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News: Banken

Revolut beantragt Schweizer Banklizenz

16. September 2026 - Ralf Beyeler

Revolut will mit einer Schweizer Bankenlizenz in der Schweiz stärker wachsen. Lesen Sie hier die Einschätzung von Moneyland-Experte Ralf Beyeler.

Am Mittwoch hat die britische Smartphone-Bank Revolut die Beantragung einer Schweizer Banklizenz bekanntgegeben. Als nächster Schritt wird die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma das Gesuch prüfen.

Mit einer Schweizer Banklizenz wird Revolut ein umfassendes Bankangebot für alltägliche Bankgeschäfte in der Schweiz anbieten können. Revolut möchte damit in Zukunft den Kundinnen und Kunden in der Schweiz auch ein Lohnkonto mit Schweizer Einlagenschutz und Schweizer IBAN, eBill und allenfalls auch Säule-3a-Lösungen und Twint anbieten. Auch die Abwicklung von Zahlungen für Händler erwähnt Revolut als mögliche neue Dienstleistung.

Wie das konkrete Angebot von Revolut mit einer Schweizer Banklizenz aussehen wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

Heute ist Revolut bereits in der Schweiz aktiv. Die Dienstleistungen für die Kundinnen und Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz werden heute über die Revolut Bank UAB abgewickelt. Diese Tochtergesellschaft von Revolut hat eine europäische Banklizenz in Litauen. Gemäss Revolut zählt das Unternehmen in der Schweiz 1.3 Millionen Kundinnen und Kunden.

Vergleich mit anderen Smartphone-Banken und etablierten Schweizer Banken

Seit vielen Jahren vergleicht moneyland.ch die in der Schweiz tätigen Smartphone-Banken.

Im Vergleich zu anderen Smartphone-Banken ist Revolut vergleichsweise teuer. Bei der Smartphone-Banken-Studie 2026 von moneyland.ch belegte Revolut den fünften Platz hinter der Bank WIR, Wise, Alpian und Neon. Revolut war dabei 78 Franken teurer als die günstigste Bank.

Im Vergleich zu den grössten etablierten Schweizer Banken ist Revolut deutlich günstiger. Von den untersuchten Schweizer Banken bietet lediglich die Bank WIR deutlich günstigere Konditionen.

Einschätzung von Geld-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch

Das Beantragen einer Schweizer Banklizenz ist ein Frontalangriff von Revolut auf die etablierten Schweizer Banken. Zwar ist der britische Anbieter seit gut neun Jahren in der Schweiz aktiv. Doch viele der genannten 1.3 Millionen Kundinnen und Kunden dürften Revolut kaum oder primär zum Bezahlen im Ausland nutzen. Mit einer eigenen Schweizer Banklizenz kann Revolut ihr Angebot für die Kundschaft in der Schweiz deutlich ausbauen.

Ein guter Schachzug ist die beantragte Lizenz auch deshalb, weil Revolut bislang ihren Kundinnen und Kunden in der Schweiz nur ein eingeschränktes Angebot machen kann. So ist es in der Praxis nicht möglich, dass Arbeitgeber, Ausgleichskassen, Pensionskassen oder die Steuerverwaltung Geld auf ein Revolut-Konto überweisen können. Revolut verlangt ein spezielles Format, das die Systeme der Absender nicht unterstützen.

Ein wichtiger Punkt für zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer ist, dass das Guthaben über die Schweizer Einlagensicherung geschützt ist. In der Schweiz ist es vielen Kundinnen und Kunden wichtig, ihre Finanzgeschäfte über einen Anbieter mit einer Schweizer Lizenz abzuwickeln. Erst mit einer Schweizer Banklizenz kann Revolut diesem Bedürfnis entsprechen.

Experte Ralf Beyeler
Ralf Beyeler ist Telekom- und Geld-Experte bei moneyland.ch.