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Schweizer Vorsorgezinsen auf historischem Tief

Die Zinssätze sinken Monat für Monat. Auch die Schweizer Vorsorgekonten der zweiten und dritten Säule sind davon betroffen. Die Zinssätze in der Säule 3a liegen gerade noch einmal bei durchschnittlichen 0.49% pro Jahr.

Das ist ein neues historisches Zinstief. Wobei ein Ende des Zinsverfalls leider noch nicht in Sicht ist. Die Zinssätze tendieren gegen Null. Zum Vergleich: Im Juni 2014 lagen die 3a-Zinssätze noch bei durchschnittlichen 1.4%, im Dezember 2015 bei 0.67%. Ein kleiner Trost: Immerhin sind bei den Vorsorgekonten keine Negativzinsen zu erwarten.

Grosse Zinsunterschiede in der dritten Säule

Wie die Auswertung von 93 Schweizer 3a-Sparkonten ergeben hat, gibt es trotz des historisch tiefen Zinsniveaus markante Differenzen zwischen den einzelnen Banken. Die Bandbreite reicht von 0% bis zu 1% pro Jahr. Über die Jahre kann eine solche Zinsdifferenz je nach Vorsorgebetrag Tausende von Franken ausmachen.

Beispiel: Wer mit einem Vorsorgebetrag von 20'000 Franken startet und jährlich 5000 Franken in die Säule 3a einzahlt, hat mit dem besten Zinssatz nach fünf Jahren mehr als 1500 Franken mehr auf dem Konto als auf der Bank mit dem schlechtesten Zinssatz. Nach zehn Jahren macht die Differenz sogar mehr als 4400 Franken aus.

Crédit Agricole top, PostFinance flop

Am meisten Zins offerieren die Caisse d’Epargne de Cossonay mit 1% (allerdings nur für Kunden des Kantons Waadt), die Tessiner Kantonalbank mit 0.825% (allerdings nur für Kunden mit einem Privatkonto Prima bei der Bank) sowie die Crédit Agricole Financements Suisse mit 0.7% pro Jahr.

Überdurchschnittlich sind die Verzinsungen auch bei der WIR Bank (0.65%), der Neuen Aargauer Bank (0.6%), der Cornèr Bank (0.6%) und der Credit Suisse (0.55%). Etwas tiefer ist der Zinssatz bei der UBS mit 0.5%, während die PostFinance (ab 2017) nur unterdurchschnittliche 0.3% im Angebot hat.

Fast kein Zins mehr auf Freizügigkeitskonten

Die Lage auf Freizügigkeitskonten ist noch bitterer: Im Durchschnitt offerieren Banken nur noch 0.2%. Die Bandbreite reicht bei Freizügigkeitskonten von 0% (Liberty) bis 0.5% (Caisse d’Epargne de Cossonay für Kunden mit Wohnsitz im Kanton Waadt). Im Durchschnitt liegen die Grossbanken Credit Suisse und UBS, die beide je 0.2% offerieren. Bei anderen grossen Instituten wie der PostFinance und der Zürcher Kantonalbank gibt es nur noch je 0.05%.

Dritte Säule weiterhin lohnenswert

Einzahlungen in die Säule 3a sind freiwillig und lohnen sich trotz der tiefen Zinsen weiterhin. Das liegt vor allem an der damit verbundenen Steuerersparnis: Der einbezahlte Betrag kann bei den Steuern in Abzug gebracht werden. Je nach der Höhe des einbezahlten Betrags und des Einkommens kann die Steuerersparnis durchaus mehr als 1000 Franken betragen.

Für das Jahr 2017 beträgt der Höchstbetrag für Personen, die einer Pensionskasse angehören, 6768 Franken. Personen, die keiner Pensionskasse angehören (zum Beispiel Selbständigerwerbende) können bis zu 20 Prozent des Einkommens (höchstens aber 33'840 Franken) in die Säule 3a einzahlen.

Alternative: Vorsorgefonds

Eine Alternative zum Zinssparen bieten Vorsorgefonds, über welche die Anleger unter anderem in Aktien und Obligationen investieren können. Wichtig ist allerdings, dass sich die Konsumenten der Kosten und erhöhten Risiken bewusst sind.

So kann es durchaus sein, dass Vorsorgefonds je nach wirtschaftlicher Lage und Portfolio-Zusammensetzung über Jahre im Minus liegen. Wichtig ist deshalb eine langfristige Anlageperspektive. Ausserdem sollten Anleger vor der Wahl eines Vorsorgefonds unbedingt die Kosten vergleichen und einen möglichst kostengünstigen Fonds auswählen.

Weiterführende Informationen:
Säule 3a: grösster interaktiver Vergleich der Schweiz
Freizügigkeitskonto: grösster Vergleich der Schweiz
Alles rund um Schweizer Vorsorgefonds

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