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Krankenkassen: versicherte Medikamente

Welche Medikamente werden von den Schweizer Krankenkassen in der Grund- und Zusatzversicherung entschädigt? Wie hoch fallen die Entschädigungen aus? Die Moneyland-Redaktion hilft weiter.

Viele, aber längst nicht alle Medikamente werden durch die Grundversicherung der Schweizer Krankenkassen gedeckt. Für so genannte nichtkassenpflichtige Medikamente benötigen Sie zusätzlich eine ambulante Zusatzversicherung, auch Krankenpflegezusatz genannt.

Medikamente: Was zahlt die Grundversicherung?

  • Die obligatorische Grundversicherung der Schweizer Krankenkassen übernimmt Medikamente, wenn sie von einem Arzt in einer Praxis oder im Spital verschrieben werden und in der Spezialitätenliste enthalten sind.
     
  • Die entsprechende Spezialitätenliste (häufig abgekürzt «SL») mit allen kassenpflichtigen Medikamenten finden Sie auf der BAG-Website unter bag.admin.ch. Oder fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach.
     
  • Bezahlt wird von den Krankenkassen allerdings nur der Betrag abzüglich der vereinbarten Franchise der Grundversicherung.
     
  • Zusätzlich müssen Sie bei Medikamenten einen Selbstbehalt von 10 Prozent selbst bezahlen. Für Medikamente, die es als Generika mit denselben Wirkstoffen noch (mindestens 20 Prozent) günstiger gibt, gilt ein höherer Selbstbehalt von 20 Prozent.
     
  • Am besten gehen Sie auf Nummer sicher und fragen den Arzt jeweils bereits beim Verschreiben der Medikamente nach den Kosten. Der Arzt sollte Ihnen wenn möglich nicht die teuren Original-Präparate, sondern die günstigeren Generika verschreiben.

Medikamente: Was zahlt die Zusatzversicherung?

  • Nichtkassenpflichtige Medikamente, also solche, die nicht von der Grundversicherung gedeckt sind, müssen Sie ohne zusätzliche Versicherung aus dem eigenen Portemonnaie bezahlen. Als zusätzliche Versicherung kommt eine ambulante Krankenkassen-Zusatzversicherung (auch Krankenpflegezusatz genannt) in Frage.
     
  • Auch von der Zusatzversicherung werden allerdings nicht alle Medikamente entschädigt. Jede Kasse hat ihre eigene Liste mit versicherten Medikamenten. Die meisten Krankenkassen vergüten in der Zusatzversicherung nur Medikamente des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic (swissmedic.ch). Die Kassen verfügen zudem über so genannte Negativlisten mit allen Medikamenten, die sie explizit nicht versichern. Zu den nicht versicherten Medikamenten können zum Beispiel Lifestyle-Produkte, Appetithemmer und Medikamente für Diäten oder gegen Haarausfall gehören.
     
  • Konsultieren Sie im Zweifelsfall die Medikamentenlisten der Zusatzversicherungen oder fragen Sie direkt bei den Krankenkassen oder Ihrem Arzt nach.
     
  • Wie bei der Grundversicherung müssen die Medikamente auch im Fall einer Entschädigung durch die Zusatzversicherung durch einen Arzt verschrieben werden.
     
  • Vergleichen Sie die Leistungen und Prämien der verschiedenen Zusatzversicherungen – da kann es erhebliche Unterschiede geben. Da Krankenpflegezusätze in einem Paket mit verschiedenen Leistungen angeboten werden, sollten Sie eine Gesamtbeurteilung vornehmen. Medikamente der Komplementärmedizin werden in der Regel über spezielle Zusatzversicherungen versichert.
     
  • Im Vergleich für Zusatzversicherungen auf moneyland.ch können Sie die Versicherungen auch nach den Leistungen filtern und sortieren. Wählen Sie für Medikamentenleistungen das Kriterium «Medikamente».
     
  • Vergleichen Sie auf moneyland.ch, was Sie für die versicherten Medikamente tatsächlich vergütet erhalten. Bei den geleisteten Zahlungen unterscheiden sich die Zusatzversicherungen der verschiedenen Krankenkassen markant!
     
  • Auch bei den Zusatzversicherungen wird in der Regel ein Selbstbehalt von 10 Prozent  für die gekauften nichtkassenpflichtigen Medikamente fällig. Das heisst Sie müssen 10 Prozent der Kosten selber tragen. 90 Prozent der Kosten von Swissmedic-Medikamenten werden von der Krankenversicherung übernommen.
     
  • Wenn Ihnen die Medikamenten-Leistung wichtig ist, achten Sie auf eine grosszügige Kostenübernahme durch Ihre Versicherung. Zu den Zusatzversicherungen mit einer «guten» Kostenübernahme von 90% gehören die folgenden: Helsana Top, Helsana Completa, KPT Krankenpflege-Versicherungen, CSS Ambulantversicherungen, Zusatzversicherungen von Sanitas, Zusatzversicherungen von Atupri, Zusatzversicherungen von Visana, Zusatzversicherungen von Sanagate.
     
  • Achtung: Bei einigen Zusatzversicherungen fällt ein höherer Selbstbehalt von bis zu 50 Prozent an (Beispiel Concordia Diversa).
     
  • Auch gibt es Krankenpflegezusätze mit Franchisen (wie bei der Grundversicherung) und maximalen Beträgen für die Kostenübernahme. Beispiele sind Groupe Mutuel Bonus und Swica Completa Top. Das heisst Sie erhalten bei diesen Krankenkassen nur eine Medikamenten-Entschädigung bis zum festgelegten Betrag. Bei manchen Versicherungen wie der EGK Sun 3 sind die versicherten Kosten pro Jahr gedeckelt.

Ihre Moneyland-Redaktion

Weitere Informationen:
Schweizer Krankenkassen-Vergleich
Vergleich der ambulanten Zusatzversicherungen
Vergleich der Spitalzusatzversicherungen
Krankenkassen-Artikel in der Übersicht

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