CFD: Was kosten Differenzkontrakte?

CFD - also Differenzkontrakte - werden immer häufiger auch in der Schweiz gehandelt. Im folgenden Ratgeber-Artikel erfahren Sie wichtige Hinweise rund um die Kosten von CFD.

Differenzkontrakte sind im Trend. Neben den Risiken müssen Anleger allerdings auch die anfallenden Gebühren beachten. Wenn ein Anleger ein CFD kauft, ist es mit dem Entrichten der Sicherheitsleistung – der so genannten Margin – nicht getan. Zusätzlich fallen Kosten im Rahmen von Spreads und Transaktionen sowie gegebenenfalls auch Finanzierungs- und Währungsgebühren an.

Der CFD-Spread – oder Geld-Brief-Spanne – bezeichnet die Differenz zwischen Geldkurs (Verkaufskurs) und Briefkurs (Kaufkurs) eines CFD. Der Kaufkurs ist dabei höher als der Verkaufskurs. Je nach Broker wird dabei mit fixen oder variablen Spreads gearbeitet. Bei variablen Spreads kann die Geld-Brief-Spanne je nach Marktlage ändern.

Spreads werden in der Regel in Pip angegeben. Im CFD-Handel bezeichnet ein Pip in der Regel die letzte Ziffer einer Kursangabe. Der Spread gibt an, wie hoch die Marktentwicklung in Punkten sein muss, damit ein Gewinn erzielt werden kann. Ob die Transaktionskosten bereits im Spread enthalten sind, ist von der Art des CFD abhängig. Bei Index-CFDs und CFDs auf Rohstoffe ist dies der Fall.

Anders sieht dies in der Regel bei CFD für Aktien und ETF aus. Hier wird der exakte Börsenspread meistens an den Anleger weitergegeben. Allerdings fällt zusätzlich eine Gebühr an – zum Beispiel 0.1 Prozent des Handelsvolumens oder eine Pauschalgebühr – zum Beispiel in der Höhe von 10 Franken – pro Transaktion. Auch Mindestgebühren pro Transaktion sind gebräuchlich. Die Transaktionsgebühr wird jeweils beim Kauf (der Eröffnung) oder Verkauf (der Schliessung der Position) fällig.

Finanzierungskosten müssen immer dann mit einkalkuliert werden, wenn CFD über Nacht – oder im Jargon «overnight» – gehalten werden. Das ist dann der Fall, wenn die CFD-Positionen ab der definierten Uhrzeit (zum Beispiel um 23 Uhr) noch offen sind. Die Finanzierungskosten stellen quasi eine Leihgebühr für den gehebelten Kapitalbetrag dar. Wie bei einem Kredit fallen jährliche Zinsen an, die dann auf die Anzahl Tage (oder Nächte) heruntergerechnet werden.

Wie hoch der jährliche Referenzzinssatz ausfällt, hängt von der jeweiligen Währung des Investments ab. In Euro-Ländern wird zum Beispiel der Euribor als Basis gewählt, während bei britischen Wertpapieren der britische Zinssatz gilt. Der Zinsaufschlag wird durch den CFD-Broker bestimmt.

Die Finanzierungsgebühren pro Tag berechnen sich für CFD mit einer Kaufsposition (long) in der Regel nach der folgenden Formel:

Positionsvolumen x (Zinsaufschlag + jährlicher Referenzzinssatz) x (Anzahl Tage / 360)

Beispiel: Sie sind long auf 5'000 Aktien-CFD mit einem Schlusskurs von 10 Euro pro Aktie, das Positionsvolumen beträgt 50’000 Euro. Der Referenzzinssatz sei der Euribor in der Höhe von 0.5%, der Zinsaufschlag des Brokers betrage 2%. Dann beträgt die Finanzierungsgebühr für einen Long-CFD, der über 1 Nacht gehalten wird, also 50'000 Euro x (2% + 0.5%) x 1 Tag / 360 Tage = rund 3.5 Euro pro Tag.

Für CFD mit einer Verkaufsposition (short) hingegen wird dem CFD-Käufer der jährliche Referenzinssatz gutgeschrieben:

Positionsvolumen x (Zinsaufschlag - jährlicher Referenzzinssatz) x (Anzahl Tage / 360)

Beispiel: Sie sind short auf 5'000 Aktien-CFD mit einem Schlusskurs von 10 Euro pro Aktie mit einem totalen Positionsvolumen von 50’000 Euro. Der Referenzzinssatz sei der Euribor in der Höhe von 0.5%, der Zinsaufschlag des Brokers betrage 2%. Dann beträgt die Finanzierungsgebühr für einen Short-CFD, der über 1 Nacht gehalten wird, also 50'000 Euro x (2  - 0.5%) x 1 Tag / 360 Tage = rund 2 Euro pro Tag.

Für Intraday-Trades, also solche, die am gleichen Tag eröffnet und wieder geschlossen werden, fallen hingegen keine Finanzierungskosten an. Diese Finanzierungskosten sind ein Mitgrund, dass die Mehrheit der CFD-Trades nur sehr kurzfristig und intraday gehandelt werden.

Ein weiterer Kostenpunkt, der beim CFD-Trading beachtet werden muss, sind die Währungskosten. Anleger können sich beim CFD-Handel in der Regel für eine Basis-Währung entscheiden, die auf ihr Konto angewendet wird. Sowohl für Gewinne und Verluste in Fremdwährungen fallen dann die entsprechenden Fremdwährungsgebühren an. Diese entsprechen dem Währungsspread, also der festgelegten Geld-Brief-Spanne.

Weiterführende Informationen:
CFD: Trading-Vergleich
CFD: Definition
CFD: Risiken

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