Viele Versicherte führen die hohen Krankenkassenprämien und die regelmässigen Erhöhungen auf hohe Verwaltungskosten zurück. Eine Auswertung von moneyland.ch auf Basis offizieller Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) für 2024 zeigt, wie viel an dieser Annahme wirklich dran ist.
Die offiziellen Zahlen zeichnen ein klares Bild: Die Verwaltungskosten der Krankenkassen in der Grundversicherung beliefen sich im Jahr 2024 auf durchschnittlich 190 Franken pro versicherte Person – das sind weniger als 16 Franken monatlich. Sie umfassen etwa Ausgaben für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Büro, Informatik, Werbung und Vertriebsprovisionen. Die Kosten für medizinische Leistungen gehören hingegen nicht dazu. Gegenüber dem Vorjahr blieben die Verwaltungskosten pro Kopf stabil.
Grosse Unterschiede zwischen den Krankenkassen
«Die Verwaltungskosten der Krankenkassen gehen weit auseinander», sagt Felix Oeschger, Experte von moneyland.ch. «Während die günstigste Kasse weniger als 100 Franken pro Versicherten ausweist, liegt die teuerste bei über 500 Franken.»
Zu den effizientesten Anbietern gehören Kleinkassen wie die Krankenkasse Luzerner Hinterland (95 Franken pro Person), die Sumiswalder Krankenkasse (102 Franken) sowie Sodalis (125 Franken). Am anderen Ende der Rangliste steht die Krankenkasse Birchmeier (513 Franken) – ihrerseits die zweitkleinste Krankenversicherung der Schweiz.
Ein Blick auf die zwölf grössten Schweizer Krankenkassen zeigt ebenfalls grosse Unterschiede: Am effizientesten ist die CSS mit 154 Franken pro Person, während Assura 262 Franken ausweist.
1.74 Milliarden Franken Verwaltungskosten
Insgesamt beliefen sich die Verwaltungskosten der Grundversicherung im Jahr 2024 auf 1.74 Milliarden Franken. Das entspricht 4.5 Prozent der risikobereinigten Prämien. «Ausschlaggebend für die hohen Krankenkassenprämien sind die medizinischen Leistungen, die rund 95 Prozent der Prämienkosten ausmachen», sagt Felix Oeschger, Experte von moneyland.ch.
Auch bei diesem Verhältnis gibt es deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Kassen. Am effizientesten sind die Krankenkassen Luzerner Hinterland (2.4 Prozent), Sumiswalder (3.1 Prozent) und Sodalis (3.8 Prozent). Unter den zwölf grössten Schweizer Kassen schneiden CSS und Helsana mit jeweils 3.8 Prozent am besten ab. Am schlechtesten unter den grössten zwölf ist das Verhältnis bei Assura mit 6.7 Prozent. Über alle Schweizer Krankenkassen hinweg ist das Verhältnis bei der Glarner Krankenversicherung mit 10.1 Prozent am schlechtesten.
So setzen sich die Verwaltungskosten zusammen
Von den 1.74 Milliarden Franken Verwaltungskosten aller Schweizer Krankenkassen entfällt der grösste Teil auf Löhne, Sozialleistungen und weitere Personalkosten: Die Krankenkassen gaben dafür 1.22 Milliarden Franken aus. Für die Position «sonstiger Betriebsaufwand» wendeten sie 368 Millionen Franken auf. Deutlich kleinere Posten sind die Werbeausgaben mit 73 Millionen Franken sowie die Provisionen für Vermittler mit 50 Millionen Franken. Auf Abschreibungen entfielen 30 Millionen Franken.
Methodik
Der unabhängige Vergleichsdienst moneyland.ch hat auf Basis offizieller Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) eine Auswertung der Verwaltungskosten erstellt. Diese Zahlen sind auch im interaktiven Krankenkassenvergleich auf moneyland.ch abrufbar.
Berücksichtigt wurden zwei Kennzahlen:
- Verwaltungskosten ohne Abschreibungen pro Person
- Verwaltungskosten in Prozent der risikobereinigten Prämien: Das entspricht dem Betriebsaufwand inkl. Abschreibungen im Verhältnis zu den Prämien abzüglich Risikoausgleich.
Für die Auswertungen in dieser Medienmitteilung hat moneyland.ch folgende Krankenkassen auf Gruppenebene betrachtet:
- Groupe Mutuel: Mutuel, Philos, Avenir, Supra, Easy Sana, AMB
- Visana-Gruppe: Visana, Sana 24, Vivacare, Galenos
Nicht berücksichtigt wurden Krankenkassen, die 2024 noch tätig waren, aber im Jahr 2026 nicht mehr existieren werden (ausser sie gehören zu einer Gruppe).
Weitere Informationen:
Schweizer Krankenkassen-Vergleich