Während sich Schweizer Banken nicht mehr gross um neue Kundinnen und Kunden für ihre Sparkonten bemühen, sieht es in der Vermögensverwaltung anders aus. Das liegt daran, dass vermögende Kundinnen und Kunden für die Banken – unabhängig vom Zinsniveau – ein lukratives Geschäft sind.
Für die Analyse im Jahr 2025 hat moneyland.ch die Gebühren in der Schweizer Vermögensverwaltung für je drei verschiedene Anlagestrategien und Anlagebeträge untersucht.
Das Ergebnis: Im Durchschnitt sind die klassische Vermögensverwaltung und die Anlageberatung in der Schweiz deutlich teurer als rein digitale Angebote. Doch auch die Kostenunterschiede zwischen den klassischen Anbietern sind gross. «Die teuersten Mandate kosten je nach Strategie mehr als das Vierfache der günstigsten Banken», sagt Benjamin Manz, Experte bei moneyland.ch. Ein Gebührenvergleich lohnt sich deshalb. Immerhin sind die Gebühren je nach Vermögen und Bank unter Umständen verhandelbar. Es kann sich lohnen, nachzufragen und gegebenenfalls zu verhandeln.
Mandatsgebühren im Durchschnitt 1.28 Prozent
Eine traditionelle Vermögensverwaltung mit einer reinen Aktienstrategie für einen Anlagebetrag von 250’000 Franken kostet bei den untersuchten Schweizer Banken durchschnittlich 3212 Franken pro Jahr an Mandatsgebühren. Dies entspricht 1.28 Prozent der Anlagesumme pro Jahr. Dabei sind diverse Zusatzkosten wie Fremdwährungskosten, Steuern, Börsen- und Fondsgebühren noch nicht berücksichtigt. Insbesondere die eingesetzten Fonds sind oft ähnlich teuer wie das Mandat selbst.
Günstiger sind hingegen digitale Anlage-Apps, die manchmal auch «Robo-Advisors» genannt werden. Wie verschiedene Vergleiche von moneyland.ch zeigen, kosten viele digitale Anbieter weniger als die Hälfte einer traditionellen Vermögensverwaltung. Auch hybride Modelle, die digitale Apps mit Beratung kombinieren, gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Unterschiedliche Kosten je nach Aktienanteil
Bei einigen Banken gilt immer noch die Regel: Je mehr in Aktien investiert wird, desto teurer ist das Mandat. So kostet eine Vermögensverwaltung für ein Vermögen von einer Million Franken mit einer Aktienstrategie (80 bis 100 Prozent Aktien) durchschnittlich 12’286 Franken pro Jahr, was rund 1.23 Prozent entspricht. Bei einem durchschnittlichen Aktienanteil von 40 bis 60 Prozent bezahlen Kundinnen und Kunden für die Mandate noch 1.14 Prozent pro Jahr, bei einer Strategie ohne Aktien noch 0.86 Prozent.
Das sind die günstigsten Vermögensverwaltungsmandate
Zwischen den untersuchten Mandaten bestehen grosse Kostenunterschiede bei den Pauschalgebühren (siehe Tabellen 1, 2 und 3). Am günstigsten sind von den untersuchten Anbietern für die analysierten Strategien und Beträge die Sparkasse Schwyz, Alpian und die Bank BSU. Die UBS hat moneyland.ch die Gebühren für die Vermögensverwaltung ab dem Jahr 2025 nicht mehr zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2024 gehörte die UBS noch zu den teuersten Anbietern.
Für eine Vermögensverwaltung mit hohem Aktienanteil und einem Anlagebetrag von 250’000 Franken betragen die Pauschalgebühren zwischen 1875 und 3875 Franken pro Jahr, mit einem Aktienanteil von 0 Prozent zwischen 1125 und 3250 Franken. Die günstigsten Anbieter für ein Vermögensverwaltungsmandat von 250’000 Franken sind die Sparkasse Schwyz und Alpian.
Für eine Vermögensverwaltung mit hohem Aktienanteil und einem Anlagebetrag von einer halben Million Franken betragen die Pauschalgebühren zwischen 3500 und 7750 Franken pro Jahr, mit einem Aktienanteil von 0 Prozent zwischen 2000 und 6500 Franken. Am günstigsten ist das Vermögensverwaltungsmandat über eine halbe Million Franken bei der Sparkasse Schwyz, gefolgt von Alpian und der Bank BSU.
Bei der Vermögensverwaltung über eine Million Franken mit hohem Aktienanteil betragen die Pauschalgebühren zwischen 6500 und 15’500 Franken, bei einem Aktienanteil von 0 Prozent zwischen 3500 und 12’000 Franken. Der günstigste Anbieter ist die Sparkasse Schwyz, gefolgt von Alpian und der Bank BSU.
Das sind die günstigsten Beratungsmandate
Anders als bei der Vermögensverwaltung können Kundinnen und Kunden bei der Anlageberatung zwischen verschiedenen Anlageempfehlungen wählen und nach der Strategiewahl weiterhin mitbestimmen. Je nach Anbieter gibt es allerdings Unterschiede, was genau als Anlageberatung bezeichnet wird.
Für ein reines Aktienportfolio von 500‘000 Franken ist die Anlageberatung der BSU mit 1250 Franken pro Jahr am günstigen, gefolgt von der Anlageberatung der Sparkasse Schwyz mit 1500 Franken respektive 2750 Franken sowie von Valiant Sélect mit 3000 Franken pro Jahr. Neben den Mandatsgebühren fallen bei den meisten Banken jedoch in der Regel noch weitere Kosten wie Produktgebühren an. Auch Handelsgebühren (Courtagen) sind nicht immer in den Mandatsgebühren inklusive.
Methodik
moneyland.ch hat im Juli und August 2025 die Pauschalgebühren (inklusive allfälliger Depotgebühren) für drei verschiedene Anlagebeträge in der Höhe von 250’000, 500’000 und 1 Million Franken für je drei unterschiedliche Aktienstrategien von klassischen Schweizer Vermögensverwaltungsmandaten erhoben und verglichen. Rein digitale Angebote wurden nicht berücksichtigt. Die drei verglichenen Strategien sind die folgenden: Minimales Risiko (0 Prozent Aktien, vor allem Obligationen), mittleres Risiko (40 bis 60 Prozent Aktien) und hohes Risiko (80 bis 100 Prozent Aktien). Im Bereich der Anlageberatung hat moneyland.ch die Gebühren dieser Strategien für einen Anlagebetrag von 500’000 verglichen. Die Produktgebühren konnten aufgrund mangelnder Daten nicht erhoben werden. Die UBS stellte moneyland.ch die Gebührenstrukturen in der Vermögensverwaltung nicht mehr zur Verfügung, für die Durchschnittswerte rechnet moneyland.ch weiterhin mit den UBS-Gebühren von 2024 (im Vergleich 2024 gehörte die UBS zu den teuersten der verglichenen Banken).
Weitere Informationen:
Schweizer Vermögensverwaltungen im Vergleich