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Handy-Versicherungen im Schweizer Vergleich

Handy-Versicherungen werden von praktisch allen Schweizer Handy- und Abo-Anbietern angeboten. Doch lohnen sich die populären Versicherungen auch? Lesen Sie jetzt den Ratgeber-Artikel der Moneyland-Redaktion.

Beim Kauf eines Mobile-Geräts werden Schweizerinnen und Schweizern häufig auch Handy-Versicherungen schmackhaft gemacht. Sowohl Telecom-Provider wie Salt, Sunrise, Swisscom, Mobile-Verkäufer wie Mobilezone und Elektronik-Händler wie Interdiscount, Fust oder Digitec vertreiben Handy-Versicherungen.

Mobile-Geräte werden immer wichtiger. Für viele Schweizerinnen und Schweizer sind Smartphones zum unverzichtbaren Bestandteil des Alltags geworden. Wenn das Handy verloren geht oder Schaden nimmt, ist das für viele mehr als ärgerlich. Kommt hinzu, dass die kleinen technischen Wunderwerke immer teurer werden. Weshalb also nicht eine Versicherung für das wichtige Gerät abschliessen?

Sunrise: Comfort und Premium

Beim Kauf eines Sunrise-Mobilabos kann man die Handy-Versicherung «smart protect» als Zusatzoption abschliessen. Die Versicherung wird monatlich abgerechnet und deckt Schäden bis zu 1'500 Franken bei einem Selbstbehalt von 60 Franken (100 Franken beim zweiten Schadenfall). Versichert sind Bruch- und Flüssigkeitsschäden sowie ein Ersatzgerät im Fall eines Totalschadens.

Die Mindestlaufzeit beträgt 3 Monate (danach gibt's eine monatliche Kündigungsfrist), die Garantieverlängerung 3 Jahre. Die Versicherungsprämien kosten 13 Franken pro Monat.

Gesprächsmissbrauch kann separat für 1 Franken pro Monat mit dem Produkt «Call Protect» versichert werden.

Salt: Relax und Relax Plus

Beim Kauf eines Salt-Abos haben Salt-Kunden die Wahl zwischen zwei Handyversicherungen von AIG: «Relax» für 10 Franken pro Monat sowie «Relax Plus» 15 pro Monat. Die Versicherung ähnelt derjenigen von Sunrise und beinhaltet zusätzlich eine «schnelle Reparatur» sowie eine Versicherung gegen Gesprächsmissbrauch. Relax Plus umfasst darüber hinaus eine Garantieverlängerung bis 3 Jahre sowie eine Diebstahlversicherung. Beide Varianten haben einen Selbstbehalt von 50 Franken.

Swisscom: Handy- und Tabletversicherung

Bei der Swisscom übernimmt die AXA Winterthur die Versicherung der Swisscom-Handys und Swisscom-Tablets. Versichert sind Sturz- und Display-Schäden sowie Gesprächsmissbrauch (bis 2000 Franken).

Der Preis der Versicherung variiert je nach Gerätepreis von 69 Franken (Gerätepreis bis 299.95 Franken) bis 159 Franken (Gerätepreis zwischen 900 und 2000 Franken). Die Versicherung ist maximal 24 Monate lang gültig. Pro Schadenfall gilt ein Selbstbehalt von 50 Franken.

Mobilezone: Protect Clever

Die Mobilezone-Versicherung von Helvetic Warranty kostet 90 Franken für einen Jahresvertrag. Es gilt ein Selbstbehalt von 85 Franken. Es sind Wasser-, Feuchtigkeits-, Display-, Sturz- und Kurzschlussschäden gedeckt - allerdings nur 1 Schadenfall pro Jahr.

Handy-Versicherung: Deckung beachten

Wie so oft bei Versicherungen ist das Kleingedruckt entscheidend. Wichtig zu wissen: Schweizer Handy-Versicherungen decken keinen reinen Geräte-Verlust. Noch erstaunlicher: Bei den meisten Versicherungen ist nicht einmal Diebstahl versichert (mit Ausnahme von «Relax Plus» von Salt).

Selbst wenn eine Diebstahlversicherung integriert ist, muss man nochmals genau hinschauen: Bei Salt etwa ist der Diebstahl nicht versichert, wenn die Person während des Diebstahls «nicht anwesend» war.

Beachten Sie überdies, dass Ihr Handy gegen Diebstahl bereits versichert ist, falls Sie eine Hausratsversicherung mit der Deckung «Diebstahl auswärts» abgeschlossen haben.

Üblicherweise versichert sind Sturz-, Display- sowie Wasserschäden. Auch hier lohnt es sich aber, genau nachzuschauen. So kommt beispielsweise die Handy-Versicherung der Swisscom nicht für Schäden infolge von Reinigungsarbeiten, Verschleiss oder Abnützung auf.

Versicherungen für Gesprächsmissbrauch

Etwas exotisch erscheint der Versicherungsservice gegen Gesprächsmissbrauch. Diese Versicherungsleistung versichert nicht das Gerät an sich, sondern seinen Missbrauch durch Dritte. Wenn also jemand Ihr Handy stiehlt und damit surft und telefoniert, werden die entsprechenden Kosten bis zum vereinbarten Maximum zurückerstattet. Bei Schweizer Versicherungen sind das in der Regel maximal 1'500 bis 3'000 Franken.

Bei den meisten Handyversicherungen ist Gesprächsmissbrauch in der Versicherung enthalten. Zu beachten: Es kommt meistens ein Selbstbehalt zum Tragen, den Sie im Schadenfall selber berappen müssen. Da der Selbstbehalt häufig 50 bis 60 Franken beträgt, ist diese Versicherung kaum nötig. Sie sollten im Verlustfall einfach Ihre SIM-Karte sofort sperren.

Handyversicherung: meistens zu teuer

Um es auf den Punkt zu bringen: Handyversicherungen lohnen sich häufig nicht. Für den Geräte-Neuwert von meist weniger als 1'000 Franken sind viele Versicherungen schlicht zu teuer.

Hinzu kommt, dass meist ein Selbstbehalt von mindestens 50 Franken zu berappen ist und viele Schadenfälle wie Diebstahl häufig nicht versichert sind.

Eine Reparatur Ihres Smartphones – etwa bei beschädigtem Display – ist häufig preisgünstiger ist als die jährliche Versicherungsprämie.

Handy-Versicherungen sind vor allem für die Telecom-Anbieter, Verkäufer und Versicherungen lukrativ: Bei manchen Anbietern werden die Handy-Verkäufer sogar provisioniert, wenn sie zusätzlich zum Mobile-Gerät und Abo eine Versicherung verkaufen.

Am ehesten kann sich einen Versicherungsabschluss für eine kurze Zeit auf Monatsbasis lohnen, wenn Sie beispielsweise Ihr Smartphone im Rahmen von abenteuerlichen Ferien einem speziell hohen Risiko aussetzen. Überprüfen Sie aber vorgängig, ob die gewünschten Schadenfälle auch versichert sind.

Ihre Moneyland-Redaktion, August 2016

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