whiskey investment anlage

Whisky als Anlage: wie investieren?

Whisky erfreut sich weltweit zunehmender Beliebtheit. Entsprechend attraktiv kann die Spirituose auch für Anleger sein. Was Sie bei Whisky-Investments beachten müssen, erfahren Sie im folgenden Ratgeber-Artikel.

Whisky – oder nach irischer oder amerikanischer Schreibweise Whiskey – erfreut sich weltweit grosser Beliebtheit. In der Schweiz ist Whisky die beliebteste und meist importierte Spirituose.

Trotzdem: Whisky als Kapitalanlage in Betracht zu ziehen, mag auf den ersten Blick etwas exotisch wirken. Wenn es schon alkoholische Getränke sein sollen, in die man investiert, dann kommen der Mehrheit der Anleger wahrscheinlich eher seltene Weine in den Sinn.

Dabei sind Whisky-Investments gar nicht mehr unüblich. Bei speziellen Auktionen des «Lebenswassers» werden bereits seit den 1980er-Jahren schwindelerregende Preise erzielt. Whisky-Connaisseurs aus aller Welt sind bereit, Tausende von Franken für das flüssige Gold hinzublättern. Die teuersten Whisky-Flaschen erzielen bei Auktionen Preise von weit über 100'000 Franken.

Tatsächlich bestehen durchaus gute Voraussetzungen dafür, Whisky als Anlage in Erwägung zu ziehen. Preise sind ein Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Und die Nachfrage nach Whisky ist ausgesprochen hoch. Sie stagniert zwar auf dem europäischen Markt, ist jedoch in letzter Zeit in asiatischen Ländern wie China in die Höhe geschossen.

Zwar drängen auf der Angebotsseite auch immer neue Whisky- und Whiskey-Sorten auf den Markt. Die alten Bestände neigen sich aber langsam aber sicher dem Ende zu. Und neue Edel-Whiskys werden nicht oft und nicht in grossen Mengen produziert.

Single Malt Scotch Whisky

Als besonders erfolgversprechend gilt eine Investition in Single Malt Scotch Whisky. Traditionellerweise empfiehlt sich der Einkauf limitierter Single Malts, um diese dann für längere Zeit aufzubewahren. Hier muss der Limitierung besondere Aufmerksamkeit gelten.

Als vereinfachte Faustregel gilt: Nur bei einer Flaschenzahl von weniger als 10’000 ist eine hohe Wertsteigerung anzunehmen. Für Whiskys der Spitzenklasse muss allerdings bereits beim Einkauf bereits ein dreistelliger Betrag pro Flasche einkalkuliert werden.

Whisky: Qualitätsmerkmale

Whisky sollte mindestens 3 Jahre lang im Holzfass lagern. Darüber hinaus ist das Alter allerdings nicht der entscheidende Faktor für die Whiskey-Qualität. Im Unterschied etwa zu klassischem Rotwein trifft die Faustregel «je älter, desto besser» nicht auf Whiskys zu. Das ist mit ein Grund dafür, dass in letzter Zeit so genannte No-Age-Statement-Whiskys (NAS-Whiskys) etwas populärer geworden sind.

Von Bedeutung ist allerdings die Wahl der richtigen Destillerie. Der Whisky sollte direkt aus einer renommierten Destillerie stammen und keinen Umweg über einen unabhängigen Abfüller gemacht haben. Als besonders interessant gelten Single-Cask-Abfüllungen in Fassstärke. Weitere Qualitätskriterien sind die Destillationshäufigkeit, die Art (oder Absenz) von zugesetzten Farbstoffen, das verwendete Quellwasser, die verwendeten Rohstoffe und die Beschaffenheit des Fasses.

Whiskey ausserhalb von Schottland

Neben den weltbekannt schottischen Whisky-Marken lohnt sich ein Blick über Schottland hinaus. Auch Whiskeys in Japan – wie der Suntory’s Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 – sind schon preisgekrönt worden. Wer etwas risikofreudiger ist, kann nach edlen Whiskeys in Irland, den USA, Kanada, Deutschland, Österreich, Frankreich, Tschechien (Hammerhead), Indien (Paul John), Taiwan (Kavalan) und Australien und diversen weiteren Ländern Ausschau halten.

Sogar in der Schweiz gibt es bereits mehr als ein Dutzend ernstzunehmende Whiskey-Destillerien. Darunter sind etwa die Appenzeller Brauerei Locher (die auch einen Whisky-Trek durch den Alpstein lanciert hat), Etter aus Zug, Z'graggen aus Lauerz, Rugen aus Interlaken, Käsers Schloss bei Elfingen.

Wie bei jeder anderen Kapitalanlage ist es auch beim Whiskey wichtig, sich als Anleger im Vorhinein eingehend zu informieren. Eine Reihe von Zeitschriften und Publikationen informieren laufend über die aktuellsten Neuheiten rund um die Edel-Spirituose. Der wohl einflussreichste Whisky-Führer ist die «Jim Murray’s Whisky Bible».

Whisky: wie verkaufen?

Ist der Zeitpunkt für den Verkauf des Whiskys gekommen, bestehen verschiedene Möglichkeiten. Eine durchaus variable Variante ist es, den Whisky über eBay und andere allgemeine Online-Marktplätze gewinnbringend zu veräussern. Des Weiteren gibt es spezielle Plattformen für Whisky-Transaktionen wie zum Beispiel die Website «Scotch Whiskey Auctions».

Zuvor sollten Sie jedoch den Wert der Flasche möglichst genau eruieren. Zur Wertbestimmung kann zum Beispiel der «World Whiskey Index» dienlich sein. Beachten Sie ausserdem die anfallenden Auktionsgebühren. Diese können die Rendite negativ beeinflussen.

Ihre Moneyland-Redaktion

Weiterführende Informationen:
Wie in Wein investieren?
Online-Broker-Vergleich
Private Banking Schweiz

Über das Moneyland-Magazin

Das Moneyland-Magazin informiert Sie kompetent und unabhängig über eine Vielzahl von Finanz- und Geldthemen. Neben Hintergrundartikeln und Interviews mit Experten finden Sie zahlreiche praktische Geldratgeber.