Bald beginnt wieder das Sommerhalbjahr. Die Tage werden länger und wärmer – und viele Schweizerinnen und Schweizer reisen ins Ausland, sei es für ein verlängertes Wochenende oder für ausgedehnte Ferien.
Spätestens beim Bezahlen im Café, im Restaurant oder an der Strandbar stellt sich die Frage: Kreditkarte, Debitkarte oder doch Bargeld? Wer sich frühzeitig um das richtige Zahlungsmittel kümmert und die passende Karte besorgt, kann unnötige Kosten vermeiden.
Für diese Studie hat der Online-Vergleichsdienst moneyland.ch berechnet, wie teuer das Bezahlen im Ausland ist. Es wurde ein Ferienbudget von 3000 Franken innerhalb eines Kalendermonats angenommen. In die Berechnung flossen sämtliche Kosten für die Nutzung im Ausland ein – sowohl die ausgewiesenen Auslandsgebühren als auch der Aufpreis auf den Interbankenkurs.
Kosten mit Debitkarten zwischen 1 und 170 Franken
Bei Debitkarten für Einkäufe in Euro sind die Unterschiede gross: Bei 35 Zahlungen mit einem Einkaufsbetrag von umgerechnet 3000 Franken liegen die Kosten je nach Anbieter zwischen 1 und 125 Franken.
Von den Anbietern, die für Konto und Debitkarte keine Grundgebühr verlangen, sind die Kosten bei der Bank WIR (1 Franken), Alpian* (6 Franken) und Wise* (8 Franken) am niedrigsten.
Manche Anbieter bieten für Einkäufe im Ausland günstigere Konditionen an. Voraussetzung dafür ist ein Produkt mit einer Grundgebühr, die je nach Anbieter über 200 Franken im Jahr betragen kann. Am niedrigsten sind die Kosten für Einkäufe in Euro bei der Luzerner Kantonalbank (3 Franken), Revolut* (7 Franken) und Neon (10 Franken). Zu beachten ist, dass die Grundgebühren in diesen Kosten nicht enthalten sind.
Interessant ist auch ein Blick auf die Kosten für Einkäufe in US-Dollar und thailändischen Baht. Bei US-Dollar liegen die Kosten bei den meisten Anbietern in einem ähnlichen Rahmen wie bei Euro. Für Einkäufe in thailändischen Baht sind sie bei den meisten Banken höher. Auffällig: Bei der Bank WIR fallen bei US-Dollar und thailändischen Baht keine Kosten an.
Kosten mit Kreditkarten zwischen 25 und 180 Franken
Bei Kreditkarten liegen die Kosten für Einkäufe im Ausland deutlich höher als bei Debitkarten. Bei Einkäufen von umgerechnet 3000 Franken liegen die Kosten je nach Karte zwischen 25 und 180 Franken.
Von den Gratis-Kreditkarten ist für das Bezahlen von Einkäufen in Euro die im Herbst 2025 lancierte Kreditkarte «Visa Karte» vom Kartenherausgeber Swisscard mit 55 Franken am günstigsten. Am Schluss der Rangliste liegen mit Kosten von 146 Franken die beiden anderen Gratis-Kreditkarten von Swisscard: Diese Kosten fallen für Cashback- und Poinz-Karten an, unabhängig davon, ob es sich um American Express, Mastercard oder Visa handelt.
Von den Standard-Karten ist die Key4-Kreditkarte mit Kosten von 25 Franken für das Bezahlen von Einkäufen in Euro am günstigsten. Die Anbieter verrechnen für Standard-Karten eine Grundgebühr, häufig 100 Franken pro Jahr. Oft sind Standard-Karten auch im Rahmen eines kostenpflichtigen Bankpaketes erhältlich. Beides gilt auch für die Kreditkarte von Key4.
Bei Einkäufen in US-Dollar sind die Kosten ähnlich hoch. Bei Zahlungen in thailändischen Baht sind die Kosten bei vielen Anbietern höher und betragen bis zu 180 Franken.
Drei wichtige Tipps für Zahlungen im Ausland
Beim Bezahlen mit Karten im Ausland sollten Sie drei wichtige Tipps beachten:
- Debitkarte und Kreditkarte mitnehmen: Nehmen Sie eine Debitkarte und eine Kreditkarte von zwei unterschiedlichen Anbietern mit. Insbesondere für die Automiete und den Check-in im Hotel wird oft eine Kreditkarte verlangt.
- Im Ausland nie in Franken bezahlen: Es ist zwar praktisch, wenn das Terminal direkt in Schweizer Franken umrechnet. Der dabei verwendete Kurs ist deutlich schlechter.
- Nie Bargeld mit Kreditkarte beziehen: Beziehen Sie Bargeld mit der Debitkarte. Die Gebühren für den Bargeldbezug mit Kreditkarten sind in der Regel deutlich höher.
Umfassende Informationen und weitere Tipps gibt es im Ratgeber-Artikel von moneyland.ch mit den besten Kreditkarten-Tipps.
Mit welchen Karten zahlen Schweizerinnen und Schweizer im Ausland?
Eine Statistik der Schweizerischen Nationalbank zeigt, wie 2025 mit Schweizer Karten bezahlt wurde. Mit Schweizer Kreditkarten wurden im Ausland 24.9 Milliarden Franken umgesetzt, mit Debitkarten 15.4 Milliarden Franken. Bei der Anzahl Transaktionen liegt die Debitkarte 2025 erstmals leicht vor der Kreditkarte. Gegenüber den Vorjahren konnte die Debitkarte ihren Marktanteil weiter steigern.
«Unsere Analyse zeigt, dass die Kreditkarte im Ausland meist das teurere Zahlungsmittel ist», sagt Ralf Beyeler von moneyland.ch. «Wer im Ausland statt zur Kreditkarte zu einer günstigen Debitkarte greift, spart Geld», ergänzt Beyeler. Allerdings ist es wichtig, einen Blick auf die Preisliste zu werfen: Denn bei vielen Debitkarten, insbesondere von etablierten Banken, fällt eine Gebühr von meist 1.50 Franken pro Einkauf an. «Damit kann die Gebühr für die Kartenzahlung höher sein als der Preis des so bezahlten Getränks im Supermarkt», merkt Beyeler an.
Wie viel kosten Bargeldbezüge?
In einigen Ländern ist die Akzeptanz von Kartenzahlungen nicht so hoch. Insbesondere für kleinere Beträge ist häufig Bargeld nötig. Aus diesem Grund hat moneyland.ch berechnet, wie teuer es wäre, wenn insgesamt 3000 Franken am Bancomaten bezogen würden. Dabei wurden zwölf Bargeldbezüge von jeweils umgerechnet 250 Franken angenommen.
Die Analyse zeigt, dass die Bank WIR mit Kosten von maximal 25 Franken am günstigsten ist. Bei den meisten Debitkarten ist mit Kosten zwischen 100 und 180 Franken zu rechnen, bei Kreditkarten zwischen 150 und 250 Franken.
In den von moneyland.ch berechneten Fällen ist es nie günstiger, Bargeld zu beziehen, als direkt mit Karte zu bezahlen.
* Bei Alpian, Revolut, Swissquote, Wise und Yuh ist es möglich, Guthaben in verschiedenen Währungen zu halten. Wird ein Einkauf in einer Währung bezahlt, in der noch Guthaben vorhanden ist, findet keine Währungsumrechnung statt. In diesem Fall würde diese Gebühr nicht anfallen. Für einen fairen Vergleich wurde davon ausgegangen, dass eine Umrechnung von Schweizer Franken in die jeweilige Fremdwährung stattfand.
Methodik
Für diese Studie wurden folgende Anbieter berücksichtigt:
- Debitkarten von Schweizer Banken: Bank Cler, Bank WIR, Basler Kantonalbank, Luzerner Kantonalbank, Migros Bank, Postfinance, Raiffeisen, Valiant und Zürcher Kantonalbank.
- Debitkarten von Smartphone-Banken: Alpian, Neon, Revolut, Wise, Yuh und Zak. Yapeal wurde nicht berücksichtigt, da moneyland.ch von Yapeal keine Angaben erhalten hat.
- Gratis-Kreditkarten von Schweizer Kartenherausgebern: Bonuscard (Simply Card Smart), Cembra Money Bank (Certo One, IKEA Family Credit Card), Migros Bank (Migros Cumulus Kreditkarte), Swisscard (Cashback, Poinz, Visa Karte), Topcard (Coop Supercard Mastercard, Coop Supercard Visa) und Viseca (Manor World).
- Standard-Kreditkarten von Schweizer Karternherausgebern: Bonuscard (Liberty Card), Cembra Money Bank (Cembra Mastercard), Cornércard, Postfinance, Raiffeisen, UBS, Valiant und Viseca (Bank Cler, Kantonalbanken).
Twint wurde nicht berücksichtigt, da mit Twint keine Zahlungen in Fremdwährungen möglich sind.
In die Berechnung eingeflossen sind ausschliesslich Kosten im Zusammenhang mit der Nutzung der Karte im Ausland:
- Transaktionsgebühren und Umtauschgebühren bei Debitkarten
- Fremdwährungsgebühren bei Kreditkarten
- Aufpreis auf dem Interbanken-Kurs gemäss Oanda anhand des Durchschnitts für 14 Stichtage (29.01., 30.01., 03.02., 04.02., 05.02., 06.02., 09.02., 10.02., 11.02., 16.02., 17.02., 18.02., 19.02. und 20.02.)
Nicht berücksichtigt wurden Bonusprogramme sowie weitere Kosten für Bankkonten, Karten und Bankpakete wie Grundgebühren, Jahresgebühren, Mahngebühren und Zinsen.
Die Kosten wurden auf ganze Franken gerundet.
Weitere Informationen:
Zahlen und Geld abheben im Ausland
Kreditkarten im Ausland: in welcher Währung bezahlen?