3a-Vorsorgefonds: die besten Tipps

Schweizer Vorsorgefonds der zweiten und dritten Säule: Die Moneyland-Redaktion hat die wichtigsten 12 Tipps für Sie recherchiert.

Investitionen in die dritte Säule sind in der Schweiz beliebt und durchaus auch zu empfehlen. So profitieren Sie bei Einzahlungen in die Säule 3a unter anderem von attraktiven Steuerabzügen.

In der Säule 3a können Sie Ihr Geld entweder in ein 3a-Sparkonto mit Vorzugszins oder einen Vorsorgefonds anlegen. Dieselben Anlagefonds sind zu denselben Preisen häufig auch im Rahmen der zweiten Säule (Freizügigkeit) erhältlich.

Bei der Wahl eines geeigneten Wertschriftenfonds sollten Sie aber einiges beachten. Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt:

  1. Risiko: Vorsorgefonds boten in der Vergangenheit im Durchschnitt höhere Renditen als Zinsen auf Sparkonto-Lösungen. Aber aufgepasst: Erstens ist die vergangene Entwicklung kein Garant für die Zukunft.

    Zweitens bieten Fondslösungen keine Zinsgarantie. Fonds sind deutlich volatiler und riskanter als Sparkonten und können in schlechten Jahren auch einmal deutlich an Wert verlieren. Diese Zeit müssen Sie «aussitzen» können.

    Tipp: Entscheiden Sie sich nur für einen Vorsorgefonds, wenn Sie einen «langen Atem» haben.
     
  2. Anlagestrategie: Anbieter offerieren verschiedene Wertschriftenfonds, die sich hinsichtlich der Zusammensetzung unterscheiden. Dazu gehören in der Regel Aktien, Obligationen und teilweise auch andere Anlageklassen wie Immobilien oder Geldmarktanlagen.

    Als Faustregel gilt: Je höher der Aktienanteil, desto riskanter (und teurer) der Fonds. Anbieter haben jeweils Fonds mit eher konservativen und solche mit risikoreicheren Strategien im Angebot. Die meisten Vorsorgefonds haben einen Aktienanteil von maximal 50%.

    Tipp: Wählen Sie eine Strategie, die zu Ihrem Risikoprofil passt.
     
  3. Performance: Regelmässig wird die Performance von Vorsorgefonds publiziert. Diese Rankings sind interessant, dürfen aber nicht überschätzt werden. Erstens sind nicht alle Gebühren in den entsprechenden Auswertungen mit eingerechnet.

    Zweitens – und das ist der entscheidende Punkt – können Sie nicht von der vergangenen auf die zukünftige Performance eines Fonds schliessen. Es verwundert deshalb nicht, dass die Ranglisten jedes Jahr wieder anders aussehen.

    Tipp: Überschätzen Sie die Aussagekraft der Fonds-Performance nicht. Die Gebührenstruktur eines Fonds ist aussagekräftiger.
     
  4. Kosten: Bei der Wahl des richtigen Vorsorgefonds ist ein Kostenvergleich unverzichtbar. Viele Fonds haben zu hohe Gebühren, die Ihnen die Rendite wegfressen und Sie über die Jahre rasch einmal Tausende von Franken kosten.

    Zu den massgeblichen Gebühren gehören vor allem die jährlich erhobene TER (vergleiche die folgenden Tipps). Aber auch einmalige Kosten beim Kauf und Verkauf des Fonds können anfallen. Des weiteren können auch auf Käufe und Verkäufe der im Fonds enthaltenen Wertschriften Kosten erhoben werden (so genannte Transaktionskosten). Die meisten Gebühren werden prozentual zum totalen Fondsvermögen angegeben.

    Beispiel: Wenn Sie jährlich 1% an Gebühren einsparen können, sparen Sie in 10 Jahren mit einem Anlagebetrag von 100'000 Franken mehr als 10'000 Franken!

    Tipp: Vergleichen Sie die Kosten, bevor Sie sich für einen Fonds entscheiden.
     
  5. TER: Die so genannte Total Expense Ratio (TER) ist die offizielle Kenngrösse für Fondsgebühren. Dazu gehört in erster Linie die Verwaltungsgebühr (Management Fee). Die TER variiert in der Schweiz in der Regel zwischen 0.3% und 2% des Anlagebetrags pro Jahr.

    Noch etwas genauer ist die so genannte synthetische TER, die zusätzlich zur TER Kosten von Drittfonds im Fonds berücksichtigt. Schweizer Fonds müssen die synthetische TER ab einem Drittfondsanteil von mindestens 10% ausweisen.

    Eine TER (bzw. synthetische TER) von über 1% lohnt sich kaum. Je höher der Aktienanteil, desto teurer kann der Fonds werden. Beachten Sie ausserdem, dass neben der TER weitere Kosten wie Transaktion-, Ausgabe- und Rücknahmekommissionen sowie Depotgebühren anfallen können.

    Tipp: Wählen Sie einen Fonds mit geringer TER.
     
  6. Ausgabekommissionen: Beim Fondskauf fallen bei einigen Anbietern spezielle einmalige Gebühren für die «Ausgabe» des Fonds an. Bei manchen Banken und Versicherungen können sie bis zu 3% des Anlagebetrags ausmachen!

    Vom Kauf solcher Fonds ist abzuraten. Rücknahmekommissionen werden Schweizer Vorsorgefonds seltener und in geringerem Mass in Rechnung gestellt.

    Retrozessionen sind zwar keine Gebühren, die dem Kunden direkt belastet werden. Trotzdem können Retrozessionen problematisch sein, da sie mögliche Interessenkonflikte bergen können.

    Tipp: Wählen Sie einen Fonds ohne (oder mit geringer) Ausgabekommission.
     
  7. Depotgebühren: Als ob es nicht genug wäre, werden neben Verwaltungs- und Ausgabekommissionen je nach Anbieter auch noch Depotgebühren für die Verwahrung des Fonds verlangt. Diese können Sie nochmals bis zu 1% des Anlagebetrags kosten – pro Jahr. (Dabei handelt es sich nicht um die fondsinternen Depotgebühren - diese sind in der TER enthalten.)

    Tipp: Wählen Sie einen Fondsanbieter ohne (oder mit geringen) Depotgebühren.
     
  8. Aktiv oder passiv: Die meisten Anbieter haben mittlerweile neben den teureren aktiv gemanagten Fonds auch passive Indexprodukte (ETF) im Angebot. Passive Vorsorgefonds sind in der Regel wesentlich günstiger, also im Allgemeinen die bessere Wahl.

    Tipp: Entscheiden Sie sich wenn möglich für einen passiven Vorsorgefonds.
     
  9. Berater: Bei den stolzen Gebühren vieler Vorsorgefonds wundert es nicht, dass für Berater zusätzliche Boni winken. Nehmen Sie sich in Acht vor Beratern, die Ihnen nur teure aktiv gemanagte Fonds schmackhaft machen möchten. Diese generieren für die Bank die höheren Gebühren.

    Tipp: Verlangen Sie von Ihrem Berater eine genaue Kostenaufstellung des empfohlenen Fonds. Vergleichen Sie die Gebühren am besten selbst.
     
  10. Fondsversicherungen: Nehmen Sie sich in Acht vor Verkäufern, die Ihnen eine Fondspolice zwecks Altersvorsorge aufschwatzen möchten. Verkäufer erhalten dafür eine satte Provision. Meistens sind stark provisionierte Produkte aber nur vorteilhaft für den Anbieter, nicht den Kunden.

    Fondspolicen, die zusätzlich zum Anlagefonds noch eine Versicherung (zum Beispiel für den Todesfall) enthalten, sind in der Regel nicht zu empfehlen. Wenn Sie eine Todesfallversicherung möchten, sollten Sie diese separat abschliessen.

    Tipp: Kombinierte Fondspolicen lohnen sich in der Regel nicht.
     
  11. Fondsverkauf: Bei Erreichung des Pensionierungsalters müssen Sie Ihren Fonds in der Regel verkaufen. Das gilt zum Beispiel für alle Fonds von Anlagestiftungen.

    Bei ungünstigen Kursen, die Sie aussitzen möchten, kann ein vorzeitiger Verkauf ungelegen kommen. Deshalb empfiehlt sich unter Umständen bereits einige Jahre vor der Pensionierung eine rechtzeitige Umlagerung auf ein 3a-Sparkonto – sofern die Kurse stimmen.

    Oder Sie wählen einen Wertschriftenfonds, der sich nach der Pensionierung als gewöhnlicher Anlagefonds weiterführen lässt. Einige Banken bieten alternativ an, Ihr Fondsvermögen kostenlos in einen analogen Anlagefonds zu transferieren. Bei anderen Banken wie der Bank Coop oder PostFinance ist das nicht möglich.

    Tipp: Achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt für den Fondsverkauf.
     
  12. Anzahl 3a-Konten: Eröffnen Sie wenn möglich mehrere Vorsorge-Beziehungen bei Banken oder Versicherungen. Das hat den Vorteil, dass Sie Ihr 3a-Vermögen bei der Pensionierung nicht in einem einzigen Jahr auflösen müssen.

    Wenn Sie die Auszahlung über mehrere Jahre hinweg tätigen, können Sie eine höhere Progressionsstufe vermeiden. Das gilt sowohl für 3a-Sparkonten als auch für 3a-Vorsorgefonds.

    Tipp: Eröffnen Sie bei einem grösseren 3a-Vermögen mehr als eine Vorsorgebeziehung.

 

 

Übrigens: Wenn Sie eine tabellarische Übersicht (als PDF) über die Kosten von Schweizer Vorsorgefonds wünschen, können Sie sich diese hier kostenlos zuschicken lassen.

Mehr Informationen:
3a-Sparkonto im Vergleich
Lebensversicherungen im Vergleich
Fonds: aktiv oder passiv?
Mit der Säule 3a Steuern sparen
Säule 3a: Tipps
Was heisst TER?

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