handy versicherungen schweiz

Handy-Versicherungen im Schweizer Vergleich

Handy-Versicherungen werden von vielen Schweizer Handy- und Abo-Anbietern angeboten. Doch lohnen sich die Versicherungen wirklich? Lesen Sie jetzt den Ratgeber-Artikel der Moneyland-Redaktion.

Beim Kauf eines Mobile-Geräts werden Schweizerinnen und Schweizern häufig auch Handy-Versicherungen schmackhaft gemacht. Sowohl Telekom-Anbieter wie Salt, Sunrise, Swisscom, Handy-Verkäufer wie Mobilezone und Elektronik-Händler wie Interdiscount oder Digitec vertreiben Handy-Versicherungen.

Für viele Schweizerinnen und Schweizer sind Smartphones zum unverzichtbaren Bestandteil des Alltags geworden. Wenn das Handy verloren geht oder Schaden nimmt, ist das für viele mehr als ärgerlich. Kommt hinzu, dass die kleinen technischen Wunderwerke mittlerweile richtig teuer sein können. Weshalb also nicht eine Versicherung für das wichtige Gerät abschliessen?

moneyland.ch hat die Schweizer Handy-Versicherungen analysiert und verglichen. Den vollständigen Vergleich können Sie sich am Ende des Artikels als kostenloses PDF zustellen lassen.

Untersucht worden sind die Handy-Versicherungen, die unter anderem von Digitec Galaxus, Mobilezone, Salt, Sunrise und Swisscom verkauft werden. Diese Anbieter vermitteln beim Handy-Kauf zusätzlich Versicherungen von Versicherungsgesellschaften. Die eigentlichen Versicherer sind AIG Europe Limited, Allianz Global Assistance, AXA, Baloise, Chubb, i-surance und Zurich.

Kleingedrucktes beachten

Wie so oft bei Versicherungen ist das Kleingedruckte entscheidend. Manche Versicherungen haben eine Mindestlaufzeit von 3 Monaten, 12 Monaten oder gar keine. Auch die Kündigungsfrist kann variieren. Manche Verträge sind maximal 2 Jahre lang gültig.

Die Häufigkeit von Schadensfällen kann begrenzt sein: zum Beispiel auf zwei Schadensfälle in zwei Jahren. Für Reparaturkosten gibt es häufig eine Obergrenze – zum Beispiel 1500 oder 2000 Franken.

Besonders wichtig: Bei fast allen Handy-Versicherungen gibt es einen Selbstbehalt. In der Regel müssen die Versicherten die ersten 30 bis 120 Franken pro Schadensfall aus dem eigenen Portemonnaie bezahlen.

Unterschiedliche Deckungen

Häufig – aber nicht immer – versichert sind Sturz-, Feuer-, Display- sowie Wasser- und Feuchtigkeitsschäden. Auch hier lohnt es sich aber, genau nachzuschauen. So kommt beispielsweise die Handy-Versicherung der Swisscom nicht für Schäden infolge von «allmählicher Einwirkung von Witterungseinflüssen», Verschleiss oder Abnützung auf.

Wichtig zu wissen: Die meisten Schweizer Handy-Versicherungen decken keinen Geräte-Verlust. Bei vielen Versicherungen ist nicht einmal Diebstahl versichert.

Selbst wenn eine Diebstahlversicherung integriert ist, muss man nochmals genau hinschauen: Bei bestimmten Handy-Versicherungen ist der Diebstahl nicht versichert, wenn die Person während des Diebstahls «nicht anwesend» war.

Beachten Sie überdies, dass Ihr Handy gegen Diebstahl bereits versichert ist, falls Sie eine Hausratsversicherung mit der Deckung «Diebstahl auswärts» abgeschlossen haben.

Versicherungen gegen Gesprächsmissbrauch

Etwas exotisch erscheint der Versicherungsservice gegen Gesprächsmissbrauch. Diese Versicherungsleistung versichert nicht das Gerät an sich, sondern seinen Missbrauch durch Dritte. Wenn also jemand Ihr Handy stiehlt und damit surft und telefoniert, werden die entsprechenden Kosten bis zum vereinbarten Maximum zurückerstattet. Bei Schweizer Versicherungen sind das in der Regel maximal 2000 bis 3000 Franken.

Bei vielen Handyversicherungen ist Gesprächsmissbrauch in der Versicherung enthalten. Zu beachten: Es kommt meistens ein Selbstbehalt zum Tragen, den Sie im Schadenfall selber berappen müssen. Da der Selbstbehalt in der Regel 30 bis 120 Franken beträgt, ist diese Leistung kaum nötig. Sie sollten im Verlustfall einfach sofort Ihre SIM-Karte sperren.

Handy-Versicherungen von Sunrise

Beim Kauf eines Sunrise-Mobilabos können Sie die Handy-Versicherung «smart protect» als Zusatzoption abschliessen. Die Versicherung wird monatlich abgerechnet und deckt Schäden bis zu 1800 Franken bei einem Selbstbehalt von 30 bis 100 Franken. Beim zweiten Schadensfall steigt der Selbstbehalt.

Die Mindestlaufzeit beträgt 3 Monate. Danach gilt eine monatliche Kündigungsfrist. Zusätzlich gibt es eine Garantieverlängerung auf 3 Jahre. Die Versicherungsprämien kosten je nach Gerätetyp zwischen 6 und 16 Franken pro Monat. Gesprächsmissbrauch kann separat für 1 Franken pro Monat mit dem Produkt «call protect» versichert werden.

Handy-Versicherungen von Salt

Beim Kauf eines Salt-Abos haben Salt-Kunden die Wahl zwischen unterschiedlichen Handyversicherungen von i-surance. Aktiv vertrieben werden die Versicherungen «Salt Care» (für ein Gerät) und «Salt Care Duo» (für zwei Geräte). Versichert sind zwei Schadensfälle pro Jahr, wobei ein Selbstbehalt von 60 bis 120 Franken anfällt. Gesprächsmissbrauch ist bis 3000 Franken gedeckt. Display-Schäden sind nicht versichert.

Handy-Versicherungen von Swisscom

Bei der Swisscom übernimmt die AXA die Versicherung der Swisscom-Handys und Swisscom-Tablets. Versichert sind auch Sturz- und Display-Schäden sowie Gesprächsmissbrauch bis 2000 Franken.

Der Preis der Versicherung variiert je nach Gerätepreis zwischen 10 und 15 Franken pro Monat. Pro Schadenfall gilt ein Selbstbehalt von 70 beziehungsweise 100 Franken. Reparaturen werden bis 2000 Franken übernommen. Die Mindestlaufzeit beträgt ein Jahr.

Handy-Versicherungen von Mobilezone

Die Mobilezone-Versicherung (von der Versicherungsgesellschaft Zurich) kostet 90 Franken für einen Jahresvertrag. Es gilt ein Selbstbehalt von 85 Franken. Es sind Wasser-, Feuchtigkeits-, Display-, Sturz- und Kurzschlussschäden gedeckt - allerdings nur ein Schadenfall pro Jahr. Es gilt eine Mindestvertragsdauer von einem Jahr.

Für iPhones gibt es separate Versicherungen von AIG Europe Limited - die monatlichen Prämien variieren je nach Modell.

Handyversicherungen meistens zu teuer

Um es auf den Punkt zu bringen: Handyversicherungen lohnen sich häufig nicht. Für den Geräte-Neuwert von meist weniger als 1000 Franken sind viele Versicherungen schlicht zu teuer.

Hinzu kommt, dass meist ein Selbstbehalt von 50 bis 120 Franken zu berappen ist und viele Schadensfälle wie Diebstahl häufig nicht versichert sind.

Eine Reparatur Ihres Smartphones – etwa bei beschädigtem Display – ist häufig preisgünstiger als die jährliche Versicherungsprämie.

Handy-Versicherungen sind vor allem für die Telekom-Anbieter, Verkäufer und Versicherungen lukrativ: Bei manchen Anbietern werden die Handy-Verkäufer sogar provisioniert, wenn sie zusätzlich zum Mobile-Gerät und Abo eine Versicherung verkaufen.

Am ehesten kann sich einen Versicherungsabschluss für eine kurze Zeit auf Monatsbasis lohnen, wenn Sie beispielsweise Ihr Smartphone im Rahmen von abenteuerlichen Ferien einem speziell hohen Risiko aussetzen. Überprüfen Sie aber vorgängig, ob die gewünschten Schadensfälle auch versichert sind.

 

Handy-Versicherungen

Wünschen Sie eine tabellarische Übersicht über die Kosten und Konditionen von Schweizer Handy-Versicherungen? Dann lassen Sie sich diese hier kostenlos als PDF zustellen.

Weiterführende Informationen:
Handy-Abos im interaktiven Schweizer Vergleich
Einfacher Diebstahl auswärts

Über das Moneyland-Magazin

Das Moneyland-Magazin informiert Sie kompetent und unabhängig über eine Vielzahl von Finanz- und Geldthemen. Neben Hintergrundartikeln und Interviews mit Experten finden Sie zahlreiche praktische Geldratgeber.