Viele Schweizer Bankkundinnen und -kunden bezahlen Gebühren für die Kontoführung. Doch das muss nicht sein: Denn einige Banken bieten Gratis-Konten an.
Gratis-Konten für junge Kundinnen und Kunden weit verbreitet
Für junge Kundinnen und Kunden sowie Studentinnen und Studenten sind Gratis-Konten bei Schweizer Banken weit verbreitet. Mehr Informationen zu diesen Konten erhalten Sie in den Ratgeber-Artikeln zu Jugendkonten und zu Studentenkonten.
Auch für erwachsene Kundinnen und Kunden haben einige Banken ein Privatkonto ohne Kontoführungsgebühren im Angebot.
Was ist ein Gratis-Konto?
Bei einem Gratis-Konto fallen für die Kontoführung keine Gebühren an. Vollständig gratis ist das Angebot aber nicht unbedingt: Für weitere Dienstleistungen können Gebühren anfallen. Die Gebühren unterscheiden sich von Bank zu Bank. Deshalb ist ein Vergleich sinnvoll.
Welche Banken bieten ein Gratis-Privatkonto mit Gratis-Debitkarte an?
Bei folgenden Banken erhalten Sie unter anderem ein Privatkonto ohne Kontoführungsgebühren sowie eine Debitkarte ohne Grundgebühr. Mit Ausnahme von Swissquote ist eine Debitkarte aus Plastik im Gratis-Angebot enthalten, bei Swissquote ist es eine virtuelle Debitkarte. Aufgeführt sind Angebote, die unabhängig von weiteren Bedingungen kostenlos geführt werden.
- Aargauische Kantonalbank
- Basler Kantonalbank («Privatkonto», «Spezialkonto», «IV-Rentenkonto»)
- Bank Wir («Bankpaket Top»)
- Berner Kantonalbank («Zero», «Zero Duo»)
- Migros-Bank («Privatkonto», «M+»)
- Swissquote («Light», beinhaltet eine virtuelle Debitkarte)
- UBS («Key4 Banking Pure»)
- Valiant («Lila Set»)
- Zuger Kantonalbank («Fix»)
- Zürcher Kantonalbank («ZKB Banking»)
Die Bank Wir zählt zwar Nutzungsbedingungen auf (zum Beispiel einen monatlichen Zahlungseingang von mindestens 1500 Franken). Diese haben gemäss Angaben der Bank Wir jedoch keinen Einfluss auf möglicherweise anfallende Kontoführungsgebühren.
Auch bei Smartphone-Banken sind Privatkonten ohne Kontoführungsgebühren erhältlich. Beispiele dafür sind
- Alpian (beinhaltet eine virtuelle Debitkarte)
- Yuh
- Zak
Beachten Sie, dass viele Anbieter neben einem Gratis-Privatkonto auch gebührenpflichtige Angebote anbieten.
Welche Schweizer Banken bieten ein Gratis-Privatkonto an, verlangen aber für die Debitkarte eine Gebühr?
Bei einigen Schweizer Banken erhalten Sie ein Privatkonto ohne Kontoführungsgebühr. Wenn Sie jedoch eine Debitkarte benötigen, so bezahlen Sie für die Debitkarte eine Grundgebühr. Bei der Thurgauer Kantonalbank kostet die Debitkarte 18 oder 24 Franken pro Jahr (virtuelle Debitkarte ohne Plastikkarte 9 oder 12 Franken), Bei Neon Free bezahlen Sie pro Karte 20 Franken, bei jedem Ersatz der Karte beim Ablaufdatum (nach vier Jahren) jeweils 10 Franken.
Wenn Sie jedoch auf die Debitkarte verzichten können und das Privatkonto ausschliesslich für den Empfang von Geld und das Bezahlen von Rechnungen über E-Banking nutzen, dann kann ein solches Angebot für Sie interessant sein.
- Freiburger Kantonalbank («Lohnkonto»)
- Neon («Free»)
- St. Galler Kantonalbank
- Thurgauer Kantonalbank
Gibt es kostenpflichtige Privatkonten, die je unter gewissen Bedingungen gebührenfrei geführt werden?
Ja, es gibt bei manchen Banken Privatkonten, für die grundsätzlich Kontoführungsgebühren anfallen. Wenn jedoch bestimmte Bedingungen erreicht sind, entfällt die Kontoführungsgebühr.
Tabelle: Banken mit bedingten Gratis-Konten im Überblick
| Bank |
Kostenlose Kontoführung unter folgenden Bedingungen |
| Bank Cler |
Gesamtvermögen über CHF 25’000 und kein Zak-Konto
oder Hypothek 1 und kein Zak-Konto |
Basellandschaftliche
Kantonalbank |
Gesamtvermögen über CHF 10’000
oder Hypothek 1
oder mit Digifolio |
Graubündner
Kantonalbank |
1. Nutzung von E-Banking (jährlich mindestens 24 Transaktionen) und
2. Debitkarte (jährlich mindestens 24 Transaktionen) oder Kreditkarte und
3. Gesamtvermögen über CHF 10’000
oder ab CHF 250'000 Gesamtvolumen |
Luzerner
Kantonalbank |
Depotvolumen über CHF 100’000
oder Hypothek 1
oder mit Vermögensberatung (Comfort, Premium)
beziehungsweise Vermögensverwaltung (Compact, Comfort, Premium) |
| Postfinance |
Anlagevermögen (ohne Kontoguthaben) über CHF 25’000
oder Hypothek 1
oder mit Lebensversicherung |
| Raiffeisen 2 |
1. Genossenschaftsmitglied (1 Anteilschein) und
2. Monatlicher Eingang von mindestens CHF 1260 oder
Spareinlagen, Depot, Vorsorgegelder oder Hypothek von mindestens CHF 20’000 |
Schwyzer
Kantonalbank |
Haushaltsvermögen über CHF 25’000 |
Waadtländer
Kantonalbank |
Gesamtvermögen über CHF 10’000 |
1 oder Baukredit
2 Empfehlung von Raiffeisen Schweiz an die unabhängigen lokalen Raiffeisenbanken. Je nach Raiffeisenbank gibt es Unterschiede bei den Konditionen.
Sind mit Gratis-Konten alle Dienstleistungen gratis?
Nein, bei einem Gratis-Konto bezahlen Sie keine Gebühr für die Kontoführung. In der Regel ist auch der Zugang zum E-Banking sowie Überweisungen innerhalb der Schweiz sowie der Empfang von Geld gebührenfrei. Bei einigen Banken erhalten Sie auch die Debitkarte ohne zusätzliche Grundgebühr (siehe Auflistung oben), bei anderen Banken bezahlen Sie eine monatliche oder jährliche Gebühr für die Debitkarte.
Banken können auch bei einem Gratis-Konto Gebühren für verschiedene Dienstleistungen verlangen. Es gibt Unterschiede zwischen den verschiedenen Banken und nicht alle Banken verlangen für alle hier aufgeführten Dienstleistungen eine Gebühr. Typische Gebühren, die von den Banken bei einem Gratis-Konto verrechnet werden, sind:
- Grundgebühr für die Debitkarte
- Gebühren für die Nutzung von Bancomaten, insbesondere bei bankfremden Bancomaten
- Gebühren und Porto für per Post zugeschickte Dokumente
- Gebühren für Transaktionen am Schalter
- Gebühren für die Nutzung der Debitkarte im Ausland
- Wechselkursaufschlag bei der Nutzung der Debitkarte im Ausland
- Kreditkarten
- Überweisungen ins Ausland
Welche Banken bieten ein Gratis-Sparkonto an?
Die meisten Banken bieten ein Sparkonto ohne Kontoführungsgebühren an.
Aufpassen müssen Konsumentinnen und Konsumenten jedoch, wenn sie Geld von ihrem Sparkonto auf ein Privatkonto überweisen wollen. Dafür fällt typischerweise eine Gebühr von 5 Franken pro Überweisung an. Lediglich ein Kontoübertrag ist in der Regel kostenlos. Voraussetzung dafür ist, dass beide Konten zur gleichen Kundenbeziehung gehören. Zudem müssen Sie im E-Banking die Dienstleistung Kontoübertrag statt einer Überweisung auswählen.
Ebenfalls aufpassen müssen Sie, wenn Sie innerhalb kurzer Zeit zu viel Geld vom Sparkonto beziehen. Die Banken definieren, wie viel Geld (zum Beispiel 5’000 bis 100’000 Franken) Sie in welcher Zeitspanne (zum Beispiel ein bis zwölf Monate) kündigungsfrei beziehen können. Die Rückzugslimite unterscheidet sich erheblich zwischen den einzelnen Banken. In diesem Fall fällt eine Nichtkündigungskommission von üblicherweise 2 Prozent auf den über der Rückzugslimite liegenden Betrag an.
Gibt es weitere Bankdienstleistungen, die gratis sind?
Neben kostenlosen Privatkonten und Sparkonten gibt es einige weitere kostenlose Bankdienstleistungen:
So wählen Sie das für Sie optimale Gratis-Konto
Wichtig ist, dass Sie ein Privatkonto wählen, das Ihren Bedürfnissen entspricht. Achten Sie bei einem Gratis-Konto darauf, dass die von Ihnen genutzten Dienstleistungen ohne weitere Kosten inklusive sind. Unter Umständen müssen Sie dazu flexibel sein und sich etwas anpassen. Ein Beispiel: Beziehen Sie am Bancomaten Ihrer Bank gebührenfrei Bargeld statt an einem näher gelegenen Bancomaten einer Konkurrenzbank.
Es kann sinnvoll sein, bei mehreren Banken ein Gratis-Konto zu führen und je nach Dienstleistung ein Privatkonto bei einer anderen Bank zu nutzen.
Beim Sparkonto sollten Sie vor allem auf die Zinsen achten. Insbesondere wenn ein grösserer Betrag auf dem Sparkonto liegt, sollten Sie sich aber auch über die Rückzugsbedingungen informieren.
Weitere Informationen:
Privatkonto-Vergleich
Sparkonto-Vergleich
Smartphone-Banken im Vergleich