sind HTC, LG, Oneplus und Wiko. Auch der Softwareriese Microsoft verkauft keine eigenen Smartphones mehr.
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