Mit der Säule 3a können Sie für das Alter vorsorgen und gleichzeitig Steuern sparen. Die Zinsen auf einem 3a-Konto sind jedoch sehr niedrig. Deutlich höher sind die Renditen von Wertschriftenlösungen. Allerdings reduzieren versteckte Gebühren die Erträge. Zudem bergen schwankende Börsenkurse und mögliche Verluste Risiken.
Klassische Banken sowie manche Vorsorge-Apps setzen auf traditionelle Vorsorgefonds. Hingegen bieten viele Vorsorge-Apps sogenannte Anlagestrategien an. Für Sie als Kundin oder Kunde ist dieser Unterschied in der Praxis nicht relevant. Die Tipps in diesem Artikel gelten daher für beide Varianten.
Das Wichtigste zur Säule 3a
Mit der Säule 3a sorgen Sie für das Alter vor. Die wichtigsten Merkmale der Säule 3a sind:
- Maximalbetrag: Sie dürfen pro Jahr höchstens den Maximalbetrag einzahlen. Für Angestellte mit Pensionskasse sind es 7258 Franken (Stand: 2026; ab 2027 sind es 7373 Franken), für Personen ohne Pensionskasse gelten andere Beträge.
- Steuerabzug: Sie können Einzahlungen in die Säule 3a vollständig von den Steuern abziehen. Die effektive Steuerersparnis hängt vom Einkommen und Wohnort ab – typischerweise sparen Angestellte jährlich zwischen 600 und 2000 Franken Steuern.
- Konto, Wertschriften oder Versicherung: Die Säule 3a wird als Konto, Wertschriftenlösung oder Versicherung angeboten.
- Eingeschränkte Verfügbarkeit: Das Guthaben aus der Säule 3a kann in der Regel erst ab dem 60. Lebensjahr bezogen werden. Ein vorzeitiger Bezug ist nur in gesetzlich genau definierten Fällen möglich.
Die folgenden Tipps zeigen Ihnen, wie Sie mit Wertschriftenlösungen in der Säule 3a am besten anlegen.
Tipp 1: Anlagehorizont berücksichtigen
Das Anlegen mit Wertschriften braucht einen langen Anlagehorizont: Denn die Kurse an den Börsen können stark schwanken. Eine Faustregel besagt: Sie sollten Ihr Geld mindestens sieben bis zehn Jahre unberührt anlegen können. Insbesondere bei der Altersvorsorge ist die verbleibende Anlagedauer meist sehr lang.
Anders verhält es sich, wenn Sie in den nächsten Jahren einen Geldbezug aus der Säule 3a planen. Ein vorzeitiger Bezug ist zum Beispiel für selbstbewohntes Wohneigentum oder beim Start einer Selbstständigkeit möglich. In diesem Fall bleiben Sie für diesen Teil des Vermögens besser bei einem verzinsten 3a-Konto. Damit vermeiden Sie einen erzwungenen Verkauf Ihrer Anteile zu schlechten Börsenkursen.
Tipp 2: Eigene Grenzen akzeptieren
Dieser wichtige Punkt wird oft unterschätzt. Nicht alle Menschen können gut mit sinkenden Börsenkursen umgehen. In diesem Fall kann ein verzinstes Säule-3a-Konto die bessere Wahl sein. Die Zinsen auf dem Konto sind niedrig. Dafür ist die Sicherheit sehr hoch und Verluste sind praktisch ausgeschlossen.
Anlagen in Wertschriften eignen sich kaum für Menschen, die wegen fallender Börsenkurse schlecht schlafen. Insbesondere ein Verkauf von Anteilen aus Panik zu schlechten Kursen führt zu echten Verlusten.
Tipp 3: Anlagen breit streuen
Das Vorsorgevermögen sollte viele verschiedene Aktien aus zahlreichen Regionen, Branchen und Währungsräumen enthalten. Eine breite Verteilung der Anlagen verringert das Verlustrisiko deutlich.
Die Idee dahinter: Schwächelt eine Region, Branche oder Währung, lässt sich dieser Verlust oft durch Gewinne aus anderen Märkten ausgleichen. Achten Sie darauf, dass Sie kein unnötiges Klumpenrisiko eingehen.
Tipp 4: Indexfonds einsetzen
Für die Vorsorge sind steueroptimierte Indexfonds finanziell am sinnvollsten. Am interessantesten sind dabei Indexfonds, die ausschliesslich für die Vorsorge zugelassen sind. Bei diesen Produkten fordern die Fondsleitungen ausländische Quellensteuern auf Dividenden zurück. Dies führt zu einer besseren Rendite.
Anders als in der freien Vorsorge sind ETF im Rahmen der Säule 3a weniger empfehlenswert. Der Grund: Die Anbieter von ETF können die Quellensteuer auf Dividenden in vielen Ländern nicht komplett zurückfordern.
Sowohl bei Indexfonds als auch bei den meisten ETF legen die Fondsleitungen passiv an. Die Anbieter bilden die Marktentwicklung nach. Dadurch entfallen hohe Kosten für hochbezahlte Anlagespezialisten.
Insbesondere etablierte Banken und viele Berater setzen stark auf aktiv verwaltete Vorsorgefonds. Diese sind vergleichsweise teuer. Die Fondsleitungen versuchen bei aktiven Fonds den Markt zu schlagen. Nach Abzug aller Kosten gelingt dies jedoch nur selten.
Tipp 5: Auf Obligationen verzichten
Für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger sind Investitionen in Obligationen nicht sinnvoll. Seit vielen Jahren werfen risikoarme Obligationen kaum noch Zins ab. Solche Obligationen führen oft zu Verlusten.
Anders gesagt: Obligationen können unter optimalen Umständen zwar leicht höhere Zinsgutschriften als ein 3a-Konto bringen. Bei Obligationen sind aber Verluste möglich. Hingegen ist ein Verlust bei einem Säule-3a-Konto praktisch ausgeschlossen.
Wer nur einen Teil seiner Altersvorsorge am Aktienmarkt investieren möchte, kombiniert am besten eine Wertschriftenlösung mit einem risikofreien 3a-Konto. Tipp: Zahlen Sie einen Teil in einen Vorsorgefonds ohne Obligationen und den anderen Teil auf ein 3a-Konto.
Tipp 6: Gesamtkosten beachten
Berücksichtigen Sie vor der Entscheidung für eine Wertschriftenanlage unbedingt die Gesamtkosten. Rechnen Sie deshalb alle Kostenpunkte zusammen. Relevant sind insbesondere folgende Kosten:
- Pauschalgebühren: Die Pauschalgebühren umfassen die Kosten für Kauf, Verkauf und Verwaltungsaufwand der Vorsorgestiftung.
- Depotgebühren: Einzelne Banken verrechnen eine Depotgebühr für die Aufbewahrung der Fondsanteile.
- Produktkosten (TER): Die für die Verwaltung des Fonds anfallenden Gebühren werden direkt dem Fondsvermögen belastet und reduzieren die Rendite. Diese Kosten werden als TER ausgewiesen.
Je nach Anbieter können weitere Gebühren wie Courtagen oder Wechselkurszuschläge anfallen.
1 Prozent Unterschied führt zu einem grossen Unterschied
Bei günstigen Angeboten betragen die Gesamtkosten weniger als 0.5 Prozent pro Jahr. Manche Anbieter sind mit mehr als 1.5 Prozent pro Jahr deutlich teurer.
Auf den ersten Blick erscheint eine Differenz von 1 Prozent gering. Doch eine Modellrechnung zeigt den tatsächlichen Effekt.
Wer über 30 Jahren monatlich 500 Franken in die Säule 3a überweist, zahlt über diesen langen Zeitraum insgesamt 180’000 Franken ein. Bei einer durchschnittlichen Bruttorendite von jährlich 6 Prozent beträgt das Vorsorgekapital nach 30 Jahren bei Gesamtkosten von 0.5 Prozent pro Jahr rund 457’000 Franken. Bei Gesamtkosten von 1.5 Prozent pro Jahr sind es rund 77’000 Franken weniger.
Tipp 7: Vorsorge-Apps einbeziehen
Seit rund zehn Jahren bereichern Vorsorge-Apps den Schweizer Markt. Die Anbieter punkten mit einer modernen Verwaltung über das Smartphone, einfachen Produkten und kostengünstigen Anlagelösungen. Je nach Anbieter sind zudem flexible Lösungen mit individuellen Anlagestrategien möglich.
Vor der Entscheidung für eine Investition in eine 3a-Wertschriftenlösung sollten Sie sich deshalb über das Angebot der Schweizer Vorsorge-Apps informieren.
Tipp 8: Renditen nicht überbewerten
Vergangene Renditen sagen wenig über den zukünftigen Erfolg eines Vorsorgefonds aus.
Oft werben Anbieter mit beeindruckenden historischen Zahlen. Insbesondere aktive Fonds können in verschiedenen Jahren unterschiedlich gut abschneiden. Bei passiven Anlagen über Indexfonds und ETF entspricht die Rendite ungefähr der durchschnittlichen Marktentwicklung.
Wichtig zu wissen: Es gibt unterschiedlich gute Börsenjahre. Bei der Analyse von Wertschriftenanlagen ist daher ein Vergleich mit der durchschnittlichen Marktentwicklung sinnvoll.
Tipp 9: Regelmässig einzahlen
Regelmässige Einzahlungen in die Säule 3a sind sinnvoll. Empfehlenswert ist das Einrichten eines Dauerauftrags bei der Hausbank. Damit gehen die Einzahlungen in die Säule 3a nicht vergessen.
Gemäss gewissen Studien profitieren Kundinnen und Kunden bei einer monatlichen Einzahlung vom Durchschnittskosteneffekt. Bei tiefen Kursen kaufen Sie mehr Anteile, bei hohen Kursen entsprechend weniger. Manche Studien relativieren diesen Effekt allerdings.
Tipp 10: Fondsgebundene Versicherungen meiden
Die Schweizer Versicherungen bieten Vorsorgefonds an. In der Regel werden diese als gemischte Lebensversicherung verkauft. Diese Produkte sind intransparent, sehr teuer und unflexibel. Bei einer vorzeitigen Auflösung können Kundinnen und Kunden viel Geld verlieren.
Trennen Sie Sparen und Versichern konsequent voneinander. Investieren Sie das Geld für die Altersvorsorge über eine reine 3a-Wertschriftenlösung und allenfalls ein 3a-Konto. Bei Bedarf schliessen Sie die Risikoversicherung separat ab. Oft ist der Abschluss einer Versicherung in der Säule 3b attraktiver.
Tipp 11: Rechtzeitig umschichten
Je näher die Pensionierung rückt, desto wichtiger ist das Erarbeiten einer passenden Strategie. Grundsätzlich wird der Anlagehorizont kürzer und damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Verlusten an den Börsen.
Ein starker Einbruch der Börsen kurz vor dem geplanten Auszahlungstermin kann das angesparte Vermögen deutlich reduzieren. Aus diesem Grund sollten Sie rechtzeitig Guthaben aus den Vorsorgefonds auf ein risikofreies 3a-Konto umschichten. So können Sie erzielte Gewinne sichern.
Tipp 12: Vermögen verteilen
Es ist sinnvoll, in verschiedene Säule-3a-Konten einzuzahlen. Diese Konten können bei mehreren Anbietern oder auch beim gleichen Anbieter sein. Bei Wertschriftenanlagen ist das Depot jeweils mit einem Säule-3a-Konto verbunden.
Wer Wertschriftenlösungen von unterschiedlichen Anbietern nutzt, kann das Risiko breiter streuen und von verschiedenen Anlagestrategien profitieren.
Die Auszahlung von Säule-3a-Geldern sollten Sie auf mehrere Jahre aufteilen. Berücksichtigen Sie dabei auch die Kapitalauszahlungen der Pensionskasse. So verteilt sich die Steuerbelastung über mehrere Jahre. Das führt zu einer niedrigeren Steuerrechnung.
Weitere Informationen:
Vorsorgefonds im interaktiven Vergleich
Kosten von Vorsorgefonds
Die wichtigsten Ratgeber zur Säule 3a im Überblick
3a-Sparkonten im Vergleich