Wie lege ich mein Geld am besten an? Was muss ich steuerlich beachten? Wer erbt mein Geld? Antworten auf diese und weitere Fragen finden viele vermögende Menschen im Wealth Management. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen Überblick zum Thema.
Was ist mit Wealth Management gemeint?
Der Begriff «Wealth Management» fasst verschiedene Dienstleistungen der Vermögensverwaltung und Finanzplanung zusammen. Folgende Dienstleistungen sind üblicherweise Teil des Wealth Managements, wenngleich es je nach Anbieter Unterschiede geben kann:
- Vermögensverwaltung
- Steuer- und Rechtsberatung
- Vorsorge- und Nachlassplanung
- Finanzierungen
- Philanthropie-Beratungen (Stiftungen)
- Gründung von Gesellschaften
- Dienstleistungen rund um Immobilien
- Versicherungen
Im Vordergrund steht die ganzheitliche Vermögensorganisation, häufig im Rahmen eines Family Offices. Beim Wealth Management vertrauen Sie der Bank in der Regel all Ihre Vermögenswerte an. Manche Dienstleistungen – zum Beispiel die Steuerberatung – bietet die Bank in Zusammenarbeit mit externen Partnern an.
Was unterscheidet Wealth Management von einer Vermögensverwaltung?
Wealth Management und Vermögensverwaltung (Private Banking) werden häufig synonym verwendet, weisen aber einige Unterschiede auf. Bei einer Vermögensverwaltung geht es in erster Linie um das Betreuen eines Anlageportfolios mit dem Ziel, im Einklang mit dem Risikoprofil des Kunden oder der Kundin eine hohe Rendite zu erwirtschaften.
Mit Wealth Management ist hingegen eine umfassende Finanzplanung und -verwaltung gemeint. Dies schliesst deutlich mehr Dienstleistungen ein – die Vermögensverwaltung ist daher lediglich ein Teil des Wealth Managements.
An wen richtet sich Wealth Management?
Wealth Management richtet sich in der Regel – im Gegensatz zu den meisten Vermögensverwaltungen – nur an besonders wohlhabende Kundinnen und Kunden. Dies schlägt sich häufig in besonders hohen Mindestbeträgen nieder. Diese können je nach Anbieter siebenstellig sein. Zum Vergleich: Eine klassische Vermögensverwaltung ist häufig ab 50’000 Franken erhältlich, und bei allen digitalen Vermögensverwaltern (Robo-Advisors) liegen die Mindestbeträge bei unter 10’000 Franken.
Welche Banken bieten Wealth Management an?
Wealth Management gehört zum Kernangebot zahlreicher Privatbanken in der Schweiz. Dazu gehören zum Beispiel Julius Bär, Lombard Odier, Pictet und Vontobel. Aber auch einige Universalbanken bieten Wealth Management an, darunter die UBS sowie einige Kantonalbanken. Beachten Sie allerdings, dass Dienstleistungen des Wealth Managements bei vielen Banken unter dem Begriff «Private Banking» zusammengefasst und nicht trennscharf von einer klassischen Vermögensverwaltung unterschieden werden.
Welche Kosten fallen an?
Die Kostenstruktur ähnelt meist jener von Vermögensverwaltungen: Es fällt eine Pauschalgebühr an, die – je nach Anbieter – neben Depotgebühren auch Transaktionsgebühren einschliesst. Hinzu kommen Produktgebühren der eingesetzten Anlageinstrumente wie Fonds. Zu beachten ist, dass Wealth Management aufgrund der umfassenden Dienstleistungen häufig teurer ist als eine klassische Vermögensverwaltung.
Weitere mögliche Kosten betreffen Entschädigungen und Honorare für externe Dienstleistungen, beispielsweise Steuer- oder Rechtsberatung.
Wie sinnvoll ist Wealth Management?
Wealth Management richtet sich vornehmlich an sehr wohlhabende Personen und Familien. Wenn Sie über ein grosses Vermögen verfügen und Hilfe bei Ihrer Finanzplanung und Vermögensverwaltung in Anspruch nehmen möchten, kann Wealth Management eine Lösung sein. In diesem Fall ist es empfehlenswert, die Offerten verschiedener Anbieter zu vergleichen.
Für die meisten Menschen ist es weder geeignet noch zugänglich. Viele der im Rahmen des Wealth Managements angebotenen Services sind nur bei einem äusserst hohen Vermögen sinnvoll. Wenn Sie Ihr Geld nicht selbst anlegen möchten, kann für Sie eine handelsübliche Vermögensverwaltung infrage kommen. Vor allem digitale Anbieter, sogenannte Robo-Advisors, sind bereits ab geringen Beträgen verfügbar und kommen oft mit geringen Pauschalgebühren aus. Diese liegen teilweise bei unter 0.5 Prozent. Sie können die Kosten der Vermögensverwalter auf moneyland.ch vergleichen.
Weitere Informationen:
Schweizer Private-Banking-Vergleich
Digitale Vermögensverwalter im Vergleich
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