Ein Privatkonto gehört zum Alltag. Der Lohn wird darauf überwiesen, Rechnungen werden darüber bezahlt. Fast alle nutzen Debit- und Kreditkarten zum Bezahlen von Einkäufen sowie ein Sparkonto, um Geld zu sparen. Bei manchen Kundinnen und Kunden stammen die verschiedenen Bankprodukte alle von derselben Bank, bei anderen von unterschiedlichen Anbietern.
Viele Menschen nutzen Bankprodukte über längere Zeit, ohne sie bewusst zu hinterfragen. Manche Dienstleistungen werden häufig genutzt, andere hingegen kaum. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Sollte ich möglichst alle Produkte von der Hausbank beziehen oder einzelne Dienstleistungen gezielt von anderen Anbietern nutzen?
Dieser Ratgeber von moneyland.ch zeigt auf, welche Lösungen es gibt.
Um welche Bankprodukte geht es in diesem Artikel?
In diesem Artikel geht es um die folgenden alltäglichen Produkte:
Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich alles von der Hausbank beziehen möchte?
Wer möglichst alle Bankgeschäfte über die Hausbank abwickeln möchte, hat dafür verschiedene Möglichkeiten. Die Schweizer Banken verfolgen unterschiedliche Ansätze. Einige Banken setzen dabei auf einen einzelnen Ansatz, andere kombinieren mehrere Modelle.
Grundsätzlich lassen sich drei Angebotsformen unterscheiden:
- Einzelprodukte: Banken bieten ihre Konten, Karten und andere Dienstleistungen als einzelne Produkte an. Diese werden jeweils separat verrechnet. Für die Debitkarte und Kreditkarte fällt meistens eine zusätzliche Grundgebühr an, während für E-Banking keine zusätzliche Grundgebühr anfällt.
- Bankpakete ohne Kreditkarte: Bei diesen Angeboten fassen Banken das Privatkonto mit Debitkarte zu einem Bankpaket mit einer monatlichen Grundgebühr zusammen. Auf Wunsch sind auch Sparkonten und Vorsorgelösungen (Vorsorgekonto, Vorsorgefonds) im Bankpaket enthalten. Die Kreditkarte ist nicht Bestandteil des Pakets, Sie können sie aber als zusätzliches Produkt beantragen.
- Bankpakete mit Kreditkarte: Bei diesen Angeboten fassen Banken das Privatkonto mit Debitkarte und Kreditkarte zu einem Bankpaket mit einer Grundgebühr zusammen. Die enthaltenen Kreditkarten bieten oft Zusatzleistungen wie Versicherungen an. Auch bei einem Bankpaket mit Kreditkarte sind auf Wunsch Sparkonten und Vorsorgelösungen integrierbar.
Diese Einteilung dient der groben Orientierung. Je nach Bank unterscheiden sich die konkreten Leistungen und Bedingungen teilweise deutlich.
Von welchen Banken gibt es Konten als Einzelprodukte?
Bei fast allen Schweizer Banken können Sie ein Bankkonto als Einzelprodukt eröffnen – etwa ein Privatkonto, ein Sparkonto oder ein Vorsorgekonto (auch mit Vorsorgefonds). Eine prominente Ausnahme ist Postfinance: Dort ist zwingend ein Bankpaket erforderlich.
Einige Schweizer Banken – darunter die Basler Kantonalbank, Luzerner Kantonalbank und die Migros Bank – bieten gar keine Bankpakete an.
Welche Bankpakete ohne Kreditkarte gibt es?
Manche Schweizer Banken – darunter die Bank WIR, Postfinance, Raiffeisen, UBS, Valiant und die Zürcher Kantonalbank – bieten Bankpakete ohne Kreditkarte an. Bei der Bank WIR, Valiant und der Zürcher Kantonalbank handelt es sich um ein Gratis-Bankpaket ohne Grundgebühren für Konto und Debitkarte.
Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine Übersicht über Bankpakete ohne Kreditkarte von Schweizer Banken:
Welche Bankpakete mit Kreditkarte gibt es?
Einige Schweizer Banken bieten Bankpakete an, die neben dem Privatkonto und der Debitkarte zusätzlich auch eine Kreditkarte enthalten. Solche Angebote gibt es unter anderem bei der Bank Cler, Postfinance, UBS und der Zürcher Kantonalbank.
Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, sind Bankpakete mit Kreditkarte bei grossen Banken ab 6 Franken pro Monat erhältlich.
Soll ich alle Bankgeschäfte bei derselben Bank erledigen?
Viele Kundinnen und Kunden möchten alle Bankgeschäfte bei derselben Bank erledigen, weil sie nur eine einzige Ansprechperson haben möchten. Vielleicht sitzt diese Ansprechperson sogar in der Bankfiliale im gleichen Dorf.
Wer alle Dienstleistungen von der Hausbank bezieht, bezahlt häufig mehr. Es ist oft günstiger, Produkte gezielt von spezialisierten Anbietern zu nutzen. Beim Zahlungsverkehr sind die Unterschiede meist gering, bei anderen Dienstleistungen hingegen deutlich grösser. Zahlreiche Studien von moneyland.ch zeigen dies immer wieder.
Insbesondere beim Bezahlen im Ausland, bei Überweisungen ins Ausland oder bei Vorsorge-Apps für die dritte Säule sind spezialisierte Anbieter in der Regel deutlich günstiger. Auch bei der Kreditkarte lässt sich mit einem Wechsel auf eine Gratis-Kreditkarte Geld sparen.
Wie schneiden die Banken im Vergleich ab?
Die Angebote der Banken unterscheiden sich deutlich. Je nach Bank sind Einzelprodukte oder Bankpakete günstiger. Bei Raiffeisen spielt es keine Rolle, ob Sie ein Bankpaket oder Einzelprodukte nutzen, da die Konditionen identisch sind. Bei der Bank Cler hängt es sogar vom Vermögen ab, ob Einzelprodukte oder Bankpakete günstiger sind. Die Kostenunterschiede zwischen Einzelprodukten und Bankpaketen bei derselben Bank betragen je nach Anbieter bis zu 174 Franken pro Jahr.
Ein Blick auf die Tabelle zeigt, welche Banken besonders gering Grundgebühren verrechnen:
- Ohne Kreditkarte: Wer von seiner Hausbank ein Privatkonto mit Debitkarte – aber keine Kreditkarte – möchte, bezahlt bei der Bank WIR, der Basler Kantonalbank, der Migros Bank, Valiant und der Zürcher Kantonalbank keine Grundgebühr für Privatkonto und Debitkarte.
- Mit Kreditkarte: Die niedrigsten Grundgebühren für ein Bankpaket mit Kreditkarte haben die Migros Bank (0 Franken pro Jahr), Valiant (36 Franken) und die Zürcher Kantonalbank (72 Franken).
In den Berechnungen wurden ausschliesslich die Grundgebühren für Privatkonto, Debitkarte, Kreditkarte und Bankpakete berücksichtigt. Bei allen in der Tabelle aufgeführten Banken ist die Nutzung von E-Banking für den gewöhnlichen Zahlungsverkehr innerhalb der Schweiz sowie Bargeldbezüge an bankeigenen Bancomaten ohne zusätzliche Gebühren möglich. Eine Ausnahme ist die UBS, bei der beim Zahlungsverkehr zusätzliche Gebühren anfallen können.
Nicht einbezogen sind weitere Gebühren, die neben den Grundgebühren anfallen können. Dazu zählen beispielsweise Gebühren für Kartenzahlungen im Ausland, Bargeldbezüge an bankfremden Bancomaten, Express-Überweisungen, Instant Payments oder Überweisungen ins Ausland.