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Säule 3a: Durchschnittlich nur noch 0.21 Prozent Zins

15. Oktober 2026 - Ralf Beyeler

Die Zinssätze für Säule-3a-Konten sinken weiter. Die Analyse von moneyland.ch zeigt riesige Unterschiede zwischen den verschiedenen Banken. Auf manchen Vorsorgekonten gibt es gar keinen Zins mehr. Andere Schweizer Banken hingegen bezahlen auf dem 3a-Sparkonto bis zu 1 Prozent Zins.

Schweizerinnen und Schweizer können mit Einzahlungen in die dritte Säule für das Alter vorsorgen und dabei Steuern sparen. Entsprechend beliebt ist die Säule 3a. Viele Kundinnen und Kunden entscheiden sich dabei für ein verzinstes 3a-Sparkonto. Gemäss offiziellen Zahlen liegen etwa zwei Drittel des 3a-Vermögens bei Banken auf solchen Konten.

Der unabhängige Online-Vergleichsdienst moneyland.ch hat die Zinsen von Säule-3a-Konten genauer unter die Lupe genommen. Die Auswertung berücksichtigt 93 Anbieter.

Bis zu 1 Prozent Zins

Auffällig ist die grosse Bandbreite zwischen den verschiedenen Anbietern. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Konten sind gewaltig. Am meisten Zins auf dem 3a-Konto zahlt mit 1 Prozent die Westschweizer Caisse d'Epargne d'Aubonne. Auf dem zweiten Platz liegt Cornèr Banca mit 0.7 Prozent Zins. Dahinter folgen Crédit Agricole Next Bank, Hypo Vorarlberg Bank, Pilla und Tellco mit je 0.65 Prozent. 

Bei den meisten Anbietern sind die Zinssätze wesentlich tiefer: 68 der 93 untersuchten Anbieter zahlen einen Zins von maximal 0.2 Prozent. Bei weiteren zwei Anbietern gibt es gar keine Zinsgutschriften.

«Die Unterschiede sind wirklich sehr gross. Da auf Vorsorgekonten in der Regel grössere Beträge liegen, sollte ein Wechsel geprüft werden. Wer jetzt wechselt, wird im Alter mehr Geld zur Verfügung haben», sagt Geld-Experte Ralf Beyeler von moneyland.ch. 

Eine ausführliche Übersicht ist im Säule-3a-Vergleich von moneyland.ch abrufbar. 

Durchschnitt liegt noch bei 0.21 Prozent

Im Oktober liegt der ungewichtete Zinssatz auf Schweizer Säule-3a-Konten nur noch bei durchschnittlich 0.21 Prozent. Im November 2025 waren es noch 0.27 Prozent, im Januar 2025 sogar noch 0.61 Prozent.

Die Schweizerische Nationalbank hat im März 2025 und im Juni 2025 den Leitzins um jeweils 0.25 Prozentpunkte gesenkt. «Diese Senkung führt zu einem niedrigeren Zinsniveau. Davon sind mit einer zeitlichen Verzögerung neben normalen Sparkonten eben auch 3a-Sparkonten betroffen», erklärt Ralf Beyeler.

Grössere Banken mit tieferen Zinssätzen

Auffällig ist auch der Blick auf zehn grosse und bekannte Schweizer Banken. Für die sechs überregional tätigen Schweizer Banken mit Filialen und die vier grössten Kantonalbanken beträgt der Zins durchschnittlich 0.14 Prozent. Von diesen Banken zahlen Bank Cler, Migros Bank, Raiffeisen und Valiant mit je 0.2 Prozent am meisten Zins auf dem Säule-3a-Konto. Schlusslichter sind Postfinance und die Waadtländer Kantonalbank mit je 0.05 Prozent.

«Das 3a-Konto lässt sich problemlos zu einem anderen Anbieter zügeln. Ein Wechsel der Hausbank ist dafür nicht notwendig», ergänzt Ralf Beyeler.

Zinseszins-Effekt nicht unterschätzen

Viele Sparerinnen und Sparer unterschätzen den Zinseszins-Effekt. Eine Beispielrechnung mit einer monatlichen Einzahlung von 500 Franken während 30 Jahren zeigt einen deutlichen Unterschied: Bei 0.05 Prozent Zins sind nach 30 Jahren rund 181’353 Franken auf dem Konto. Mit 1 Prozent beträgt der Kontosaldo hingegen 209’666 Franken. Das sind über 28’000 Franken mehr.

Wertschriften haben grösseres Renditepotenzial

Über eine lange Laufzeit bieten Wertschriftenlösungen der Säule 3a eine wesentlich bessere Rendite. Insbesondere Vorsorge-Apps bieten breit diversifizierte Portfolios zu relativ günstigen Konditionen.

Bei einer monatlichen Einzahlung von 500 Franken und einer durchschnittlichen Nettorendite von 5.5 Prozent wächst das Vorsorgevermögen nach 30 Jahren theoretisch auf rund 445’000 Franken. Allerdings kann dieser Betrag bei einer schlechten Börsenentwicklung auch massiv niedriger ausfallen.

Bei Wertschriftenlösungen sind die Schwankungen gross. Zudem besteht das Risiko von Verlusten. Doch wer noch viele Jahre bis zum Bezug des Geldes vor sich hat, kann diese Schwankungen in der Regel aussitzen. Dennoch sind Vorsorgelösungen mit Wertschriften nicht für alle Sparerinnen und Sparer geeignet. Bei sinkenden Börsenkursen schlafen einige Menschen schlecht. Manche verkaufen sogar in Panik ihre Wertschriften. «Diese Kundinnen und Kunden fahren mit einem verzinsten Konto unter dem Strich trotz niedrigerem Ertrag besser», sagt Ralf Beyeler.

 

Experte Ralf Beyeler
Ralf Beyeler ist Telekom- und Geld-Experte bei moneyland.ch.