Viele Schweizerinnen und Schweizer bezahlen in den Ferien mit der Karte. Mit Schweizer Kreditkarten geben Kundinnen und Kunden im Ausland pro Jahr rund 25 Milliarden Franken aus. Mit Schweizer Debitkarten sind es rund 17 Milliarden Franken.
Doch Kartenzahlungen im Ausland können teuer werden. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die wichtigsten Kostenfallen. Zudem erfahren Sie, wie Sie im Ausland möglichst günstig bezahlen.
Neben Kreditkarten lassen sich heute auch Debitkarten im Ausland einsetzen. Wie teuer ihre Nutzung ist, hängt jedoch von den Konditionen des Kartenherausgebers ab. Informieren Sie sich deshalb vor der Reise über die Bedingungen Ihrer Karte.
Vergleichen Sie die Kreditkarten
Ein Kreditkarten-Vergleich lohnt sich. Der praktische Kreditkarten-Vergleich von moneyland.ch berücksichtigt neben den Jahresgebühren auch die Kosten für die Nutzung im Ausland. Dazu gehören Auslandsgebühren und Wechselkurskosten.
Kostenfalle 1: Hohe Auslandsgebühren
Bei der Nutzung der Karte im Ausland fallen je nach Anbieter hohe Gebühren an.
Bei einigen wenigen Schweizer Kreditkarten gibt es keine Auslandsgebühr. Bei den meisten Schweizer Kreditkarten wird bei Transaktionen im Ausland hingegen eine Gebühr von bis zu 2.5 Prozent verrechnet.
Aufpassen sollten Kundinnen und Kunden mit einer Debitkarte ihrer Hausbank. Bei zahlreichen Karten wird pro Einkauf eine Gebühr von rund 1.50 Franken verrechnet. Das fällt insbesondere bei kleineren Einkäufen ins Gewicht. Smartphone-Banken und einzelne traditionelle Banken wie Valiant verzichten auf eine solche Gebühr.
Kostenfalle 2: Schlechte Wechselkurse
Die Wechselkurse unterscheiden sich stark. Erhebungen von moneyland.ch zeigen, dass einige Karten sehr schlechte Wechselkurse haben, andere hingegen sehr gute. Bei den besten Anbietern beträgt der Aufpreis gegenüber dem Interbanken-Kurs 0.1 Prozent oder weniger. Bei den schlechtesten Anbietern sind es rund 4 Prozent.
Wichtig ist, dass Sie die Auslandsgebühren und den Aufpreis beim Wechselkurs zusammen betrachten.
Achten Sie darauf, dass die Transaktion in der lokalen Währung abgerechnet wird. Falls die Transaktion in Schweizer Franken umgerechnet werden soll, wählen Sie die lokale Währung oder brechen Sie den Vorgang ab (siehe Kostenfalle 3).
Weitere Informationen erhalten Sie im Ratgeber zum Zahlen und Geld abheben im Ausland.
Smartphone-Banken im Ausland oft günstiger
Studien von moneyland.ch zeigen regelmässig, dass Smartphone-Banken beim Bezahlen im Ausland oft bessere Konditionen bieten als bekannte Schweizer Banken. Noch besser als die Smartphone-Banken schneidet jeweils die Bank WIR ab.
Erfahren Sie mehr im Schweizer Vergleich der Smartphone-Banken.
Kostenfalle 3: Mit Franken bezahlen
Wenn Ihnen im Ausland ein Betrag in Schweizer Franken angezeigt wird, lehnen Sie die Bezahlung in Franken ab. Wählen Sie stattdessen die lokale Währung.
Wird der Betrag in Schweizer Franken abgerechnet, erfolgt die Umrechnung durch einen Dienstleister des Händlers. Aufschläge von 10 Prozent und mehr sind keine Seltenheit.
Der Fachbegriff für diese Dienstleistung heisst Dynamic Currency Conversion (DCC), auf Deutsch dynamische Währungsumrechnung.
Sofern Sie in der Landeswährung bezahlen, wird der Betrag durch den Schweizer Anbieter in Schweizer Franken umgerechnet. Dabei kommt ein wesentlich besserer Kurs zur Anwendung (siehe Kostenfalle 2).
Kostenfalle 4: Keine Kreditkarte dabei
Insbesondere Autovermietungen bestehen oft darauf, dass Kundinnen und Kunden eine Kreditkarte nutzen. Ohne Kreditkarte stornieren Autovermietungen manchmal Reservierungen und erstatten die bereits bezahlte Miete nicht zurück. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie eine Kreditkarte dabeihaben.
Versuchen Sie, mit der Autovermietung zu verhandeln. Vielleicht können Sie den Betrag mit einer günstigen Debitkarte bezahlen und die Kreditkarte lediglich als Sicherheit für allfällige Schäden hinterlegen.
Kostenfalle 5: Bargeldbezüge mit Kreditkarten
Beziehen Sie mit der Kreditkarte nie Bargeld. Schweizer Kartenherausgeber verlangen für Bargeldbezüge mit der Kreditkarte sehr hohe Gebühren. Typischerweise betragen diese 10 Franken oder mehr.
Wesentlich günstiger sind Debitkarten. In der Regel liegen die Gebühren bei rund 5 Franken pro Bezug.
Karten fit machen für die Ferien
Bevor Sie verreisen, sollten Sie Ihre Karten kurz überprüfen:
- Ist die Karte noch während der ganzen Reise gültig?
- Ist die Kartenlimite hoch genug?
- Müssen Sie das Geoblocking für Ihr Ferienland deaktivieren?
- Haben Sie die Notfallnummer des Kartenanbieters im Smartphone gespeichert?
- Haben Sie Karten von mindestens zwei unterschiedlichen Herausgebern dabei?