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Teure Roaming-Tarife von Billigmarken

Günstig in der Schweiz, teuer im Ausland: Schweizer Billigmarken wie «Wingo», «M-Budget» oder «CoopMobile» verrechnen häufig hohe Roaming-Tarife. Der Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat die Roaming-Tarife von Schweizer Drittmarken unter die Lupe genommen.

Billig-Abos von «Wingo», «Simply Mobile» oder «Yallo» mischen den Schweizer Markt auf. Hinter den Billigmarken stehen die grossen Schweizer Telekom-Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt. Zur Swisscom gehören neben der Hauptmarke Swisscom auch die Marken «M-Budget», «Wingo» und «SimplyMobile». Der zweitgrösste Schweizer Mobilfunkanbieter Sunrise wirbt auch mit den Marken «ALDI SUISSE mobile», «Era», «Lebara», «Ortel» und «Yallo» um Kunden. Salt setzt neben der Hauptmarke Salt auch auf die Marken «CoopMobile», «Das ABO» und «Das PREPAY».

Für die Nutzung in der Schweiz sind die Billig- und Drittmarken der Schweizer Mobilfunkanbieter oftmals günstiger als die Produkte der Hauptmarke. moneyland.ch hat dazu anhand eines Profilkunden, der während 14 Tagen insgesamt 1000 MB Daten überträgt und 120 Minuten telefoniert (die detaillierten Rechnungsgrundlagen finden Sie hier) eine ausführliche Analyse erstellt.

Unterschiede zwischen Swisscom und ihren Drittmarken

Die Analyse von moneyland.ch zeigt klar, dass die Unterschiede zwischen den Swisscom-Marken riesig sind. So bezahlt unser Musterkunde bei Swisscom in Spanien mit 64.90 Franken in der Regel erheblich weniger als bei den Drittmarken von Swisscom. Abo-Kunden von M-Budget bezahlen 90 Franken, mit Wingo 95 Franken und bei SimplyMobile sogar 118.50 Franken. Dies entspricht einem Aufpreis von 83 Prozent.

Auch ausserhalb Europas langt Swisscom bei ihren Kunden, die ein Abo von einer Drittmarke haben, kräftig zu. Swisscom-Kunden bezahlen in den USA 104.90 Franken. Bedeutend teurer fahren Kunden mit einem M-Budget Abo (150 Franken), mit SimplyMobile (360 Franken) und Wingo (395 Franken). Der Aufpreis beträgt hier sogar 277 Prozent. Oder anders gesagt: Ein Wingo-Kunde bezahlt fast viermal so viel wie ein Swisscom-Kunde.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in den drei weiteren untersuchten Ländern wie Südafrika, Thailand und Vietnam. Swisscom-Kunden mit einem Drittmarken-Abo bezahlen bis zu 354 Prozent mehr als Kunden mit einem Swisscom-Abo.

Eine Ausnahme gibt es: Prepaid-Kunden von M-Budget bezahlen abgesehen von einigen Ausnahmen gleich wenig wie Swisscom-Kunden.

Unterschiede zwischen Sunrise und ihren Drittmarken

Eine andere Strategie als Swisscom fährt Sunrise: Das Roaming in Europa und den USA ist für Kunden der Drittmarken günstiger als für Sunrise-Kunden. Unser Profilkunde bezahlt mit einem Sunrise-Abo 69 Franken für das Roaming. Ebenfalls 69 Franken bezahlt der Kunde mit dem Prepaid-Angebot der Marke «Ortel». Günstiger sind Era (63.85 Franken), Lebara (50 Franken) und Yallo (50 Franken). Unser Profilkunde würde als Prepaid-Kunde von Sunrise 94 Franken bezahlen, als Kunde von «ALDI SUISSE mobile» 87.80 Franken.

Ein anderes Bild ergibt sich bei Sunrise beim Roaming in entfernten Ländern. In den untersuchten Ländern Südafrika, Thailand und Vietnam bietet für unseren Profilkunden einzig die Hauptmarke Sunrise einigermassen bezahlbare Roaming-Konditionen an. Die Kosten sind allerdings auch bei Sunrise mit 313 beziehungsweise 420.50 Franken (je nach Land) happig. Bei den Drittmarken würden sich die Kosten gemäss Preisliste im fünfstelligen Bereich bewegen. Einzige Ausnahmen sind Yallo (880 Franken) und Era (3325 Franken) in Südafrika und Thailand. Es handelt sich jedoch um theoretische Preise gemäss Preisliste – die Anbieter blockieren den Internet-Zugang in der Regel vorher.

Unterschiede zwischen Salt und ihren Drittmarken

Die in den Postfilialen verkauften Billigmarken «Das ABO» und «Das PREPAY» haben grundsätzlich die gleichen Roaming-Preise wie Salt selbst.

Unterschiede gibt es bei CoopMobile: So bezahlt unser Profilkunde mit einem Abo für das Roaming in Europa bei Salt 58.95 Franken, bei CoopMobile hingegen 78.95 Franken. CoopMobile ist damit 34 Prozent teurer. Anders sieht die Situation bei Prepaid-Kunden aus: CoopMobile verrechnet 78.95 Franken, Salt hingegen 273.95 Franken.

Fazit von Telekom-Experte Ralf Beyeler

Viele Telekom-Anbieter zocken ihre Kunden mit überhöhten Roaming-Tarifen ihrer Drittmarken ab. Die Erwartungshaltung eines Kunden, der ein Billig-Abo abschliesst, ist klar: Er möchte sowohl in der Schweiz als auch im Ausland günstig sein Smartphone nutzen. Das ist einigen Anbietern ein Dorn im Auge. Insbesondere Swisscom übertreibt es. Erstaunlich ist auch, dass die Swisscom-Partnerin Migros mit der Marke M-Budget so hohe Preise zulässt.

Der Wettbewerb spielt im Roaming leider noch zu wenig. Die Forderung von Ralf Beyeler ist klar: «Auch bei den Drittmarken müssten Swisscom und Co. faire Preise verrechnen».

Weitere Informationen:
Handy-Abos
Roamingrechner

Über moneyland.ch

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