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Die Wahl des richtigen Vermögensverwalters

In der Schweiz gibt es über 2000 Vermögensverwalter. Nicht alle leisten gleich gute Dienste. Lassen Sie sich deshalb Zeit bei der Wahl Ihres Vermögensverwalters. Führen Sie Gespräche mit mehreren Anbietern und vergleichen Sie die Vermögensverwalter bezüglich Leistungen und Gebühren.

Gegen elegante Kleider und Büroräumlichkeiten ist nichts einzuwenden. Lassen Sie sich davon aber nicht beeindrucken – es gibt wichtigere Faktoren zu beachten.

Seien Sie kritisch: Die Titel «Vermögensverwalter», «unabhängiger Vermögensverwalter», «Anlageberater» oder «Asset Manager» sind in der Schweiz nicht geschützt: Jeder kann sich also ohne Konsequenzen einen solchen Titel verpassen.

Beharren Sie im Gespräch darauf, dass Ihnen der Vermögensverwalter auch komplizierte Sachverhalte oder Produkte erklärt. Falls er Sie mit pauschalen Antworten abspeisen möchte, haken Sie nach. Fragen Sie auch bei unverständlichen Fachbegriffen nach. Vermögensverwaltung ist bisweilen komplex: Trotzdem sollten Sie verstehen, wie Ihr Geld angelegt wird.

Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Der Vermögensverwalter soll transparent über sein Unternehmen und seinen bisherigen Leistungsausweis informieren. Die vergangene Performance eines einzigen Kunden beispielsweise ist in der Regel nicht repräsentativ.
     
  • Der Vermögensverwalter soll transparent über seine Finanzierung und Gebühren informieren. Es gibt eine Vielzahl von Provisionsmodellen und Gebühren bis hin zur Honorarberatung. Wichtig ist, dass der Vermögensverwalter seine Honorierung klar offenlegt. Vermögensverwaltungsgebühren von mehr als 1,5% und Erfolgshonorare von mehr als 20% sind kaum zu rechtfertigen. Ein Vergleich mit üblichen Private-Banking-Kosten von Schweizer Banken lohnt sich.
     
  • Der Vermögensverwalter soll transparent über die empfohlene Anlagestrategie – auch über Risiken – informieren. Fragen Sie nach, wenn Sie bestimmte Anlagemethoden oder Anlageprodukte nicht verstanden haben. Der Vermögensverwalter sollte Ihnen auch detaillierte Fragen geduldig erklären können.
     
  • Der Vermögensverwalter soll entweder direkt der FINMA unterstellt sein oder einer Selbstregulierungsorganisation (SRO) angehören. Die grössten Selbstregulierungsorganisationen in der Schweiz sind der Verband Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV), der Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen (VQF) und der PolyReg. Selbstregulierungsorganisationen setzen Mindeststandards für Vermögensverwalter bezüglich deren Rechte und Pflichten fest.
     
  • Der Vermögensverwalter sollte nicht nur einen Vermögensverwaltungsvertrag aufsetzen, sondern auch die vereinbarte Anlagestrategie inklusive Risikoprofil schriftlich festhalten.
     
  • Der Vermögensverwalter sollte in der Lage sein, saubere und informative Unterlagen und Broschüren mit Lebensläufen, Kosten, Leistungen und Anlagemethodik auszuhändigen.

 Werden Sie skeptisch, wenn Sie folgende Verhaltensmuster beobachten:

  • Der Vermögensverwalter schichtet mehr als einen Fünftel des angelegten Vermögens häufig um. Das kann auf Churning-Praktiken hindeuten. Fragen Sie Ihren Verwalter nach den Hintergründen der Umschichtungen. Falls sich Ihr Verdacht auf Spesenschinderei erhärtet, wechseln Sie Ihren Vermögensverwalter so rasch als möglich.
     
  • Der Vermögensverwalter möchte nach Verlusten risikoreiche Anlagen kaufen. Hier könnte es sich um eine Verzweiflungstat handeln, die Ihnen am Ende einen noch grösseren Verlust beschert.
     
  • Der Vermögensverwalter kauft teure Produkte. Fragen Sie Ihren Verwalter nach den Hintergründen für die Käufe. Falls Ihnen der Vermögensverwalter den Produktnutzen nur unzureichend erklären kann und in erster Linie auf attraktive Retrozessionen aus ist, wechseln Sie Ihren Vermögensverwalter so rasch als möglich.
     
  • Der Vermögensverwalter verkauft vor allem eigene Produkte. Werden Sie misstrauisch, wenn mehr als die Hälfte der verkauften Finanzinstrumente hauseigene Produkte sind.

Weitere Informationen:
Private Banking im Vergleich

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