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Bank-Gebühren für Kunden im Ausland

Bankkunden mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz müssen in der Regel zusätzliche Gebühren bezahlen. Erfahren Sie jetzt die wichtigsten Informationen.

Die Mehrheit der Schweizer Banken verlangt einen Aufpreis für Kunden mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz oder Liechtenstein. Davon sind in aller Regel auch Schweizerinnen und Schweizer nicht ausgenommen, die im Ausland leben - also fast 750'000 Personen.

Die zusätzlichen Gebühren werden von den Banken durch den administrativen und regulatorischen Mehraufwand erklärt, den sie für Kunden mit ausländischem Domizil auf sich nehmen.

Im Mittel verlangen Schweizer Banken von Auslandskunden rund 300 Franken an Zusatzgebühren pro Jahr und Bankbeziehung. Bei der Höhe der Auslandsgebühren gibt es jedoch markante Unterschiede zwischen den Banken: die zusätzlichen Gebühren variieren zwischen 120 Franken bis zu happigen 720 Franken pro Jahr. Ein Vergleich lohnt sich also.

Dabei empfiehlt es sich, zuerst einen Kontovergleich bezüglich der in der Schweiz anfallenden Kosten durchzuführen und anschliessend bei den kostengünstigsten Anbietern bezüglich Ihrer persönlichen Konditionen als Kunde mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz nachzufragen.

Unterschiedliche Restriktionen je nach Land

Einige Schweizer Banken gewähren für umliegende Kunden aus Deutschland, Frankreich, Italien oder Österreich einen geringeren Aufpreis, für Länder ausserhalb Europa einen höheren.

Bei vielen Schweizer Banken ist eine Kontoeröffnung je nach Land erst ab einer kritischen Vermögensgrösse möglich. Personen aus Ländern ausserhalb Europa – darunter insbesondere den USA – können bei einigen Banken grundsätzlich kein Konto mehr eröffnen.

Die Zürcher und Graubündner Kantonalbank beispielsweise nehmen nur noch Kunden mit Wohnsitz in europäischen Ländern auf. Auch die Thurgauer Kantonalbank beschränkt ihren Kundenkreis im Ausland auf Deutschland und Österreich. Die St.Galler Kantonalbank akzeptiert ausserhalb von Europa nur Auslandschweizer als Kunden.

Gebührenbefreiungen

Für gute Kunden – zum Beispiel mit einem grossen Anlagebetrag oder einer Hypothek – verzichten manche Banken auf eine Zusatzgebühr. Das gilt häufig auch für Vermögensverwaltungskunden. Die Art der Gebührenbefreiung variiert allerdings von Bank zu Bank.

Einige wenige Banken verlangen gar keinen Aufpreis für Kunden mit ausländischem Wohnsitz. Crédit Agricole next bank verlangt gemäss eigenen Angaben keinen Aufpreis für Kunden mit Wohnsitz in Frankreich, Deutschland und Liechtenstein (mit einem wirtschaftlichen Bezug zur Schweiz).

Der Aufpreis entfällt bei manchen Banken für jugendliche Kunden oder Inhaber von Mieterspar- und Vorsorgekonten (Säule-3a- und Freizügigkeitskonto).

Kontoeröffnung in der Schweiz obligatorisch

Die Kontoeröffnung hat bei der Mehrheit der Schweizer Banken in einer Schweizer Filiale vor Ort zu erfolgen. Eine reine Kontoeröffnung via Internet ist in der Regel noch bei keiner Schweizer Bank möglich.

Auslandsgebühren bei der Credit Suisse

Die Credit Suisse verlangt zusätzliche 120 Schweizer Franken pro Quartal, also 480 Schweizer Franken pro Jahr für Kunden mit Sitz im Ausland. Ausgenommen sind unter anderem Kunden mit Nummernbeziehungen, reine Hypothekarkunden, Zinsstufen-Sparkonto-Kunden sowie Kunden mit einem Anlagevermögen von mindestens 1 Million Schweizer Franken.

Auslandsgebühren bei der UBS

Die UBS verlangt von Personen ab 20 Jahren mit einem Domizil ausserhalb der Schweiz oder Liechtenstein 360 Franken pro Jahr an Gebühren. Ausgenommen vom Aufpreis sind Studierende und Jugendliche. Auch Kunden mit einer Hypothek, einer Mandatslösung oder einem Gesamtvermögen von 250'000 Franken werden keine zusätzlichen Gebühren auferlegt. Auch Kunden mit Wohnsitz in Deutschland, Frankreich, Italien oder Österreich sind bei monatlichen Konto-Eingängen von mindestens CHF 500 pro Monat von den zusätzlichen Gebühren befreit.

Aufpreis bei Raiffeisen

Bei Raiffeisen können die Auslandsgebühren je nach Raiffeisen-Institut variieren - in der Regel zwischen 120 und 600 Franken pro Jahr. Bei manchen Filialen und Niederlassungen gibt es Gebührenbefreiungen für ein bestimmtes Gesamtvermögen. Am besten, Sie fragen direkt bei der gewünschten regionalen Filiale nach.

Auslandsgebühren bei der ZKB

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) verlangt eine Basisgebühr von 90 Franken pro Quartal, also 360 Franken pro Jahr.

Auslandsgebühren bei der PostFinance

Bei der PostFinance fallen für Kunden unabhängig vom Vermögen und Domizilland 25 Franken pro Monat pro Privatkonto oder Geschäftskonto an. Wichtig: Die Gebühren gelten nicht pro Bankbeziehung, sondern pro Konto. Es sind nur Zahlungsverkehrskonten betroffen. Für Sparkonten, Säule-3a-Konten und Freizügigkeitskonten werden keine zusätzlichen Gebühren erhoben.

Zusätzliche Gebühren bei der Migros Bank und Bank Cler

Bei der Migros Bank fallen für Kunden mit Wohnsitz in den Nachbarländern 300 Franken pro Jahr an (beziehungsweise 60 Franken ab einem Vermögen von 7500 Franken). Für alle übrigen Länder sind es 360 Franken pro Jahr.

Die Bank Cler (vormals Bank Coop) verrechnet zusätzliche 20 Franken pro Monat, also 240 Franken pro Jahr, für Kunden mit Domizil im Ausland. Keine zusätzlichen Gebühren müssen Kunden mit einer Hypothek oder mit einem Vermögen von mehr als 100'000 Franken zahlen.

 

Übrigens: Wenn Sie eine tabellarische Übersicht (als PDF) über die Zusatzgebühren von Schweizer Banken für Kunden mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz wünschen, können Sie sich diese hier kostenlos zuschicken lassen.

Weiterführende Informationen:
Privatkonto-Vergleich
Sparkonto-Vergleich
Online-Trading-Vergleich
Bankkonten für Ausländer in der Schweiz

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