Wünschen Sie eine tabellarische Übersicht über Vorsorge-Apps? Dann lassen Sie sich diese hier kostenlos als PDF zustellen.
moneyland.ch beantwortet für Sie die wichtigsten Fragen zu digitalen Anbietern von Wertschriftenlösungen im Rahmen des Freizügigkeitskontos und der Säule 3a.
Das Smartphone hat viele Lebensbereiche erobert – so auch die Vorsorge. Doch wie funktionieren Vorsorge-Apps eigentlich? Wie sicher sind sie? Und wie finden Sie sich im Angebotsdschungel zurecht?
Das Wichtigste zur Säule 3a
Mit der Säule 3a sorgen Sie für das Alter vor. Die wichtigsten Merkmale der Säule 3a sind:
Maximalbetrag: Sie dürfen pro Jahr höchstens den Maximalbetrag einzahlen. Für Angestellte mit Pensionskasse sind es 7258 Franken (Stand: 2025), für Personen ohne Pensionskasse gelten andere Beträge.
Steuerabzug: Sie können Einzahlungen in die Säule 3a vollständig von den Steuern abziehen. Die effektive Steuerersparnis hängt vom Einkommen und Wohnort ab – typischerweise sparen Angestellte jährlich zwischen 600 und 2000 Franken Steuern.
Konto, Wertschriften oder Versicherung: Die Säule 3a wird als Konto, Wertschriftenlösung oder Versicherung angeboten. Beim Konto erhalten Sie einen Zins wie bei einem Sparkonto, bei der Wertschriftenlösung wird das Vorsorgegeld investiert – meist in Aktien und je nach Produkt auch in andere Anlagen. Versicherungslösungen sind für den Vermögensaufbau fürs Alter in der Regel nicht empfehlenswert.
Eingeschränkte Verfügbarkeit: Das Guthaben aus der Säule 3a kann in der Regel erst ab dem 60. Lebensjahr bezogen werden. Ein vorzeitiger Bezug ist nur in gesetzlich genau definierten Fällen möglich.
Der unabhängige Vergleichsdienst moneyland.ch beantwortet in diesem Ratgeber alle Fragen zu Schweizer Vorsorge-Apps.
Dieser Artikel fokussiert sich auf Wertschriftenlösungen von Vorsorge-Apps in der Säule 3a. Dabei handelt es sich um Angebote, bei denen die Vorsorgegelder in Aktien und teilweise auch in andere Anlagen investiert werden. Informationen zu Konten und Freizügigkeit sind in diesem Ratgeber nicht enthalten, sondern im Vergleichs-PDF aufgeführt.
1. Was sind Vorsorge-Apps?
Vorsorge-Apps ermöglichen eine einfache und meist kostengünstige digitale Verwaltung des Vorsorgevermögens. Bei den meisten Anbietern erfolgt dies über eine App auf dem Smartphone, bei manchen auch über den Browser, im E-Banking oder in einer Banking-App.
Sie richten sich vor allem an Personen, die ihr Vorsorgegeld in Aktien oder andere Anlagen – etwa Obligationen, Immobilien, Rohstoffe oder Edelmetalle – investieren möchten. Neben Wertschriftenlösungen bieten einige Vorsorge-Apps auch Säule-3a-Konten an, vergleichbar mit klassischen Vorsorgekonten von etablierten Banken. Das Vergleichs-PDF zeigt, welche Vorsorge-Apps auch Konten anbieten.
2. Wie funktionieren Vorsorge-Apps?
Eine moderne Vorsorge-App funktioniert grundsätzlich so: Sie als Kundin oder Kunde beantworten einige Fragen, woraufhin Ihnen die App eine Anlagestrategie vorschlägt. Anschliessend erhalten Sie alle nötigen Informationen und können den gewünschten Betrag auf Ihr Säule-3a-Konto einzahlen. Die gesamte Verwaltung erfolgt in der Regel über eine App.
3. Welche Funktionen bieten die Apps an?
Die einzelnen Apps bieten je nach Anbieter unterschiedliche Funktionen an. Die folgenden Funktionen stehen Ihnen in der Regel zur Verfügung:
4. Welche Vorsorge-Apps gibt es?
In der folgenden Aufzählung sind die Schweizer Anbieter von Vorsorge-Apps für die Säule 3a aufgeführt:
Einige Schweizer Smartphone-Banken haben eine Säule 3a in ihre Banking-App integriert.
Einige Banken bieten ihren Kundinnen und Kunden eine digitale Vorsorgelösung über das E-Banking an. Die Eröffnung und Verwaltung der Säule 3a erfolgt direkt im E-Banking. Beispiele solcher Lösungen:
Die erste Schweizer Vorsorge-App Viac ist heute Marktführerin mit einem Anlagevolumen von über 5 Milliarden Franken. Frankly folgt mit über 4 Milliarden Franken auf dem zweiten Platz.
Eine Vergleichsliste mit weiteren Informationen können Sie sich in der untenstehenden Box als PDF kostenlos zustellen lassen.
5. Bieten Vorsorge-Apps auch Beratungen an?
Die meisten Vorsorge-Apps bieten keine klassische Beratung in einer Geschäftsstelle an. Bei vielen Vorsorge-Apps können Sie aber Fragen per Chat oder Telefon stellen.
6. Wie viel muss oder kann ich investieren?
Bei den meisten Anbietern gibt es keinen oder nur einen sehr geringen Mindestbetrag für die Ersteinzahlung. Doch bei einigen Vorsorge-Apps ist der Mindestbetrag höher: Bei Selma und Volt liegt dieser bei 500 Franken. Gar einen Mindestbetrag von 1000 Franken kennen Alpian und True Wealth. Im Vergleichs-PDF finden Sie die Mindestbeträge aller Schweizer Vorsorge-Apps.
In der Säule 3a gelten allerdings die gesetzlich festgelegten Maximalbeiträge. Wie viel Sie jedes Jahr in die Säule 3a einzahlen können, können Sie hier nachlesen. Wenn Sie den Anbieter wechseln und Ihr bestehendes Säule-3a-Guthaben zu einem anderen Anbieter zügeln, gilt diese Limite nicht. Übrigens: Sie haben jederzeit das Recht, das gesamte Vorsorgevermögen der Säule 3a zu einem neuen Anbieter zu verschieben. Beachten Sie jedoch die Kündigungsfrist.
7. Wie teuer sind Schweizer Vorsorge-Apps?
Die folgende Tabelle zeigt Pauschalgebühren, Produktkosten (TER), Gesamtkosten sowie das Ergebnis einer Kostensimulation der Schweizer Vorsorge-Apps.
Vorsorge-Apps richten sich insbesondere an langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger, die hauptsächlich in Aktien oder andere Wertschriften investieren möchten. In der Regel sind sie für diese Zielgruppe deutlich günstiger als klassische Vorsorgefonds von etablierten Banken.
8. Wertschriftenlösung: Welches Profil soll ich wählen?
Die digitalen Vorsorge-Apps bieten in der Regel verschiedene Strategien mit unterschiedlichen Aktienanteilen an.
Faustregel: Wenn Sie mindestens zehn Jahre Zeit haben, können Sie auch alles auf Aktien setzen, also einen möglichst hohen Aktienanteil wählen. In diesem Zeitraum ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass kurzfristige Kursverluste wieder wettgemacht werden.
Bei einem Anlagehorizont von weniger als zehn Jahren steigt das Verlustrisiko bei einem reinen Aktienportfolio entsprechend. Eine reine Aktienstrategie sollten Sie auch dann nicht wählen, wenn Sie wegen Kursschwankungen nicht mehr ruhig schlafen können.
9. Wie sicher sind Vorsorge-Apps?
Kurzantwort: Die digitalen Vorsorgelösungen gelten als sicher.
Wertschriften, in die Sie via Schweizer Vorsorge-Apps investieren, liegen bei Schweizer Depotbanken. Im Klartext: Die Gelder und Wertschriften werden nicht von der Vorsorge-App selbst aufbewahrt, sondern bei einer regulierten Schweizer Bank. Es handelt sich um sogenannte Sondervermögen, die im Fall eines Bankkonkurses nicht in die Konkursmasse fallen. Diese Vermögenswerte bleiben im Besitz der Anlegerinnen und Anleger und sind dadurch geschützt.
Gut zu wissen: Im Vergleichs-PDF sehen Sie, mit welchen Depotbanken die Schweizer Vorsorge-Apps zusammenarbeiten.
Für Vorsorgevermögen, die auf einem Zinskonto und nicht in Wertschriften investiert sind, gilt ein sogenanntes Konkursprivileg bis zu einem Vermögen von 100'000 Franken pro Kunde und Bank. Weitere Informationen dazu erhalten Sie hier.
10. In was investieren Vorsorge-Apps?
Manche Vorsorge-Apps legen das Geld in klassischen Anlagefonds an. Viele Anbieter setzen jedoch auf sogenannte Anlagestrategien anstelle klassischer Fonds: Eine Anlagestrategie wird meistens über kostengünstige passive ETF und Indexfonds umgesetzt.
Manche Anbieter verwenden auch aktiv verwaltete Fonds oder kombinieren beide Ansätze.
Digitale Vorsorge-Apps investieren in unterschiedliche Anlagekategorien. Dazu gehören je nach Anbieter Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle, alternative Anlagen und Cash.
Bei vielen Anbietern können Sie auch nachhaltig investieren. Weit verbreitet ist ein ESG-Ansatz, der je nach Anbieter unterschiedlich definiert wird. Teilweise wird auch ein umfassenderer SDG-Ansatz verfolgt.
11. Für wen eignen sich Vorsorge-Apps?
Wenn Sie nicht digitalaffin sind, sind Vorsorge-Apps kaum etwas für Sie. Allerdings sind diese in der Regel sehr einfach zu bedienen.
Auch wenn Sie Ihr Vorsorgegeld bereits in weniger als fünf Jahren wieder benötigen und kein Risiko eingehen möchten, wählen Sie besser ein klassisches 3a-Sparkonto oder Freizügigkeitskonto.
Weitere Informationen:
Säule-3a-Sparkonto
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