Viele Schweizerinnen und Schweizer sorgen in der dritten Säule für das Alter vor und sparen dabei Steuern. Wer im kommenden Jahr vom Steuerabzug profitieren möchte, sollte bis Mitte Dezember in die Säule 3a einzahlen.
Eine beliebte Variante ist ein Säule-3a-Konto, auf dem das Geld zwar sicher ist, aber aufgrund tiefer Zinsen kaum wächst. Wie bei einem klassischen Sparkonto liegt das Geld beim Säule-3a-Konto bei der Bank und wird verzinst. Ertragreicher sind in der Regel Vorsorgefonds. Dabei wird das Geld in Wertschriften wie Aktien und Obligationen angelegt, um von erhöhten Renditechancen zu profitieren. Doch wie gut schneiden die Produkte ab?
In einer umfassenden Analyse hat der unabhängige Online-Vergleichsdienst moneyland.ch die Wertentwicklung von 53 Vorsorgefonds in den vergangenen fünf Jahren (30. September 2020 bis 30. September 2025) unter die Lupe genommen. Auch Gebühren der Bank beziehungsweise der Vorsorge-App sowie Produktkosten (TER) der eingesetzten Anlageinstrumente sind in der Analyse berücksichtigt. Zur Einordnung hat moneyland.ch zusätzlich den Zinsertrag auf verschiedenen Säule-3a-Konten untersucht.
Die Analyse von moneyland.ch umfasst Vorsorgefonds von sechs grossen Banken mit Filialen in der ganzen Schweiz, den vier grössten Kantonalbanken sowie den beiden führenden Vorsorge-Apps. Dabei wurden alle Vorsorgefonds der nach Anlagevolumen grössten Fondsfamilie jedes Anbieters berücksichtigt. Ausserdem sind Fonds von weiteren Anbietern in die Auswertung eingeflossen. Die Analyse deckt damit den grössten Teil des Marktes ab.
Diese Vorsorgefonds erzielten die höchste Rendite
Die Nettoperformance berücksichtigt alle Gebühren und Kosten. Der «Spectravest Fonds 3a» von Quantex ist der klare Sieger mit einem Wertzuwachs von 76.5 Prozent. Die Ränge zwei und drei belegen ein Fonds der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) mit 65.9 Prozent und ein Fonds von Postfinance mit 50 Prozent.
In den vergangenen fünf Jahren erzielten die folgenden zehn Vorsorgefonds die höchste Nettoperformance. Berücksichtigt sind die Gebühren der Anbieter sowie die Produktkosten der jeweiligen Anlageprodukte.
Über alle 53 Fonds hinweg zeigt sich eine grosse Bandbreite: Während der beste Vorsorgefonds über fünf Jahre ein Plus mit 76.5 Prozent erzielte, verzeichnete der schlechteste Vorsorgefonds ein Minus von 5.4 Prozent. Die Nettoperformance beträgt im Mittel (Median) 19 Prozent. «26 Fonds haben eine Rendite von über 19 Prozent erzielt, aber 26 Fonds haben auch eine niedrigere Rendite erwirtschaftet», erklärt Ralf Beyeler von moneyland.ch.
Aktien performen besser als Obligationen
Auffällig: Fonds mit einem hohen Aktienanteil haben weitaus besser abgeschnitten als jene mit geringem Aktienanteil. «Die obere Tabellenhälfte wird von Vorsorgefonds mit einem Aktienanteil von 65 Prozent und mehr dominiert. In den Top 20 gibt es nur zwei Produkte mit einem niedrigeren Aktienanteil», erläutert Ralf Beyeler von moneyland.ch. Von den 21 Vorsorgefonds mit hohem Aktienanteil befinden sich 20 auf den vorderen Tabellenplätzen, nur einer im unteren Mittelfeld.
Dass sich die Aktienmärkte gut entwickelt haben, bestätigt ein Blick auf die Indizes: In den vergangenen fünf Jahren legte der Schweizer Aktienmarkt (SPI) um fast 30 Prozent zu, der globale Aktienindex MSCI World für Schweizer Anlegerinnen und Anleger sogar um fast 70 Prozent.
Ganz anders sieht es bei Fonds mit einem hohen Anteil an Obligationen aus: Sie landen am Tabellenende – 19 der 20 schwächsten Produkte haben einen Anleihenanteil von mindestens 45 Prozent.
«Obligationen waren in den letzten fünf Jahren keine gute Wahl. Nach dem Ende der Negativzinsphase sind die Kurse von Anleihen gesunken», erklärt Felix Oeschger, Experte bei moneyland.ch. Der weltweite Obligationenmarkt hat sich schwach entwickelt, wie der «Bloomberg Global Aggregate Bond Index» belegt. In Schweizer Franken gerechnet liegt dieser Anleihenindex rund 20 Prozent im Minus.
«Wer langfristig von einem hohen Renditepotenzial profitieren möchte, kommt um Aktien und andere Sachwerte wie Immobilien nicht herum. Dies gilt auch für Vorsorgefonds», sagt Felix Oeschger.
Die Auswertung von moneyland.ch beginnt im September 2020. Damals war Corona noch allgegenwärtig – im Frühling 2020 waren die Aktienkurse stark gefallen. Seither haben sich die Aktienmärkte deutlich erholt. Trotz mehrerer vorübergehender Rückschläge – etwa durch Lieferkettenprobleme, die Energiekrise und Handelszölle – sind die Aktienkurse in den vergangenen fünf Jahren stark angestiegen.
Wertschriften sind mit Risiken verbunden
Anlegerinnen und Anlegern sollte aber bewusst sein, dass die erhöhten Renditemöglichkeiten ihren Preis haben: nämlich in Form eines höheren Risikos. Vor allem kurzfristig kann das Vermögen stark schwanken. «Wer mit Wertschwankungen und zeitweiligen Verlusten nicht umgehen kann, sollte Vorsorgefonds eher meiden und auf ein Säule-3a-Konto setzen», sagt Ralf Beyeler, Geld-Experte bei moneyland.ch.
Wer noch viele Jahre bis zur Pensionierung vor sich hat und auch keinen Vorbezug plant, kann zwischenzeitliche Kursverluste in der Regel einfach aussitzen. «Bei einem Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren sind Verluste wenig wahrscheinlich», bemerkt Ralf Beyeler. Dennoch: Anlegerinnen und Anleger sollten sich stets bewusst sein, dass Verluste auch langfristig nie ganz auszuschliessen sind.
Diese Banken zahlen den höchsten Zins auf dem 3a-Konto
In einem zweiten Schritt hat moneyland.ch auch untersucht, welche Banken über den gleichen Zeitraum am meisten Zinsen auf ihrem Säule-3a-Sparkonto gezahlt haben. In diesem Vergleich liegt die Crédit Agricole Next Bank vorne: Die Rendite in Form von Zinsen beträgt über fünf Jahre 4 Prozent. Dahinter folgen die Cornèr Bank (3.8 Prozent) und die Hypo Vorarlberg Bank (3.7 Prozent).
«Säule-3a-Sparkonten bieten eine hohe Sicherheit», sagt Felix Oeschger. «Rendite und Risiko gehen allerdings Hand in Hand. Deshalb ist auch das Renditepotenzial stark eingeschränkt.» Wer kein Risiko eingehen möchte, findet mit Sparkonten die passende Lösung.
Vergleiche und Ratgeber helfen weiter
Wie die Analyse in dieser Medienmitteilung zeigt, gibt es grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Angeboten. Im interaktiven Vergleich auf moneyland.ch lassen sich diese direkt gegenüberstellen – auch für andere Zeiträume. Eine Alternative zu den Vorsorgefonds der etablierten Banken sind Vorsorge-Apps. Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Ratgeber-Artikel auf moneyland.ch zu den Vorsorge-Apps.
Für Sparerinnen und Sparer, die ein Säule-3a-Konto nutzen, lohnt sich ein regelmässiger Vergleich der Zinssätze.
Methodik
Der Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat für die Analysen in dieser Medienmitteilung ausschliesslich Vorsorgefonds und Konten der Säule 3a berücksichtigt.
Analysezeitraum: 30. September 2020 bis 30. September 2025
1. Teil: Vorsorgefonds-Analyse
- Die Analyse umfasst die wichtigsten Schweizer Anbieter, darunter sechs Banken mit Filialen in der ganzen Schweiz (UBS, Raiffeisen, Postfinance, Migros Bank, Valiant und Bank Cler), die vier grössten Kantonalbanken (Zürcher Kantonalbank, Basler Kantonalbank, Luzerner Kantonalbank, Waadtländer Kantonalbank) sowie die beiden führenden Vorsorge-Apps Viac und Frankly. Für jeden Anbieter wurden alle Fonds der Fondsfamilie mit dem grössten Anlagevolumen berücksichtigt. Zusätzlich flossen weitere Produkte – unter anderem von Quantex und der Basellandschaftlichen Kantonalbank – in die Auswertung ein.
- Die Gebühren und Kosten können aus zwei Elementen bestehen:
- Gebühren der Banken und Vorsorge-Apps für die Aufbewahrung und Verwaltung der Vorsorgefonds. Dazu gehören Pauschal-, Depot- und Ausgabegebühren. Rücknahmegebühren wurden in der Analyse nicht berücksichtigt.
- Produktkosten der Vorsorgefonds, die direkt dem Fondsvermögen belastet werden. Diese werden als Total Expense Ratio (TER) ausgewiesen.
- Die Nettoperformance wurde gemäss den Angaben der Anbieter berechnet. Sie berücksichtigt Gebühren und Produktkosten (TER).
- Viac ist der einzige in dieser Analyse berücksichtigte Anbieter, der keine Vorsorgefonds anbietet, sondern auf Anlagestrategien setzt. Dabei wird das Geld direkt in verschiedene Indexfonds investiert.
2. Teil: Konto-Analyse
- Die Konto-Analyse umfasst sechs Banken mit Filialen in der ganzen Schweiz (UBS, Raiffeisen, Postfinance, Migros Bank, Valiant und Bank Cler), die grösste Kantonalbank (ZKB) sowie fünf weitere Anbieter (Crédit Agricole Next Bank, Cornèr Bank, Hypo Vorarlberg Bank, Bank CIC, Bank Wir) mit überdurchschnittlichen Zinsen.
- Für jeden Monat zwischen Oktober 2020 und September 2025 wurde der Zinsertrag berechnet, der jeweils im Dezember dem Säule-3a-Konto gutgeschrieben wurde. Die von Hypo Vorarlberg verrechnete Kontoführungsgebühr von jährlich 36 Franken wurde nicht berücksichtigt.
Weitere Informationen:
Schweizer Vorsorgefonds-Vergleich