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Wein als Anlage: wie investieren?

Wie lässt sich in Wein investieren? Lesen Sie jetzt die Tipps der Moneyland-Redaktion.

Spätestens seit der letzten grossen Finanzkrise wird Wein als Investitionsobjekt – wie viele andere Sachlangen auch – immer beliebter. Wer bei der Wein-Investition ein gutes Gespür beweist, kann von beachtlichen Wertsteigerungen profitieren.

Weinpreise sind in den letzten Jahrzehnten markant teurer geworden. Wer vor Jahren ein gutes Händchen bei der Wahl gehabt hat, kann nun die begehrten Flaschen mit einer satten Rendite weiterverkaufen. Oder den Wein einfach auch selber geniessen.

Weine mit Wertsteigerungen

Zu den Wertsteigerungen in den letzten Jahren und Jahrzehnten hat eine steigende Nachfrage beigetragen. Das gilt nicht nur für die USA und Europa, sondern in letzter Zeit auch für asiatische Länder wie China. Einzelne ausgewählte Bordeaux-Spitzenweine können aufgrund ihrer Beliebtheit bereits nach einem Jahr eine Wertsteigerung von 50 bis 100 Prozent erfahren.

Wein ist nicht gleich Wein. Anleger, die Interesse daran haben, in Wein zu investieren, sollten sich deshalb vor dem Kauf eingehend informieren. Am besten gelingt das natürlich, wenn man selbst Spass an einem guten Tropfen hat.

Fachzeitschriften bieten Informationen zu Winzern, Weinregionen oder Traubensorten, aber auch über die Preisentwicklungen spezifischer Weine. Kultstatus für Weinkenner haben einzelne Experten wie Robert Parker mit seinem Magazin The Wine Advocate, das regelmässig über den neusten Stand der Weinverkostung berichtet. Ebenfalls hilfreich für die Investmententscheidung können Weinmessen und anerkannte Auszeichnungen für Weine sein.

Rotweine mit langer Haltbarkeit

Die meisten im Handel erhältlichen Weine sind für den kurzfristigen Konsum gedacht und steigen bei langer Lagerung nicht im Wert.  Es gibt jedoch Rotweine, deren Potential zum Zeitpunkt des Kaufs noch lange nicht ausgeschöpft ist. Solche Rotweine zeichnen sich durch eine hohe Lagerbeständigkeit und eine voraussichtliche Lebensdauer von bis zu 50 Jahren aus.

In Frage für eine längerfristige Kapitalanlage kommen gemäss Experten aber nur rund 100 der angesagtesten Weine der Spitzenklasse. Neben ausgewählten Bordeaux-Edeltropfen sind auch einige Burgunder wie Romanée-Conti oder italienische Spitzenweine wie ein Ornellaia darunter.

Dem Laien fällt es in der Regel schwer, die wirklich kostbaren Rotweine zu erkennen, da der aktuelle Preis allein kein Indikator ist. Interessenten sollten sich deshalb gut beraten lassen. Neben der Traubensorte sind weitere Faktoren wie das Weingut und der Jahrgang matchentscheidend.

Weine richtig lagern

Ist der geeignete Wein gefunden, muss die richtige Lagerung gewährleistet sein. Ansonsten ist eine Wertsteigerung praktisch ausgeschlossen. Als Faustregel für eine optimale Lagerung gelten die folgenden Kriterien.

  • Erstens eine gleichmässige Temperatur, die je nach Wein und Expertenmeinung zwischen 8 bis 12 Grad Celsius, manchmal auch bei bis zu maximal 17 Grad liegen sollte.
     
  • Zweitens eine gleichmässige Luftfeuchtigkeit von 65 bis 75 Prozent. Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit können die Weinkorken austrocken. Höhere Luftfeuchtigkeit kann eine Verschimmelung der Etiketten hervorrufen.
     
  • Drittens eine saubere Luft. Bei starken Gerüchen – etwa von Benzin, Öl oder Gemüsen – kann der Wein die ihn umgebenden Duftmoleküle aufnehmen, was den Geschmack beeinträchtigt.
     
  • Viertens eine dunkle Umgebung. Zu viel Licht kann dem Wein-Aroma schaden. UV-Strahlen können zu chemischen Reaktionen führen, die den Wein beeinträchtigen.
     
  • Fünftens sollten die Weine liegend ruhen. Im optimalen Fall sollte die Weinflasche auf einer leicht schiefen Ebene deponiert werden, wobei das Weinflaschenende weiter unten liegen sollte. So wird der Korken weniger stark belastet.

Wurde der Wein richtig gelagert, muss er im Idealfall noch zum richtigen Zeitpunkt verkauft werden, damit Gewinne erzielt werden können. Das richtige Timing ist zwar nicht so schwer wie bei Aktien, allerdings auch beim Wein keine einfache Angelegenheit. Hinweise von Experten sowie eine genaue Beobachtung des Marktes und der relevanten Wein-Auktionen können weiterhelfen.

Immerhin: Von weltpolitischen Gegebenheiten werden die Weinpreise eher weniger beeinflusst. Stattdessen gilt es, Trends zu beachten, was zum Beispiel die Popularität bestimmter Traubensorten, Jahrgänge oder Weinregionen angeht. Auch die preislichen Entwicklungen der Weine des Weinguts, bei dem der Kauf getätigt wurde, können Hinweise auf den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf geben.

Wein-Anteilscheine

Einfacher als die Lagerung im eigenen Keller ist der Weinkauf beim Fachhändler, während der kostbare Traubensaft noch still und heimlich im Fass vor sich hin reift. Anleger können sich so ein Anrecht auf den zukünftigen Kauf einer bestimmten Weinmenge erwerben.

Im Börsenjargon ist ein solches terminfixiertes Anrecht nichts anders als ein Terminkontrakt, das heisst mit einem Future (wenn der Vertragsgegenstand an der Börse handelbar ist) oder Forward (im Fall eines nicht börsengehandelten Gegenstands) zu vergleichen. Tatsächlich handeln einige Anleger mit solchen Anrechtsscheinen fleissig bereits vor der eigentlichen Flaschen-Abfüllung.

Wein-Aktien und Wein-Zertifikate

Noch abstrakter als der Erwerb eines Wein-Anteilscheins sind Investitionen in Aktien oder strukturierte Produkte, die mit Wein in Zusammenhang stehen. So lässt sich mit dem Kauf von Aktien von Campari, Diageo, Laurent Perrier, Remy Cointreau und anderen Getränke-Firmen gezielt in Unternehmen investieren, die mit dem Weinhandel direkt in Verbindung stehen.

Noch einen Schritt weiter gehen strukturierte Produkte wie Zertifikate, die auf die Kursentwicklung solcher Aktien spekulieren. Gerade bei strukturierten Produkten gilt aber die Vorsichtsregel, nur dann zu investieren, wenn man das Produkt bis ins Detail versteht und all seine Risiken kennt.

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