finanzen-ausblick-2026
News: Banken

Gebühren, Zinsen und Co.: Ein Ausblick auf das neue Jahr 2026

3. Januar 2026 - Dan Urner

Worauf können sich Kundinnen und Kunden 2026 finanziell einstellen? In diesem Artikel gibt Ihnen moneyland.ch einen Ausblick über Zinsen, Gebühren und Preise.

Das neue Jahr 2026 steht in den Startlöchern. In diesem Artikel blickt moneyland.ch auf die Entwicklungen in den Bereichen Banken, Versicherungen und Telekom voraus.

Wie hoch ist die Inflation?

Die Inflation liegt in der Schweiz auf einem sehr niedrigen Niveau. Dies dürfte sich auch 2026 nicht ändern – die Konjunkturprognose des Bundes rechnet mit einer Jahresteuerung von 0.2 Prozent.

Wie entwickeln sich die Zinsen?

Die Sparzinsen befinden sich in der Schweiz bereits auf einem sehr niedrigen Stand. Der Durchschnittszinssatz auf Sparkonten für Erwachsene liegt zu Jahresbeginn mit 0.12 Prozent nur knapp über Nullzinsniveau. Eine Trendwende scheint im laufenden Jahr nicht in Sicht. Sollte die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins auf unter 0 Prozent senken – und damit eine erneute Negativzinsphase in der Schweiz einläuten –, dürften die Sparzinsen gar noch weiter sinken.

«Es ist keine gute Zeit für Sparerinnen und Sparer. Sparkonten werfen fast keine Erträge ab», erklärt Ralf Beyeler, Experte für Bankthemen bei moneyland.ch. «Allerdings sollten Kundinnen und Kunden prüfen, ob sie durch einen Wechsel zu einem anderen Anbieter einen höheren Zinssatz erhalten können.» Der Experte ergänzt: «Auch wer die Hausbank nicht komplett wechseln möchte, kann bei einer anderen Bank ein zusätzliches Sparkonto eröffnen und damit von höheren Zinsen profitieren.»

Die Kehrseite der Medaille: Ein sinkendes Zinsniveau wirkt sich ebenfalls auf Hypothekarzinsen aus. Diese lagen zum Jahresende bei 1.28 Prozent für zweijährige Festhypotheken, 1.56 Prozent für fünfjährige und 1.89 Prozent für zehnjährige Festhypotheken. «Die meisten Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der SNB-Leitzins im Jahr 2026 bei 0 Prozent belassen wird. Dies spricht für eine Seitwärtsbewegung bei den Hypothekarzinsen», prognostiziert Felix Oeschger, Hypotheken-Experte bei moneyland.ch.

Wie entwickeln sich die Bankgebühren?

Digitale Anbieter, allen voran Smartphone-Banken, haben die Schweizer Bankenlandschaft in den vergangenen Jahren mit einer einfachen Bedienung, ihren geringen Gebühren und guten Konditionen gehörig aufgemischt. Einige traditionelle Banken haben auf die wachsende Konkurrenz mit Neobanken in den zurückliegenden Jahren mit Gebührensenkungen reagiert. Manche Kantonalbanken, Valiant und selbst die UBS bieten heute ein Gratis-Konto an. 

Eine Revolution in Sachen Bankgebühren steht aber auch 2026 nicht zu erwarten. Denn Schweizerinnen und Schweizer wechseln weiterhin vergleichsweise selten ihre Bank. «Viele Kundinnen und Kunden bleiben ihrer Hausbank trotz hoher Kosten treu», sagt Ralf Beyeler. «Viele dürften einfach bei der Bank bleiben, bei denen schon die Eltern und Grosseltern Kunden waren. Anderen Kundinnen und Kunden ist es wichtig, in der Nähe eine Bank mit einer Filiale zu haben, in der sie sich bei Fragen von einem Bankmitarbeiter bei einem Kaffee beraten lassen können», ergänzt Beyeler. «Oft erhalten loyale, langjährige Kundinnen und Kunden wesentlich schlechtere Konditionen. Und die Banken müssen sich nicht anstrengen, da sie wissen, dass ihnen die Kundinnen und Kunden sowieso treu bleiben.»

Welche Änderungen gibt es bei Kreditkarten?

Jahrelang war es ruhig in Sachen Kreditkarten. Doch das könnte sich 2026 ändern: Zum einen, weil der Höchstzinssatz für Kreditkartenkredite von 13 auf 12 Prozent fällt. Zum anderen hat Swisscard unlängst eine Kreditkarte lanciert, bei der keine Bearbeitungsgebühr für Transaktionen im Ausland mehr anfällt. 

Das ist bei Kreditkarten von Schweizer Herausgebern bisher unüblich, lediglich die Migros Bank hat seit Mitte 2022 entsprechende Produkte im Sortiment. Vielleicht führt die Offensive von Swisscard dennoch dazu, dass auch andere Anbieter nachziehen müssen. Aber Achtung: Sowohl bei Swisscard wie bei Migros Bank gibt es weiterhin versteckte Gebühren – nämlich durch einen schlechten Wechselkurs. 

Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern sind gross, und die meisten Kundinnen und Kunden bezahlen zu viel für ihre Kreditkarte. Mit einem Vergleich und einem Wechsel können zahlreiche Kundinnen und Kunden viel Geld sparen.

Werden Privatkredite 2026 günstiger?

Wer 2026 einen neuen Privatkredit abschliesst, bezahlt weniger Zins als im Vorjahr. Denn Privatkredite werden günstiger: Neu beträgt der maximale zulässige Zinssatz 10 Prozent. Schon 2025 war der Höchstzinssatz von 12 auf 11 Prozent gesunken. Wichtig: Kundinnen und Kunden können ihren Kredit stets ablösen, also zu einem anderen Anbieter wechseln. So sind häufig hohe Einsparungen möglich.

«Ein aktueller Vergleich verschiedener Anbieter kann zu spürbar besseren Konditionen führen. Dies gilt nicht nur für neue Finanzierungen – auch laufende Kredite lassen sich oft zu günstigeren Zinssätzen umschulden», sagt Kredit-Experte Mahir Yalin von FinanceScout24. «Angesichts der gesunkenen Zinsobergrenze ist jetzt ein idealer Zeitpunkt, bestehende Kreditkonditionen zu prüfen und mögliche Einsparungen zu realisieren. Ein professioneller Vergleich lohnt sich mehr denn je.»

Steigen die Krankenkassenprämien weiter?

Die Krankenkassenprämien kennen seit geraumer Zeit nur eine Richtung: nach oben. Auch 2026 steigen die Prämien im Schnitt um 4.4 Prozent – und dürften sich infolge steigender Gesundheitskosten auch im Folgejahr erhöhen. «Erhöhen sich die Gesundheitskosten, werden auch die Krankenkassen teurer», sagt Daniel Dreier, Versicherungs-Experte bei moneyland.ch. «Dennoch haben viele Versicherte in jedem Jahr die Möglichkeit, durch einen Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse Prämien zu sparen.»

Wie entwickeln sich die Versicherungsprämien?

Viele Versicherte müssen sich 2026 auf steigende Kosten einstellen. Dies betrifft vor allem Autoversicherungen, deren Prämien sowohl für neue als auch bestehende Kundinnen und Kunden seit einigen Jahren unentwegt ansteigen. Als Gründe machen die Versicherer unter anderem höhere Schadenquoten und Preissteigerungen für Ersatzteile geltend.

Welche Entwicklungen gibt es bei Handy-Abos?

Die drei Netzbetreiber Swisscom, Sunrise und Salt setzen seit geraumer Zeit verstärkt auf Zweit- und Drittmarken. «Kundinnen und Kunden nehmen Zweit- und Drittmarken als günstige Anbieter wahr, dabei sind andere Mitbewerber oft günstiger», merkt Telekom-Experte Ralf Beyeler an. 

«Als wirklich günstige Anbieter sind zuletzt vor allem von den Netzbetreibern unabhängige Konkurrenten in Erscheinung getreten, nämlich Digital Republic, Galaxus Mobile und Spusu.» Salt versucht mit Gomo mitzuhalten, und Sunrise hat kürzlich deshalb die neue Marke CH Mobile lanciert. Damit ist Swisscom der einzige verbliebene Netzbetreiber ohne echte Billigmarke.

Wie viel die Kundinnen und Kunden für Handy-Abos zahlen, haben sie selbst in der Hand. «Viele Kundinnen und Kunden haben ein hohes Sparpotenzial, indem sie zu einem günstigeren Handy-Abo wechseln», sagt Beyeler. «Günstige Flatrate-Angebote gibt es bereits für weniger als 20 Franken im Monat», gibt der Experte eine Grössenordnung.

Gibt es Neuerungen im Streaming-Markt?

Der Schweizer Streaming-Markt ist in Kürze um einen Anbieter reicher: Ab dem 13. Januar startet HBO Max hierzulande. In anderen europäischen Ländern ist der Streamingdienst schon länger verfügbar. HBO Max wartet neben bekannten von HBO produzierten Serien auch mit Inhalten von Warner Bros. auf, wozu etwa weltbekannte Filmreihen wie «Harry Potter» und «Herr der Ringe» gehören. Die wichtigsten Informationen hat Ihnen moneyland.ch in der Analyse über HBO Max zusammengefasst. Derzeit läuft eine Übernahmeschlacht um HBO: Es bleibt abzuwarten, ob Netflix oder Paramount das Rennen machen wird.

Streamingdienste wie Netflix, Disney Plus und Paramount Plus haben ihre Preise in den vergangenen Jahren mehrfach erhöht. Auch 2026 deutet nichts auf eine gegenteilige Entwicklung hin – es ist nicht auszuschliessen, dass Kundinnen und Kunden in der Schweiz erneut tiefer in die Tasche greifen müssen.

Weitere Informationen:
Vergleiche von moneyland.ch

Redaktor Dan Urner
Dan Urner ist Redaktor bei moneyland.ch.